Wie werde ich Kriminologe?

Kriminologen beginnen mit ihrer Arbeit im besten Fall vor dem Verbrechen. Durch ihre wissenschaftlichen Studien des kriminellen Verhaltens möchten sie Straftaten vermeiden. Sie gehen den illegalen Handlungen auf den Grund und untersuchen die Ursache, Art und das Muster dieser Taten. Du möchtest Kriminologe werden? Zunächst strebst Du ein Rechtswissenschaft, Rechtspsychologie, Sozialwissenschaften oder Psychologie Studium an. Absolvierst Du einen Jura Studiengang, solltest Du den Schwerpunkt Kriminologie wählen. Je nachdem für welches Bachelor Studium Du Dich entscheidest, dauert dieses zwischen 6 und 9 Semestern. Anschließend belegst Du einen 4-semestrigen Kriminologie Master Studiengang.

Was macht ein Kriminologe?

Täterprofile zu erstellen und zu interpretieren, hilft Dir dabei, die kriminellen Handlungen einzuordnen. Du sammelst Daten über den Kriminellen, rekonstruierst die Ausgangssituation und formulierst Hypothesen bezüglich des Tathergangs. Anschließend ist es Dir auf Grundlage dieser Ergebnisse möglich, ein Profil zu entwickeln. Beispielsweise hilfst Du auch bei Ermittlungen, indem Du Tagebücher, Internetaktivitäten und Schulzeugnisse von Verdächtigen auswertest. Durch die ständige Untersuchung der verschiedenen Delikte ist es möglich, die Täterdaten immer wieder zu aktualisieren. Diese bieten den Polizisten und Kriminalisten Anhaltspunkte für die Aufklärung von Straftaten. Denn oft lassen sich Parallelen zwischen bereits vergangenen und aktuellen kriminellen Handlungen herstellen.
In Deiner kriminologischen Tätigkeit stehst Du oft vor der Herausforderung, zu erläutern, wie wirksam Strafmaßnahmen sind. Um diese Aufgabe zu erfüllen, wertest Du alte Akten von vergangenen Fällen sowie Statistiken aus und interpretierst diese. Auf Grundlage dessen entwickelst Du passende Vorbeuge- und Strafmaßnahmen. Du untersuchst zum Beispiel den Jugendstrafvollzug und entwirfst im Zuge dessen ein Konzept, welches etwa eine Berufsausbildung und Sozialtherapie vorsieht.
Als Kriminologe kannst Du auch in der Wissenschaft tätig sein. Durch Deine Ergebnisse erweiterst Du das Wissen über die Kriminalität, die Ursachen dieser sowie die Maßnahmen dagegen. Bei Deinen Studien führst Du oft mündliche Interviews mit Gefangenen oder veranlasst schriftliche Befragungen. Teilweise erhebst Du auch systematisch Daten wie etwa bei einer Forschung zu Gewalt im Gefängnis. Du notierst Merkmale der Tat wie die Anzahl der Beteiligten, Art und Ort. Ergänzend vermerkst Du die Verletzung und die Gegenmaßnahmen. Ein nicht seltenes Studienthema ist auch die Rückfallquote entlassener Straftäter.

Voraussetzungen

  • Emotionale Distanz zu den Fällen
  • Interesse an gesellschaftlichen Zusammenhängen
  • Skepsis gegenüber einfachen Erklärungen
  • Spaß daran, wissenschaftliche Ansätze anzuwenden und zu verknüpfen

Wie sind die Berufsaussichten?

Dein Master Abschluss bietet Dir eine gute Grundlage, um Deine berufliche Laufbahn zu starten. Deine Karrierechancen erhöhen sich Durch weitere Qualifizierungen wie Praktika oder Fortbildungen.

Welche Eigenschaften helfen mir im Job weiter?

  • Analytische Fähigkeiten
    9/10
  • Organisationstalent
    7/10
  • Abstraktes Denken
    8/10
  • Kulturelles Interesse
    6/10
  • Kommunikationsstärke
    7/10
  • Sozialkompetenz
    4/10

Welche Spezialisierungen gibt es?

Abgeleitet von dem lateinischen Wort victima, was Opfer bedeutet, steht das Opfer des Verbrechens im Fokus der Viktimologie. Du beschäftigst Dich im Laufe Deiner Arbeit mit drei großen Bereichen: dem Vorfeld, der Viktimisierung und der Reaktion auf die Viktimisierung. Beispielsweise analysierst Du die Beziehung von Täter und Opfer vor der kriminellen Handlung und teilst den Geschädigten in Kategorien ein. Dabei spielen seine berufliche und familiäre Situation eine große Rolle. Danach untersuchst Du das Verhalten des Betroffenen während der Tat. Als Letztes siehst Du Dir die Folgen der Handlung genauer an. Du unterscheidest zwischen Primärviktimisierungen, den unmittelbaren physischen und psychischen Einflüssen, sowie Sekundärviktimisierungen, den Reaktionen Dritter auf die Delikte.
In der Kriminalätiologie erforschst Du die Ursachen kriminellen Verhaltens. Dein Ziel ist es, präventiv zu arbeiten, also durch Deine Ergebnisse Straftaten vorzubeugen. Dazu untersuchst Du die Entstehung und den Verlauf der Handlung sowie den Täter und das Opfer. Durch verschiedene wissenschaftliche Theorien versuchst Du, das abweichende Verhalten zu erklären. Da es nicht das einzige und vollkommene Erklärungsmodell gibt, setzt Du Dich mit vielen unterschiedlichen Konzepten wie personen- und gesellschaftsbezogenen Ansätzen auseinander. Zu Letzterem zählt etwa die Etikettierungstheorie (labeling approach). Bei dieser gehst Du davon aus, dass kriminelles Verhalten nicht durch den Menschen selbst entsteht, sondern sich durch die Stigmatisierung der Gesellschaft entwickelt und die Person deswegen abweichend handelt.
In der Kriminalphänomenologie beschäftigst Du Dich vor allem mit der Beschreibung des kriminellen Ereignisses und des Täters. Du versuchst, den Umfang, die Erscheinungsform und die Umstände genauer darzustellen. Du untersuchst die individuellen sowie gesellschaftlichen Hintergründe und setzt diese in Zusammenhang mit den Täterdaten. Dabei nutzt Du wissenschaftliche Theorien sowie empirische Methoden und greifst auf die Kriminalstatistiken zurück. So erhalten Deine Kollegen und Du ein möglichst umfassendes Bild der Kriminalität und der Handelnden.
Der Strafvollzug steht vor einem Dilemma. Auf der einen Seite möchte er die Bürger vor gefährlichen Kriminellen schützen, auf der anderen Seite möchte er die Strafgefangenen resozialisieren. Diese Wiedereingliederung ist nach einem längeren Gefängnisaufenthalt schwierig, da die Insassen sich an die dort herrschenden Regeln anpassen und es ihnen an Übung in sozialem Verhalten fehlt. Im Gebiet der Pönologie erforschst Du deswegen die Wirkung einer Strafe. Dabei betrachtest Du nicht nur den Aspekt der Resozialisierung des Verurteilten, sondern auch den des möglichen Rückfalls. Die Erforschung von Freiheitsstrafen ist nur ein Teil der Pönologie. Sie befasst sich im Allgemeinen mit allen Formen von Sanktionen und Strafen.

Besonderheiten

  • Hinterfragen von scheinbar offensichtlichen Straftaten
  • Anwenden von psychologischen, pädagogischen, soziologischen sowie juristischen Kenntnissen
  • Zurückgreifen auf viele wissenschaftliche Theorien und Erhebungen möglich

Was spricht für den Beruf

  1. Verknüpfung von sozialen Zusammenhängen und gesellschaftlichen Problemen der Täter
  2. Abwechslungsreiche Tätigkeiten
  3. Unterschiedliche Betrachtungswinkel einer Tat

Was spricht gegen den Beruf

  1. Überwiegend theoretische Arbeit

Beruf nicht der richtige? Hier gibt es ähnliche Berufe:

Letzte 10 Gehälter

Datum Abschluss Karrierestufe Berufserfahrung Std. Gehalt
08.03.2018 Master Mit Berufserfahrung 11 - 15 Jahre 25 2.841 €
08.02.2018 Master Führungskraft 6 - 10 Jahre 45 4.810 €
31.01.2018 Master Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 36.5 2.820 €
01.11.2017 Master Freiberufler (selbstständig) 1 - 2 Jahre 39 4.029 €
22.10.2017 Master Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 29 2.200 €
05.10.2017 Master Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 39 3.398 €
03.10.2017 Master Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 23 1.880 €
29.09.2017 Master Führungskraft 3 - 5 Jahre 30 2.300 €
15.09.2017 Master Berufseinsteiger 1 - 2 Jahre 33 1.212 €
01.09.2017 Master Freiberufler (selbstständig) 3 - 5 Jahre 34 3.176 €
Die hier angegebenen Gehälter setzen sich aus Gehaltsangaben von 45 Nutzern zusammen. Wir können keine Garantie dafür übernehmen, dass die Daten im Einzelfall zutreffen. Sollten die Zahlen von Deinen persönlichen Erfahrungen abweichen, kannst Du Dein Einkommen unter „Gehalt eintragen“ einreichen und Berufsinteressierte bei der Karrierewahl unterstützen.

Mit diesen 322 Studiengängen kannst Du Kriminologe werden

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Mit diesen 322 Studiengängen kannst Du Kriminologe werden

Psychologie
Uni Witten/Herdecke (Witten)
Bachelor of Science
6 Semester
4.1
100%
Psychologie
Uni Marburg (Marburg)
Bachelor of Science
8 Semester
4.0
100%
Psychologie
Uni Ulm (Ulm)
Bachelor of Science
6 Semester
4.1
97%
Rechtswissenschaft
Uni Halle-Wittenberg (Halle)
Staatsexamen
9 Semester
4.1
97%
Psychologie
PFH – Private Hochschule Göttingen (Göttingen)
Bachelor of Science
6 Semester
4.0
100%
Psychologie
Ruhr Uni Bochum (Bochum)
Bachelor of Science
6 Semester
4.1
97%
Psychologie
Uni Konstanz (Konstanz)
Bachelor of Science
8 Semester
4.1
97%
Psychologie
MSH Medical School Hamburg (Hamburg)
Bachelor of Science
6 Semester
4.1
96%
Infoprofil
Psychologie
Uni Bonn (Bonn)
Bachelor of Science
6 Semester
4.0
97%
Psychologie
Uni Jena (Jena)
Bachelor of Arts
6 Semester
4.0
97%