Wie werde ich Psychiater?

Psychische Störungen sind in der Gesellschaft weit verbreitet. Neben der Volkskrankheit Depression leiden Menschen auch unter Psychosen, Angsterkrankungen oder Schizophrenie. Für alle Krankheitsbilder dieser Art steht der Psychiater bereit, um mit einer Kombination aus medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung eine Besserung oder Heilung zu erzielen. Möchtest Du Psychiater werden und Notleidenden helfen, absolvierst Du ein 12-semestriges Medizin Studium an einer Universität oder Hochschule. Anschließend nimmst Du die Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Angriff, die Du nach 5 Jahren beendest. Danach stehen Dir die klassischen Einsatzorte eines Mediziners offen. Dazu gehören Krankenhäuser und spezielle Kliniken wie Psychiatrien sowie Facharztpraxen. Letztere eröffnest Du selbst, um Patienten in Deinen eigenen Räumlichkeiten zu empfangen und zu therapieren.

Was macht ein Psychiater?

Kommst Du mit einer erkrankten Person in einer Klinik oder Praxis zum ersten Mal in Kontakt, ist es für Dich wichtig, im persönlichen Gespräch verschiedene Informationen über diese zu sammeln. Mit gezielten Fragen erfährst Du Details aus der Krankheitsgeschichte des Patienten, die für Deine jetzige Einschätzung relevant sein könnten. So legst Du die Grundlage für eine Diagnose, mit der Du das genaue Leiden bestmöglich zu erfassen versuchst, um anschließend eine bestimmte Form der Behandlung durchzuführen. Je nach Härte des Falls hilft es Dir außerdem, wenn Du enge Bezugspersonen Deines Schützlings mit hinzu ziehst. Auf diese Weise erhältst Du eine umfassendere Vorstellung von dessen Leben und den jeweiligen Leiden.
Dein Beruf als Psychiater ähnelt dem des Psychotherapeuten. Du setzt Dich mit Deinen Patienten in einer eigenen Praxis oder Klinik zu persönlichen Gesprächen zusammen. Hierbei betreust Du diese je nach Erkrankung beispielsweise tiefenpsychologisch oder verhaltenstherapeutisch. Dabei entwickelst Du nach und nach eine vertrauensvolle Beziehung. Die Hilfesuchenden sollen sich bei Dir gut aufgehoben fühlen und sich trauen, frei über ihre Probleme wie Depressionen, Phobien oder Verhaltensstörungen zu sprechen. Darüber hinaus bist Du durch Deinen medizinischen Hintergrund dazu in der Lage, die psychischen Störungen im Zusammenhang mit körperlichen und neurologischen Problemen zu sehen. So behältst Du im Blick, wie sich Körper und Geist beziehungsweise Seele gegenseitig beeinflussen sowie Symptome verstärken. Große psychische Belastungen entstehen mitunter auch durch schwerwiegende Krankheiten wie Krebs. Durch die Möglichkeit, zusätzlich Medikamente wie Antidepressiva zu verschreiben, kannst Du den Betroffenen eine weitere Hilfestellung an die Hand geben und so den Heilungserfolg verstärken. Dementsprechend fährst Du im Gegensatz zum Psychotherapeuten immer zweigleisig und verwendest nicht allein die Gesprächstherapie, um einen Heilungserfolg zu erzielen.
Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ist es für Dich am Anfang einer Therapie wichtig, zu klären, ob körperliche Ursachen für die psychischen Leiden Deiner Patienten vorliegen. Im stationären Bereich führst Du daher häufig eine Magnetresonanztomographie (MRT) durch, bei dem eine Liege den Betroffenen schrittweise in eine Röhre zum Scannen fährt. Hierdurch gewinnst Du Bilder, mit der Du die Weichteile des Kopfes betrachten und dabei Blutungen oder Hirninfarkte entdecken kannst. Auch das Verfahren der Elektroenzephalografie (EEG) nutzt Du, um Dich mit weiteren wichtigen Informationen zu versorgen. Im Zuge dessen misst und zeichnest Du die elektrische Aktivität des Gehirns auf, was zum Beispiel bei Epilepsien wichtig ist. Mit diesen Methoden möchtest Du ausschließen, dass sich zum Beispiel Tumore, Entzündungen oder Gefäßerkrankungen im Körper gebildet haben, die sich dann im zweiten Schritt auch auf die Psyche der Person auswirken. Denn in diesen Fällen ist eine speziellere Behandlung vonnöten, für die Du womöglich nicht mehr oder zumindest nicht allein zuständig bist. Zudem gewinnst Du auf diese Weise wichtige Rückschlüsse für Deine Diagnose.
Die Erledigung des sogenannten Papierkrams bleibt auch bei Deiner Arbeit als Psychiater nicht aus. So erstellst Du Krankenberichte von all Deinen Patienten, in denen Du die diagnostizierten Leiden festhältst und schrittweise die gewählte Behandlung beziehungsweise den Therapieverlauf dokumentierst. Diese Beschreibung dient dabei nicht nur als Informationsquelle und Rückversicherung für Dich selbst, sondern ist auch für alle anderen Ärzte relevant, die bei der Heilung der jeweiligen Person mitwirken. So erhält der zuständige Hausarzt Deine Gutachten, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. In einer eigenen Praxis gilt es außerdem für Dich, Deine erbrachten Leistungen bei der Kassenärztlichen Vereinigung abzurechnen. Dies ist bei gesetzlich Versicherten vonnöten, während Du Privatpatienten persönlich die Rechnung ausstellst. Als Selbstständiger kommen noch weitere Verwaltungsaufgaben auf Dich zu. Dazu gehören beispielsweise Steuererklärungen oder alle organisatorischen Tätigkeiten, die anfallen, wenn Du Mitarbeiter wie Arzthelfer beschäftigst.

Voraussetzungen

  • Allgemeine Hochschulreife
  • Einfühlungsvermögen
  • Gute Beobachtungsgabe
  • Professionelle Distanz zu Patienten
  • Verantwortungsbewusste Arbeitsweise
  • Interesse an rechtlichen Aspekten

Wie sind die Berufsaussichten?

An einer Depression erkranken pro Jahr ungefähr 6 % aller Erwachsenen. Dementsprechend stark ist der Bedarf an psychiatrischer und psychotherapeutischer Hilfe. Abseits von Ballungszentren herrscht sogar ein Mangel an medizinisch geschultem Fachpersonal für diese Form von Erkrankungen. Wie fast alle Ärzte bist Du nach Deiner Facharztweiterbildung flexibel und kannst in Kliniken, Krankenhäusern, Psychiatrien oder einer eigenen Praxis arbeiten.

Welche Eigenschaften helfen mir im Job weiter?

  • Analytische Fähigkeiten
    9/10
  • Belastungsfähigkeit
    7/10
  • Naturwissenschaftliches Verständnis
    9/10
  • Kommunikationsstärke
    8/10
  • Sozialkompetenz
    8/10

Welche Spezialisierungen gibt es?

Wenn Du Dich auf die Forensische Psychiatrie spezialisierst, arbeitest Du mit Menschen zusammen, die unter einer psychischen Störung leiden und in diesem Zustand eine kriminelle Handlung begangen haben. Für die Rechtsprechung ist es in diesem Fall wichtig, zu erfahren, inwieweit der Täter schuldfähig ist. Denn in der Regel sieht dieser das Unrecht seiner Straftat nicht oder nicht in vollem Maße ein. Anhand der Gespräche mit dem Patienten erstellst Du Gutachten, die diese Frage für Richter und Staatsanwälte eindeutig beantworten sollen. Darüber hinaus beurteilst Du Zeugenaussagen auf ihre Glaubwürdigkeit hin oder prüfst, ob Personen über die geistigen Voraussetzungen verfügen, Geschäfte eigenverantwortlich zu tätigen. Auch bei einer im Raum stehenden Berentung eines Betroffenen bist Du gefragt. Dein Arbeitsplatz ist üblicherweise der sogenannte Maßregelvollzug, eine psychiatrisch-forensische Fachklinik, die sich von einem normalen Gefängnis und einer unbefristeten Sicherungsverwahrung unterscheidet. Du sorgst zwar einerseits für eine gefahrlose Unterbringung von Straftätern, um die Gesellschaft vor ihnen zu schützen, aber behandelst diese andererseits fachgerecht mit dem Ziel der gesundheitlichen Besserung und späteren Resozialisierung.

Besonderheiten

  • Numerus clausus (NC) für Medizin von 1,0 bis 1,1 je nach Bundesland
  • Mit der Doktorarbeit kannst Du im Studium beginnen
  • Zulassung nur über ein Medizin Studium und eine zusätzliche Facharztausbildung
  • Deutschlandweit Jobmöglichkeiten
  • Bezahlung richtet sich nach Tarifverträgen für Ärzte

Was spricht für den Beruf

  1. Du hilfst Menschen dabei, ihre psychischen Erkrankungen zu bekämpfen und sich wieder wohler in ihrem Leben zu fühlen
  2. Gute Berufsaussichten
  3. Als forensischer Psychiater leistest Du einen wichtigen Beitrag für die Rechtsprechung bei Straftaten
  4. Unterschiedliche ambulante und stationäre Einsatzorte
  5. Abwechslungsreicher Berufsalltag, da Dir Patienten mit sehr unterschiedlichen körperlichen und seelischen Problemen begegnen

Was spricht gegen den Beruf

  1. Lange Studien- und Ausbildungszeit nötig, bis Du den Beruf ausüben darfst
  2. Du behandelst Menschen mit schwerwiegenden psychischen Krankheiten, was Dich auf Dauer belasten kann
  3. Je nach Stelle lange Arbeitszeiten durch Notdienste oder therapeutische Abendsitzungen für Berufstätige

Mit diesen 46 Studiengängen kannst Du Psychiater werden

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Mit diesen 46 Studiengängen kannst Du Psychiater werden

Medizin Mannheimer Curriculum
Uni Heidelberg (Mannheim)
Staatsexamen
13 Semester
4.2
100%
Medizin
Uni Münster (Münster)
Staatsexamen
13 Semester
4.4
96%
Medizin Heidelberger Curriculum
Uni Heidelberg (Heidelberg)
Staatsexamen
13 Semester
4.2
99%
Medizin
Uni Göttingen (Göttingen)
Staatsexamen
12 Semester
4.1
100%
Medizin
RWTH Aachen (Aachen)
Staatsexamen
12 Semester
4.2
98%
Modellstudiengang Medizin
MHB Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (Brandenburg an der Havel, Neuruppin)
Staatsexamen
13 Semester
4.2
98%
Infoprofil
Medizin
Uni Duisburg-Essen (Essen)
Staatsexamen
13 Semester
4.0
100%
Medizin
Uni Jena (Jena)
Staatsexamen
13 Semester
4.0
100%
Humanmedizin
Uni Lübeck (Lübeck)
Staatsexamen
13 Semester
4.0
99%
Humanmedizin
Uni Greifswald (Greifswald)
Staatsexamen
13 Semester
4.0
98%