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Rechtsanwalt werden

Dauer 7 Jahre
Gehaltsaussichten 2.500 € - 4.300 €
Karrierechancen Gut

Wie werde ich Rechtsanwalt?

Ob Schadensersatzklage, Unterhaltsforderung oder Mordvorwurf - Als Rechtsanwalt vertrittst Du die Interessen Deiner Klienten und versuchst, das Urteil des Richters zu deren Gunsten zu beeinflussen. Willst Du Rechtsanwalt werden, steht für Dich zunächst ein ungefähr 9‑semestriges Rechtswissenschaft Studium an, das Du mit dem ersten Staatsexamen abschließt. Danach absolvierst Du den 2-jährigen Vorbereitungsdienst, auch Rechtsreferendariat genannt, bis Du Dein zweites Staatsexamen ablegst. Im Anschluss meldest Du Dich bei der jeweiligen Rechtsanwaltskammer an, in deren Bezirk Du zukünftig arbeiten willst. Du legst zudem einen Eid ab und erhältst schließlich die Zulassungsurkunde, um Klienten als Anwalt in Rechtsfragen beraten zu dürfen.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Wie Dein Arbeitsalltag als zugelassener Rechtsanwalt aussehen könnte, zeigt Dir der nachfolgende exemplarische Tagesablauf:

09:00 Uhr

Du betrittst die Kanzlei, in der Du mit einigen anderen Rechtsanwälten zusammenarbeitest. Auf Deinem Schreibtisch liegen Notizen des Sekretärs über verpasste Anrufe, gerichtliche Mitteilungen und andere Postsendungen, die Du erst einmal durchsiehst.

09:55 Uhr

Im Anschluss verlässt Du Deinen Arbeitsplatz und fährst für einen Termin zum Amtsgericht. Dort triffst Du Deine Mandantin, die von ihrem geschiedenen Ehemann Unterhaltszahlungen für die letzten eineinhalb Jahre einfordert. In der Verhandlung einigst Du Dich mit der gegnerischen Partei auf einen Vergleich. Da der Beklagte seit längerer Zeit arbeitslos ist, soll er nur die halbe Summe nachbezahlen und zukünftig einen deutlich niedrigeren Monatssatz an seine Ex-Frau überweisen.

11:50 Uhr

Wieder im Büro angekommen, sprichst Du die Ergebnisse des Gerichtstermins in Dein Diktiergerät ein und lässt Dir den mündlichen Text über eine Software auf dem Computer verschriftlichen. Den fertigen Bericht heftest Du in den entsprechenden Aktenordner und schickst zudem eine Kopie an Deine Klientin.

14:10 Uhr

Nach der Mittagspause bearbeitest Du eine Akte, die eine Klage vom zuständigen Gericht enthält. In dieser beschuldigt der Kläger einen Deiner Mandanten, dass dieser ihm mehrere Gartengeräte aus dem Schuppen entwendet habe. In Deiner schriftlichen Antwort auf die Vorwürfe legst Du glaubhaft dar, dass der Beschuldigte die Gerätschaften von seinem Nachbarn geschenkt bekommen hat.

15:30 Uhr

Im Anschluss erscheint ein anderer Klient wie verabredet in Deiner Anwaltskanzlei. Dieser war Opfer eines Verkehrsunfalls und hat nun Anrecht auf Schmerzensgeld sowie zusätzliche Zahlungen für seinen beruflichen Verdienstausfall. Du klärst ihn ausführlich über seine finanziellen Ansprüche auf und gibst ihm abschließend einen Ausblick auf den weiteren Verlauf des Verfahrens.

16:25 Uhr

Die verbleibende Arbeitszeit nutzt Du, um Dich weiter auf einen bald anstehenden Prozess vorzubereiten. Da Du dort als Strafverteidiger in einem Mordfall auftrittst, arbeitest Du akribisch an Deinem Plädoyer, mit dem Du den Beschuldigten entlasten möchtest.

18:10 Uhr

Du verabschiedest Dich von Deinen Kollegen und machst Dich auf den Heimweg.

Voraussetzungen

  • Allgemeine Hochschulreife
  • Überzeugungskraft
  • Verhandlungsgeschick
  • Argumentationsvermögen
  • Empathie
  • Gute Menschenkenntnis
  • Einstiegsgehalt 2.500 €
  • Berufserfahrung 4.300 €
Zum Gehaltsüberblick

Was macht ein Rechtsanwalt?

Kommt es in einem Streitfall zu einer Hauptverhandlung, setzt Du Dich für Deinen Klienten vor Gericht ein. Auf Grundlage der geltenden Gesetze versuchst Du in der Regel, dessen Forderungen wie beispielsweise die Zahlung von Schmerzensgeld oder einer Erbschaftssumme durchzusetzen. In einem Strafverfahren fungierst Du dagegen als Verteidiger des Beschuldigten, während die Staatsanwaltschaft die Anklage übernimmt. Bei einer Verurteilung droht eine Strafe, die Du nach Möglichkeit verhindern oder zumindest abmildern möchtest.
Neben den organisatorischen und verwaltenden Aufgaben am Schreibtisch empfängst Du auch regelmäßig Mandanten in Deiner Kanzlei. Im persönlichen Gespräch berätst Du diese in unterschiedlichen juristischen Fragen, schilderst ihnen den weiteren Ablauf des Verfahrens oder erklärst noch einmal abschließend, was genau das Urteil des Richters für sie bedeutet.
Zwischen Gerichtsterminen bearbeitest Du die Akten Deiner betreuten Rechtsfälle. Du prüfst gerichtliche Fristen, die zum Beispiel festsetzen, bis wann Du spätestens eine Antwort auf eine Klage einreichen kannst. Außerdem setzt Du verschiedene Schriftstücke auf, in denen Du beispielsweise Deinen Mandanten über die neuesten Entwicklungen informierst oder eine begründete Forderung an die gegnerische Prozesspartei stellst.

Wie sind die Berufsaussichten?

In der Anwaltsbranche sind gute Noten für den Einstieg und die weitere Karriere durchaus wichtig. Konkret bedeutet das, dass Du als Bewerber mit mindestens 9 Punkten in einem oder am besten beiden Staatsexamen deutlich höhere Chancen auf eine Anstellung hast. Solltest Du nicht in einem Rechtsanwaltsbüro unterkommen, kannst Du auch ein eigenes gründen und Dich somit selbstständig machen. Gerade für Berufseinsteiger ist dies jedoch ein schwieriges Unterfangen, da Du noch über kein Netzwerk an Klienten verfügst, die Dir einen gesicherten Lebensunterhalt ermöglichen.

Welche Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Analytische Fähigkeiten
    9/10
  • Belastungsfähigkeit
    8/10
  • Organisationstalent
    7/10
  • Kommunikationsstärke
    10/10
  • Sozialkompetenz
    8/10

Welche Spezialisierungen gibt es?

Als studierter Jurist kannst Du Deine berufliche Qualifikation mit einer Fachanwaltsausbildung weiter verbessern. Im Rahmen eines mehrmonatigen Lehrgangs vertiefst Du Dich dazu in eins von über 20 Fachgebieten der Rechtswissenschaft wie Sozial-, Steuer- oder Medizinrecht. Zudem ist für Dich eine 3-jährige Berufsausübung als Rechtsanwalt sowie eine bestimmte Anzahl an bearbeiteten Fällen im angestrebten Rechtsbereich Pflicht. Hast Du schließlich den entsprechenden Titel erworben, gilt es für Dich, Dich weiterhin mindestens 10 Stunden pro Jahr fortzubilden.
Wie der Name schon sagt, landen hier alle Konfliktfälle auf Deinem Schreibtisch, die bei der Fortbewegung auf Straßen und Fußwegen passieren oder im weiteren Sinne damit zusammenhängen. Du beschäftigst Dich mit Unfällen aller Art und trägst dazu bei, die Ansprüche Deines Auftraggebers wie zum Beispiel Schadensersatz für ein beschädigtes Auto geltend zu machen.
Als auf Erbschaften spezialisierter Anwalt sind Deine Tätigkeiten zweigeteilt. Zum einen berätst Du vererbende Klienten dabei, wie diese ein Testament aufsetzen und ihr Erbe vertraglich regeln. Zum anderen erläuterst Du den Hinterbliebenen, wie Sie den Nachlass ihres Angehörigen annehmen oder im Falle von vererbten Schulden ausschlagen können.
Wenn beispielsweise ein Musiker feststellt, dass ein Unternehmen eines seiner Lieder ohne Genehmigung in einer Werbung verwendet, sucht er Dich auf. Mit Abmahnungen oder einstweiligen Verfügungen sorgst Du dafür, dass die Urheberrechte des Künstlers gewahrt bleiben. Darüber hinaus bist Du für viele verschiedene Medienbereiche zuständig, in denen sogenanntes geistiges Eigentum wie Marken und Logos unerlaubterweise Verwendung findet.
In diesem Sektor bearbeitest Du meist Rechtsfälle, in denen ein Klient bestimmte Leistungen seiner Kranken-, Hausrat- oder einer anderen Versicherung einfordert. Stellt ein Mieter zum Beispiel Schimmelbefall in seiner Wohnung fest, ist es fraglich, ob die dafür zuständige Haftpflichtversicherung den Schaden ohne Weiteres abdeckt.
In einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Berlin oder Hessen besteht für Dich die Möglichkeit, zusätzlich zu Deiner Tätigkeit als Rechtsanwalt auch als Notar zu arbeiten. Die Zulassung zum sogenannten Anwaltsnotar erhältst Du, wenn Du mindestens 5 Jahre Anwaltserfahrung vorweist und die notarielle Fachprüfung bestehst. Außerdem ist eine Praxisausbildung in einem Notarbüro von mindestens 160 Stunden für Dich Pflicht. In diesem Beruf arbeitest Du als neutraler und unabhängiger Berater, der unterschiedliche Rechtsgeschäfte wie Immobilienkäufe, Testamente oder Eheverträge beurkundet.

Besonderheiten

  • Deutschlandweite Niederlassung nach eigenem Belieben
  • Berufliche Zulassung bei der jeweiligen Bezirkskammer erforderlich
  • Freiberufliche Tätigkeit in eigener Kanzlei möglich
  • Hohe Einstiegsgehälter für Absolventen mit Topnoten

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  • ...in Deutschland Wandergruppen nicht im Gleichschritt über eine Brücke marschieren dürfen?
  • ...in Hessen noch die Todesstrafe im Gesetzbuch steht?
  • ...ein Gefängnisausbruch straffrei ist, weil der Gesetzgeber den Drang des Menschen nach Freiheit anerkennt?

Diese Promis sind auch Rechtsanwalt

Was spricht für den Beruf

  1. Abwechslungsreicher Beruf durch unterschiedliche Auftraggeber und Anliegen
  2. Spezialisierung zum Fachanwalt für ein bestimmtes Rechtsgebiet
  3. Rechtsanwälte können nebenberuflich auch als Notar arbeiten
  4. Hohe Verdienste sind möglich
  5. Prämien und Boni in Kanzleien neben dem festen Gehalt

Was spricht gegen den Beruf

  1. Lange Ausbildungszeit durch Studium, Examina und Referendariat
  2. Gute Noten in den Staatsexamina sind ein wichtiger Faktor für Karriere und Gehalt

Einstiegsgehalt als Rechtsanwalt

Was Du am Anfang Deiner Berufslaufbahn verdienst, ist in erster Linie davon abhängig, ob Du bei einer Kanzlei unterkommst oder Dich selbstständig machst. Denn als Freiberufler ist Dein Einkommen wesentlich von der Auftragslage und Zahl Deiner Klienten abhängig.

Als Angestellter eines kleinen bis mittelgroßen Rechtsanwaltsbüros kannst Du mit etwa 2.500 € bis 4.000 € brutto monatlich rechnen. Bereits zum Einstieg sind für hochqualifizierte Bewerber in Großkanzleien Spitzengehälter von bis zu 8.000 € möglich.

  • Rechtsanwalt 2.500 €
  • Staatsanwalt 3.800 €

Gehalt nach Berufserfahrung

Dein zukünftiges Einkommen als Rechtsanwalt ist aufgrund verschiedener Faktoren schwer vorherzusagen. Wie auch bei den Einstiegsgehältern richten sich Deine Verdienstmöglichkeiten in den weiteren Jahren nach Deinem Arbeitgeber beziehungsweise der Größe der Kanzlei. Auch das jeweilige Rechtsgebiet, auf das Du Dich spezialisiert hast, übt großen Einfluss auf Deine Monatsabrechnung aus. Durchschnittlich kannst Du während der ersten 5 Jahre mit einem monatlichen Einkommen von rund 3.600 € brutto rechnen. Nach 10 Jahren sind es ungefähr 4.400 €.

Gehalt nach Berufserfahrung

Dein zukünftiges Einkommen als Rechtsanwalt ist aufgrund verschiedener Faktoren schwer vorherzusagen. Wie auch bei den Einstiegsgehältern richten sich Deine Verdienstmöglichkeiten in den weiteren Jahren nach Deinem Arbeitgeber beziehungsweise der Größe der Kanzlei. Auch das jeweilige Rechtsgebiet, auf das Du Dich spezialisiert hast, übt großen Einfluss auf Deine Monatsabrechnung aus. Durchschnittlich kannst Du während der ersten 5 Jahre mit einem monatlichen Einkommen von rund 3.600 € brutto rechnen. Nach 10 Jahren sind es ungefähr 4.400 €.

Gehalt nach Bundesland

Als Rechtsanwalt erwartet Dich in den alten Bundesländern, vornehmlich in Baden-Württemberg und Hessen, ein verhältnismäßig hoher Monatsverdienst von 4.270 € beziehungsweise 4.480 € brutto. Etwas niedriger gestaltet sich Dein Einkommen dagegen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Dieses liegt bei rund 3.000 € brutto im Monat.

Mit diesen 86 Studiengängen kannst Du Rechtsanwalt werden

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Mit diesen 86 Studiengängen kannst Du Rechtsanwalt werden

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Uni Düsseldorf (Düsseldorf)
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