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Pathologe werden

Dauer 14 Jahre
Gehaltsaussichten 4.550 €¹ - 7.100 €¹
Karrierechancen Gut

Wie werde ich Pathologe?

Pathologen arbeiten nicht nur im Untergeschoss des Krankenhauses und obduzieren Personen, die eines natürlichen Todes infolge einer Krankheit gestorben sind. Oftmals retten sie auch Leben, indem sie beispielsweise Gewebeproben eines Tumors analysieren und auf diese Weise dazu beitragen, die richtige Behandlung für den Patienten auszuwählen. In dem Zusammenhang ist es lediglich Pathologen erlaubt, die Diagnose Krebs nach einer mikroskopischen Untersuchung der veränderten Zellen rechtsverbindlich zu stellen. Du möchtest Pathologe werden? Dann solltest Du zunächst ein Medizin Studium absolvieren. Nach 12 Semestern beendest Du dieses mit dem 2. Staatsexamen. Hast Du Deine Approbation erhalten, darfst Du die Berufsbezeichnung “Arzt” tragen und beginnst Deine Facharztausbildung in der Pathologie. Nach 6 Jahren bist Du Facharzt für Pathologie.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Pathologen sind häufig in Krankenhäusern oder ihrer eigenen Praxis tätig. Im Folgenden findest Du einen möglichen Tagesablauf in einer Klinik:

08:00 Uhr

Dein erster Weg führt Dich zur Frühbesprechung mit dem pathologischen Team. Ihr geht die Aufgaben des Tages durch.

08:30 Uhr

Heute stehen mehrere Operationen an, bei denen der Arzt jeweils Gewebeproben entnimmt und Dir zur Analyse schickt. Die erste ist schon bei Dir eingetroffen. Diese untersuchst Du noch während des laufenden Eingriffes unter dem Mikroskop. Dabei stellst Du fest, dass der Chirurg einen kompletten Tumor entfernte, da sich an den Rändern nur noch gesundes Gewebe befindet. Den Befund teilst Du dem OP-Arzt umgehend per Telefon mit, damit er mit der Operation entsprechend fortfahren kann.

10:00 Uhr

Dein Kollege beruft eine Besprechung ein. Zusammen seht Ihr Euch über ein Mehrfachmikroskop einen Objektträger mit Gewebe an. Dieses hat er bereits am Tag zuvor im sogenannten Schnellschnittverfahren begutachtet und für gutartig befunden. Um sicherzugehen, erhielt ein Spezialist den Auftrag, durch die übliche feingewebliche Diagnostik ebenfalls ein mikroskopisches Präparat des entsprechenden Gewebes zu erstellen. Bei dessen gemeinsamer Prüfung kommt Ihr zu dem gleichen Ergebnis - das vorliegende Material ist unauffällig.

12:15 Uhr

In Deiner anschließenden Mittagspause isst Du eine Kleinigkeit und tauschst Dich mit Deinen Kollegen über ihren Tag aus.

13:00 Uhr

Zurück in der Pathologie nimmst Du Deine Arbeit von heute Morgen wieder auf. Es erwarten Dich noch einige Proben, die Du schnellstmöglich untersuchen musst.

17:00 Uhr

Gestern Vormittag entfernte das Ärzteteam einer Patientin einen Knoten in der Brust. Nun liegt Dir das mikroskopische Präparat vor, welches Du umgehend analysierst. Du findest heraus, dass es sich um einen bösartigen Tumor handelt, den der Arzt vollständig entnehmen konnte. Du sprichst den Befund in Dein Diktiergerät ein. Dieses übergibst Du im Anschluss daran den Fachangestellten, die den Bericht digitalisieren und der Patientenakte hinzufügen.

17:45 Uhr

Nach einem anstrengenden Arbeitstag trittst Du den Heimweg an.

Voraussetzungen

  • Gutes Gedächtnis und ein Auge für Struktur und Form des Gewebes
  • Interesse, sich ständig weiterzubilden
  • Genaue Arbeitsweise
  • Vertrauen in Deine Fähigkeiten und Dein Wissen
  • Einstiegsgehalt 4.550 €¹
  • Berufserfahrung 7.100 €¹
Zum Gehaltsüberblick

Was macht ein Pathologe?

Ein Großteil Deiner Arbeit besteht darin, Gewebeproben im Labor zu untersuchen. Wenn etwa der Hautarzt einem Patienten ein Muttermal entfernt, sendet er es zu Dir, damit Du dieses auf Krebszellen prüfst. Falls Du Anzeichen einer Krebserkrankung erkennst, kannst Du gleichzeitig feststellen, in welchem Stadium sich der Erkrankte befindet. Du begutachtest beispielsweise auch Teile aus der Darmschleimhaut, die ein Internist bei einer Darmspiegelung entnommen hat. Die Analyse des Materials erfolgt stets mithilfe eines Mikroskops. Dazu benötigst Du sogenannte “Schnitte”. Diese stellst allerdings nicht Du selbst, sondern eine Fachkraft her.
Du obduzierst Verstorbene, bei denen eine natürliche Todesursache infolge einer Erkankung vorliegt. In der Klinik geschieht das meistens auf Wunsch des behandelnden Arztes. In dem Fall gilt es für Dich, die Sterbeursache, eine eventuelle Grunderkrankung, den Therapieerfolg oder das Therapieversagen zu klären und zu prüfen, ob der Arzt etwas übersehen hat. Dazu entnimmst Du Proben von den Organen und begutachtest sie unter dem Mikroskop. Diese klinische Autopsie gehört auch zur Ausbildung von Medizinstudenten und angehenden Fachärzten. Dabei ist es Dir möglich, gewonnene Obduktionsbefunde mit den Ergebnissen von bildgebenden Verfahren wie dem Röntgen zu vergleichen. So kannst Du den Seminarteilnehmern krankhafte Veränderungen von Organen vor Augen führen.
Oft kommt es vor, dass Du das entnommene Gewebe schon während einer Tumoroperation zur Überprüfung erhältst. Da der Eingriff weiterläuft und Du nicht viel Zeit hast, greifst Du auf die Schnellschnittuntersuchung zurück. Im Gegensatz zur üblichen ein- bis 2-tägigen histologischen Untersuchung, in welcher medizinisch-technische Assistenten das Gewebe zunächst in Paraffin einbetten, arbeitest Du hier mit dem unbehandelten Material. Du schneidest die Probe zunächst zu und übergibst sie an die zuständige Fachkraft oder Du führst den gesamten Prozess eigenständig durch. In diesem Fall arbeitest Du die Probe innerhalb von wenigen Minuten auf, indem Du diese schockgefrierst, sie mithilfe eines speziellen Gerätes in feine Schnitte zerteilst, auf einen Objektträger aufziehst und mit der Standardfarbe einfärbst. Nach der mikroskopischen Analyse kannst Du Aussagen darüber treffen, ob der Arzt die Wucherung vollständig entfernen konnte und die Probe einen gesunden Rand aufweist oder noch verändertes Gewebe zu finden ist. So bestimmst Du den weiteren Verlauf der Operation. Ein Nachteil der Methode ist die hohe Fehlerquote, weshalb Du für dieses Verfahren viel Erfahrung benötigst. Nach dem Eingriff erfolgt zur Sicherstellung zusätzlich eine umfassende Aufarbeitung und Untersuchung des Materials.
Für die optimale Behandlung eines Patienten gibt es Tumorkonferenzen. Bei diesen triffst Du Dich mit Deinen Kollegen aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen und berätst Dich mit ihnen. Ihr tauscht Euch zunächst über den Gesundheitszustand des Erkrankten aus, um dann über den Behandlungsplan zu diskutieren. Oft nehmen neben Pathologen Fachärzte für Strahlentherapie (Radioonkologen) und Chirurgen teil. Außerdem sind Mediziner des entsprechenden Fachgebiets anwesend. Bei Brustkrebs ist dies beispielsweise der Gynäkologe. Ein Tumorboard hilft nicht nur dem Erkrankten, sondern stellt auch eine Weiterbildungsfunktion für die beteiligten Ärzte dar. Schließlich erhältst Du fachübergreifende Meinungen zu dem jeweiligen Krankheitsfall. Folglich informierst Du den Patienten über alle Inhalte, die Teilnehmer und den daraus resultierenden Therapieansatz.

Wie sind die Berufsaussichten?

In der medizinischen Branche stehen die Berufsaussichten im Allgemeinen sehr gut. Vor allem in der Pathologie suchen Praxisinhaber häufig Nachwuchs. Auch die Krankenhäuser benötigen ständig ausgebildete Fachkräfte.

Welche Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Analytische Fähigkeiten
    10/10
  • Belastungsfähigkeit
    6/10
  • Naturwissenschaftliches Verständnis
    8/10
  • Abstraktes Denken
    7/10
  • Flexibilität
    4/10
  • Kommunikationsstärke
    5/10

Welche Spezialisierungen gibt es?

In der Molekularpathologie kannst Du Gewebe genotypisch charakterisieren. Durch die Bestimmung der genetischen Ausstattung des Organismus und der Analyse des Genmaterials erweitern sich Deine Befundmöglichkeiten. Die Methoden bauen auf den mikroskopischen Basisverfahren wie der histologischen Untersuchung auf. Du als Pathologe entscheidest nach der Beurteilung der Gewebeprobe, ob und wenn ja, welche Arten von molekularen Zusatzanalysen stattfinden sollten. Mithilfe dieser ist es möglich, genetische Veränderungen in Tumoren nachzuweisen. Sie helfen Dir und Deinen Kollegen bei der Planung personalisierter Therapien und sorgen so für eine optimale Behandlung.
Der offensichtlichste Unterschied zu der Erwachsenenpathologie liegt im Alter des zu Behandelnden. Die Methoden, die Du zur Analyse des Gewebes verwendest, sind die gleichen. Darüber hinaus gibt es in der Kinderpathologie Spezialuntersuchungen. Zum Beispiel nutzt Du ein Elektronenmikroskop, mit dem Du unter anderem Veränderungen der Atemwegszellen feststellst. Auf diesen können sich kleine Fortsätze sogenannte Zilien befinden, welche zu einer wiederkehrenden Lungenentzündung führen. Bei der Diagnostik beachtest Du, dass es sich um sich noch entwickelndes Gewebe handelt.
Die Hämatopathologie befasst sich mit Erkrankungen des blutbildenden Knochenmarks und Organen des lymphatischen Systems, wie etwa der Milz. Deine Arbeit ist gefragt, wenn der behandelnde Arzt eine Krankheit des Blutes nicht durch eine Blutuntersuchung feststellen kann und deswegen eine Knochenmarkpunktion durchgeführt oder einen Lymphknoten herausgenommen hat. Deine Diagnose hilft dem Arzt, den richtigen Therapieansatz zu wählen.

Besonderheiten

  • Tendenziell viel Arbeit, die Du alleine durchführst
  • Viele unterschiedliche Perspektiven, aus denen Du den Körper betrachtest
  • Untersuchen des gesamten Körpers und nicht nur einzelner Bereiche
  • Unterstützung der Qualitätssicherung der Behandlungen

Videos zum Beruf

Wusstest Du schon, dass ...

  • …in der Pathologie momentan von den 1676 Berufstätigen rund 1.000 über 50 Jahre alt sind?
  • ...die klinische Sektionsrate laut dem Marburger Bund bundesweit bei etwa 1 % bis 3 % liegt?

Diese Promis haben auch Medizin studiert

Was spricht für den Beruf

  1. Exakte Diagnosen ermöglichen lebensrettende Therapien
  2. Vergleichsweise geregelte Arbeitszeiten
  3. Arbeit an der Schnittstelle aller ärztlichen Fachgebiete

Was spricht gegen den Beruf

  1. Geringer Patientenkontakt

Beruf nicht der richtige? Hier gibt es ähnliche Berufe:

¹ Alle Gehälter ohne Gewähr

Einstiegsgehalt als Pathologe

Nach Deinem Studium startest Du als Assistenzarzt in Deine Facharztausbildung. Dein Einkommen in einer Klinik hängt vom Krankenhausträger ab. Diese können öffentlich, freigemeinnützig oder privat sein. Bei privaten Klinikkonzernen beispielsweise liegt Dein Einstiegseinkommen bei rund 4.550 €¹ brutto im Monat.

Zusätzlich haben Standort und Größe des Krankenhauses sowie Deine bereits erworbene Berufserfahrung eine Auswirkung auf das, was am Ende von einem Monat auf Deiner Gehaltsabrechnung steht. Später ist auch Deine Position entscheidend, da Du als Ober- oder Chefarzt deutlich mehr Verantwortung trägst und Du in diesen Positionen eine bessere Bezahlung erhältst.

  • Pathologe 4.550 €¹
  • Hausarzt 4.400 €¹

Gehalt nach Berufserfahrung

Nach 3 bis 5 Jahren in der Facharztausbildung erhältst Du im Monat eine durchschnittliche Bezahlung von 6.350 €¹ brutto. Anschließend verfügst Du mittlerweile über 6 bis 10 Jahre Berufserfahrung und verdienst monatlich im Durchschnitt 7.100 €¹ brutto. Nach 10 Jahren erhöht sich Dein Einkommen dann nochmal auf 7.550 €¹ monatlich. In der Position des Oberarztes erreichst Du Spitzengehälter von 11.000 €¹ brutto pro Monat. Außerdem kannst Du zum Chefarzt aufsteigen und so ein noch höheres Einkommen erzielen.

Gehalt nach Berufserfahrung

Nach 3 bis 5 Jahren in der Facharztausbildung erhältst Du im Monat eine durchschnittliche Bezahlung von 6.350 €¹ brutto. Anschließend verfügst Du mittlerweile über 6 bis 10 Jahre Berufserfahrung und verdienst monatlich im Durchschnitt 7.100 €¹ brutto. Nach 10 Jahren erhöht sich Dein Einkommen dann nochmal auf 7.550 €¹ monatlich. In der Position des Oberarztes erreichst Du Spitzengehälter von 11.000 €¹ brutto pro Monat. Außerdem kannst Du zum Chefarzt aufsteigen und so ein noch höheres Einkommen erzielen.

Gehalt nach Bundesland

Das durchschnittliche Gehalt von Pathologen reicht in den Bundesländern von monatlich 4.200 €¹ brutto in Thüringen über 4.450 €¹ in Sachsen bis hin zu 5.900 €¹ in Rheinland-Pfalz und Brandenburg.

Generell unterscheiden sich die Gehälter deutschlandweit im Vergleich zu anderen Berufen eher wenig.

¹ Alle Gehälter ohne Gewähr

Mit diesen 51 Studiengängen kannst Du Pathologe werden

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Mit diesen 51 Studiengängen kannst Du Pathologe werden

Medizin
Uni Münster (Münster)
Staatsexamen
13 Semester
4.4
98%
Medizin
RWTH Aachen (Aachen)
Staatsexamen
12 Semester
4.2
98%
Medizin
Uni Göttingen (Göttingen)
Staatsexamen
12 Semester
4.1
100%
Modellstudiengang Medizin
MHB Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (Brandenburg an der Havel, Neuruppin)
Staatsexamen
13 Semester
4.2
98%
Infoprofil
Modellstudiengang Medizin
MHB Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (Brandenburg an der Havel, Neuruppin)
Staatsexamen
13 Semester
4.2
98%
Infoprofil
Medizin
Uni Jena (Jena)
Staatsexamen
13 Semester
4.0
100%
Medizin Heidelberger Curriculum
Uni Heidelberg (Heidelberg)
Staatsexamen
12 Semester
4.1
98%
Medizin
Uni Tübingen (Tübingen)
Staatsexamen
13 Semester
4.0
99%
Humanmedizin
Uni Lübeck (Lübeck)
Staatsexamen
13 Semester
4.0
99%
Medizin
Uni Hamburg (Hamburg)
Staatsexamen
13 Semester
4.1
96%