Patentanwalt werden

Dauer 6 - 7 Jahre
Karrierechancen Gut

Wie werde ich Patentanwalt?

Als Patentanwalt berätst Du Mandanten, die ihre Erfindung, ihren Markennamen oder ein bestimmtes Design gewerblich nutzen und anderen die Verwendung verbieten möchten. Wenn Du Patentanwalt werden möchtest, durchläufst Du zunächst ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium an einer Universität. Im Anschluss sammelst Du mindestens ein Jahr Berufserfahrung in der Technikbranche. Ab dann steht Dir die 3-jährige Ausbildung zum Patentanwalt offen. In dieser Zeit arbeitest Du nacheinander bei einem Patentanwalt, dem Deutschen Patent- und Markenamt sowie dem Bundespatentgericht und absolvierst berufsbegleitend ein auf den Beruf zugeschnittenes rechtswissenschaftliches Fernstudium. Nach der Abschlussprüfung beantragst Du Deine Zulassung bei der Patentanwaltskammer.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Je nachdem ob Du in einem Anwaltsbüro oder einer entsprechenden Abteilung in einem Wirtschaftsunternehmen tätig bist, kann Dein Alltag unterschiedlich ausfallen. Nachfolgend findest Du den exemplarischen Tagesablauf eines selbstständigen Patentanwalts.

09:15 Uhr

Nach der Ankunft in Deiner Kanzlei, die Du Dir mit einigen Kollegen teilst, wirfst Du erst einmal einen Blick in Deinen Posteingang. Deine Sekretärin hat Dir dort einige Briefe von verschiedenen Patentgerichten bereitgelegt. Außerdem prüfst Du Dein E-Mail-Konto und stellst fest, dass keine neuen Anfragen vorliegen.

10:10 Uhr

Anschließend fährst Du wegen einer Patentverletzung zu einem Gerichtsverfahren. Dein Mandant hatte mit Deiner Hilfe einen Erfinderschutz auf eine neuartige Sohle angemeldet, die sich ohne Schuh an die Unterseite des Fußes kleben lässt. Ein Konkurrent hat dieses Produkt nun kopiert und unter eigenem Namen in die Läden gebracht. Dir gelingt es, den weiteren Verkauf zu verbieten und einen Schadensersatz im fünfstelligen Bereich zu erwirken.

12:35 Uhr

Zurück an Deinem Schreibtisch überprüfst Du den verpassten Anruf auf Deiner Mailbox und stellst fest, dass ein langjähriger Klient morgen wegen einer dringlichen Angelegenheit zu Dir kommen möchte. Du bestätigst ihm schnell noch den Terminvorschlag per E-Mail, ehe Du in die Mittagspause gehst.

14:05 Uhr

Am frühen Nachmittag suchen Dich der Geschäftsführer und Produktentwickler eines Unternehmens auf, das Kinderspielzeug verkauft. Beide möchten sich von Dir beraten lassen, ob und wie sie das Design ihrer bald erscheinenden Stoffpuppen rechtlich schützen können. Nach einem längeren Gespräch über die Details der Spielzeugpuppe bist Du bereit, das Schreiben zur Patentanmeldung aufzusetzen.

15:55 Uhr

Da für heute keine Besprechungen mehr anstehen, nutzt Du die Zeit, um eine Akte zu bearbeiten. In diesem Fall hat ein Pharmaunternehmen einen neuen Wirkstoff gegen Rheuma entwickelt, der nun in Tablettenform auf dem Markt erscheinen soll. Um Dir ein besseres Bild von den Erfolgsaussichten für die Patentierung zu machen, recherchierst Du im Internet sowie in einschlägigen Fachjournalen nach bereits verfügbaren, ähnlichen Heilmitteln.

17:10 Uhr

Gegen Ende Deines Arbeitstages ruft Dich noch ein junger Studierender an. Da er sein Ingenieurwissenschaft Studium gerade erfolgreich beendet hat, sucht er einen Ausbildungsplatz bei einem Patentanwalt. Du erteilst dem Bewerber bereitwillig die Zusage und erläuterst ihm außerdem exemplarisch, wie sein zukünftiger Arbeitsalltag bei Dir aussieht.

18:05 Uhr

Du verlässt Dein Büro und machst Dich auf den Heimweg.

Voraussetzungen

  • Allgemeine Hochschulreife
  • Bereitschaft, sich intensiv in unbekannte Themen einzuarbeiten
  • Sozialkompetenz
  • Gute sprachliche Ausdrucksfähigkeit
  • Abstraktionsvermögen

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Was macht ein Patentanwalt?

Der erste Schritt in Deiner Tätigkeit als Patentanwalt ist das einleitende Gespräch mit Erfindern, Designern oder Produktentwicklern. Du lässt Dir die technische oder künstlerische Neuerung ausführlich vorstellen. Bereits hier greifst Du mit zunehmenden Arbeitsjahren auf Deinen Erfahrungsschatz zurück und klärst die Erfinder darüber auf, ob ein Patentschutz in diesem konkreten Fall sinnvoll, erfolgversprechend oder gewinnbringend sein könnte. Je nach Komplexität und Schwierigkeit der Thematik gilt es für Dich allerdings, ein abschließendes Urteil hinten anzustellen, bis Du Dich ausreichend über mögliche Konkurrenzprodukte informiert hast.
Nachdem Dich die Mandanten über ihre Erfindung informiert haben, beginnt für Dich die eigentliche Arbeit. Du recherchierst zunächst spezifisches Hintergrundwissen, um Dir über den neuesten Stand der Technik und die Neuartigkeit des Produkts Klarheit zu verschaffen. Danach entwirfst Du eine Argumentationsstrategie, mit der Du die Patentierung vor den entsprechenden Amtspersonen rechtfertigen kannst. Das fertige Schreiben sendest Du schließlich zum zuständigen Patentamt.
In einem Patentfall kommt es aus unterschiedlichen Gründen zu einer Gerichtsverhandlung. Hast Du beispielsweise in der Vergangenheit bereits eine Patentierung durchgesetzt, so besteht in der Folge die Möglichkeit, vor einem Zivilgericht mit einer Unterlassungsklage gegen Nachahmer vorzugehen. Andererseits können diese auch mit einer Nichtigkeitsklage vor das Bundespatentgericht ziehen, wenn sie Dein erwirktes Patent für nicht rechtens halten. In manchen Fällen steht Dir ein Rechtsanwalt zur Seite, der sich um das juristische Kerngeschäft kümmert. Dann trittst Du vor allem als sachkundiger Experte auf, der das Anrecht auf ein Patent mit Blick auf den naturwissenschaftlich-technischen Stand der Dinge erläutert. Grundsätzlich bist Du für diejenigen Fälle zuständig, die zu Deinem Fachgebiet aus dem Studium passen.
Du betreust nicht nur Einzelpersonen, die mit ihrer Kreation Geld verdienen möchten. Auch Unternehmen suchen Deinen fachlichen Rat, wenn sie keine eigene Abteilung für Patentfragen besitzen. Hierbei sorgst Du häufig für Aufklärung, ob und wie ein Logo, ein Schriftzug oder eine bestimmte Marke Verwendung finden darf. Du berücksichtigst dazu besonders die bestehenden Patente anderer Firmen, die ein mögliches Schutzrecht durchkreuzen.
Als vollwertiger Patentanwalt hast Du zusätzlich die Aufgabe, den Nachwuchs auszubilden. Interessenten fragen Dich zunächst nach einem freien Platz in Deiner Kanzlei, ehe sie sich offiziell beim zuständigen Patent- und Markenamt anmelden. In der Regel betreust Du die Anwärter etwa 2 Jahre und 2 Monate lang.

Wie sind die Berufsaussichten?

Besonders bei größeren Wirtschaftsunternehmen sind Deine Berufsaussichten gut. Durch eine steigende Zahl an Patenten und Schutzmaßnahmen für Marken oder Logos ist Deine Tätigkeit durchaus gefragt. Arbeitest Du als Selbstständiger in einem eigenen Büro oder im Zusammenschluss mit anderen, so ist Deine Zukunft wesentlich von Deinem Klientenstamm abhängig. Je mehr Erfolge Du über die Jahre vorzuweisen hast, desto schneller wächst auch Dein berufliches Netzwerk.

Welche Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Analytische Fähigkeiten
    7/10
  • Sprachbegabung
    5/10
  • Naturwissenschaftliches Verständnis
    8/10
  • Flexibilität
    7/10
  • Technikverständnis
    8/10
  • Kommunikationsstärke
    9/10

Welche Spezialisierungen gibt es?

Zusätzlich zu Deiner Patentanwaltsausbildung besteht für Dich die Möglichkeit, europäischer Patentanwalt zu werden. In diesem Fall kämpfst Du für Deine Mandanten darum, dass deren Erfindungen nicht nur in Deutschland, sondern zugleich in allen Mitgliedsstaaten Europas einen Patentschutz erhalten. Um die Eignungsprüfung für den European Patent Attorney ablegen zu dürfen, sammelst Du vorher 3 Jahre Praxiserfahrung mit europäischen Patentierungen in einer entsprechenden Kanzlei.

Besonderheiten

  • Deutschlandweite Niederlassung möglich
  • Patentanwälte arbeiten wahlweise als Angestellte oder Freiberufler
  • Variable Stundensätze für Selbstständige

Videos zum Beruf

Wusstest Du schon, dass ...

  • ...Patentanwälte kein klassisches Jura Studium durchlaufen wie alle anderen Anwälte?
  • ...die Roben von Patentanwälten blau und schwarz sind, damit sie sich farblich von der Kleidung der Rechtsanwälte abheben?

Diese Promis haben ein Patent angemeldet

Was spricht für den Beruf

  1. Abwechslungsreicher Alltag durch unterschiedliche Erfindungen
  2. Gute Verdienstmöglichkeiten
  3. Patentanwälte können freiberuflich oder als Angestellte arbeiten

Was spricht gegen den Beruf

  1. Anspruchsvoller Ausbildungsweg an der Schnittstelle von Technik beziehungsweise Naturwissenschaft und Jura

Aktuelle Gehälter

Datum Abschluss Karrierestufe Berufserfahrung Std. Gehalt
11.04.2018 Staatsexamen Führungskraft 3 - 5 Jahre 30 7.734 €
28.03.2018 Staatsexamen Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 30 5.200 €
27.03.2018 Staatsexamen Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 26 5.289 €
11.03.2018 Staatsexamen Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 33 5.383 €
21.02.2018 Staatsexamen Freiberufler (selbstständig) 3 - 5 Jahre 39 8.483 €
20.02.2018 Staatsexamen Mit Berufserfahrung 6 - 10 Jahre 34 5.800 €
07.02.2018 Staatsexamen Berufseinsteiger 1 - 2 Jahre 45 3.334 €
31.12.2017 Staatsexamen Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 16 2.200 €
22.12.2017 Staatsexamen Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 34 4.519 €
12.11.2017 Staatsexamen Mit Berufserfahrung 16 - 20 Jahre 26 4.200 €
Die hier angegebenen Gehälter setzen sich aus Gehaltsangaben von 54 Nutzern zusammen. Wir können keine Garantie dafür übernehmen, dass die Daten im Einzelfall zutreffen. Sollten die Zahlen von Deinen persönlichen Erfahrungen abweichen, kannst Du Dein Einkommen unter „Gehalt eintragen“ einreichen und Berufsinteressierte bei der Karrierewahl unterstützen.

Mit diesen 969 Studiengängen kannst Du Patentanwalt werden

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Mit diesen 969 Studiengängen kannst Du Patentanwalt werden

Bauingenieurwesen
TUM - TU München (München)
Bachelor of Science
6 Semester
3.9
100%
Bauingenieurwesen
RWTH Aachen (Aachen)
Bachelor of Science
6 Semester
3.9
98%
Biologie
Uni Würzburg (Würzburg)
Bachelor of Science
6 Semester
4.0
95%
Bauingenieurwesen
KIT (Karlsruhe)
Bachelor of Science
6 Semester
3.9
97%
Bauingenieurwesen
Ruhr Uni Bochum (Bochum)
Bachelor of Science
6 Semester
3.9
97%
Applied Biology
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (Rheinbach)
Bachelor of Science
6 Semester
4.0
94%
Biologie
HU Berlin (Berlin)
Bachelor of Science
6 Semester
3.7
100%
Bauingenieurwesen
TH Köln (Köln)
Bachelor of Engineering
7 - 9 Semester
4.0
100%
Bauingenieurwesen
FH Aachen (Aachen)
Bachelor of Engineering
7 - 9 Semester
3.9
95%
Biologie
Uni Bonn (Bonn)
Bachelor of Science
6 Semester
3.7
98%