Kameramann werden

Dauer 3 - 5 Jahre
Karrierechancen Mittel

Wie werde ich Kameramann?

Kameraleute drehen in Absprache mit dem zuständigen Regisseur Filme, Serien, Dokumentationen, Fernsehspots und viele weitere Beiträge. Dabei legen sie ihr Hauptaugenmerk darauf, die passende Einstellung sowie Beleuchtung zu finden, um das Geschehen vor der Linse für den Zuschauer bestmöglich einzufangen und ästhetisch ansprechende Bilder zu erzeugen. Wenn Du Kameramann werden möchtest, absolvierst Du entweder eine meist 3-jährige Ausbildung oder ein Kamera Studium in 8 bis 9 Semestern. Je nach Anbieter und möglicher Spezialisierung erlernst Du auch in Film beziehungsweise Film Design sowie Film und Fernsehen Studiengängen das nötige Handwerk zur Kameraführung. Wichtig für die Zulassung zum Studium und Deinen späteren Berufseinstieg ist außerdem, dass Du möglichst viel praktische Erfahrung sammelst und mit kreativen Ideen für Inszenierungen sowie eigene Projekte überzeugst.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Kameramänner arbeiten als Freiberufler, bei Fernsehanstalten oder privaten Produktionsfirmen, wo sie unter anderem Live-Sendungen, Spielfilme und Sportevents aufzeichnen. Wir zeigen Dir exemplarisch den Tagesablauf eines Kameramanns an einem Filmset:

05:00 Uhr

Heute startest Du sehr früh in den Tag, da Du von Deiner Wohnung aus bis zum Filmstudio noch eine gute Autostunde zurücklegen musst. Glücklicherweise kommst Du gut durch den Verkehr und erreichst pünktlich Deinen Zielort.

06:15 Uhr

Während die Schauspieler in der Maske sitzen oder ihre Kostüme anprobieren, machst Du einen Rundgang durch die Kulissen und begutachtest die letzten Arbeiten am Setdesign. Hierdurch sammelst Du bereits ein paar Anregungen, welche weiteren Kameraeinstellungen sich je nach aufgebauter Kulisse besonders gut anbieten.

06:45 Uhr

Nun ist es Zeit für die Stellprobe. In dieser legt das Team gemeinsam mit Dir und dem Regisseur den Ablauf der Szenen fest, also, wo sich die Schauspieler positionieren, welchen Weg sie gehen und wie die Beleuchtung, der Ton sowie die Kamera sich dazu in den Räumlichkeiten verteilen.

08:25 Uhr

Für einen längeren Dialog in einer Küche setzen sich zwei Darstellerinnen an einen Tisch. Hier verwendest Du die typische Schuss-Gegenschuss-Technik, bei der Du zunächst das Gesicht der einen gerade sprechenden Dame aufnimmst und anschließend die Reaktion sowie die Erwiderung der anderen in Nahaufnahme zeigst. Während der Unterhaltung wechselst Du dementsprechend häufig zwischen den beiden hin und her.

09:55 Uhr

In der nächsten Szene schreibt die Hauptfigur einen besonders berührenden Abschiedsbrief an seine Freundin. Zunächst filmst Du ihn halbnah, sodass er vom Kopf bis zur Hüfte am Schreibtisch sitzend zu sehen ist. Dann zeigst Du das Gesicht des Schauspielers in Großaufnahme, um dessen Emotionen bestmöglich einzufangen. Zusätzlich kommt Dir die Idee, einen sogenannten Insert-Shot zu verwenden. Dabei rückst Du den Brief so stark in den Fokus, dass der Zuschauer später während des Schreibprozesses mitlesen kann.

11:30 Uhr

Auf dem Drehplan steht nun eine kurze Verfolgungsjagd zu Fuß, die schließlich in einem Faustkampf zwischen der Hauptfigur und ihrem Gegenspieler endet. Der Regisseur möchte das Geschehen möglichst intensiv für den Zuschauer einfangen. Daher wechselst Du auf eine kleinere und leichtere Handkamera. Mit dieser läufst Du den beiden hinterher, wobei Du genau darauf achtest, die Bilder durch Deine Bewegung nicht zu sehr zu verwackeln.

13:15 Uhr

Jetzt darfst auch Du mal einen Schritt zurücktreten. Denn für die folgende Partyszene übernimmt ein Fachmann die Kameraarbeit mit einer Steadycam. Diese erzeugt durch die besondere Stabilisierung der Kamera über Gurte und technische Hilfsmittel klare Bilder mit sehr geringer Verwacklung. In einer genau festgelegten Route durchstreift der Kameramann die Location und fängt dabei die verschiedenen Partygäste in einem Take ein.

15:05 Uhr

Der gemietete Catering-Service hat in der Zwischenzeit ein reichhaltiges Buffet aufgebaut. Gemeinsam stärkt Ihr Euch und lasst den bisherigen Arbeitstag Revue passieren. Nebenbei sorgst Du dafür, die bisher verwendeten Kameraakkus wieder aufzuladen.

15:45 Uhr

Für eine Szene im Keller besprichst Du Dich eingehend mit dem Oberbeleuchter. Um eine unheimliche Atmosphäre zu schaffen, möchtest Du, dass der Raum möglichst dunkel erscheint. Die beteiligten Schauspieler müssen zugleich aber ausreichend erkennbar sein. Nach einigen Probeversuchen und wechselnden Lichtarrangements seid ihr schließlich mit der Ausleuchtung zufrieden.

17:30 Uhr

Der Arbeitstag neigt sich dem Ende zu. Der Regisseur ist sichtlich zufrieden mit dem Filmmaterial und der Leistung des Teams. Alle Szenen waren heute nach nur wenigen Versuchen im Kasten. Du kümmerst Dich um den Abbau der Kameras sowie Stative und verstaust alles im Trailer der Technik. Anschließend trittst Du den Heimweg an.

Voraussetzungen

  • Individuell je nach Bildungsanbieter, Aufnahmeprüfung
  • Gespür für Ästhetik & Bildgestaltung
  • Neugier & Experimentierfreude
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Englischkenntnisse

Was macht ein Kameramann?

Bei einem Dreh bist Du der Hauptverantwortliche für die Aufnahme der Bilder. In Absprache mit dem Regisseur wählst Du die Kameraeinstellungen und koordinierst den Ablauf der Szenen. Je nachdem was Du filmen möchtest, wählst Du unterschiedliche Kameras und Objektive. Mit einer kompakten Handkamera kannst Du Dich beispielsweise deutlich schneller bewegen, um Actionsequenzen einzufangen. Für große Landschaftsaufnahmen greifst Du auf ein Weitwinkelobjektiv zurück. Der Drehplan für die einzelnen Sequenzen ist nicht chronologisch zur Geschichte, sondern so arrangiert, dass Du alles schnellstmöglich ohne größere Pausen durch Umbau und Umziehen abdrehen kannst. Denn jeder zusätzliche Drehtag bedeutet weitere Kosten für das Projekt. Wie lange Du am Tag drehst, ist auch maßgeblich davon abhängig, wie viele Versuche Ihr für die einzelnen Szenen benötigt, bis der Regisseur mit dem Bildmaterial zufrieden ist. Während der Dreheinsätze arbeitest Du mit mehreren Kameramännern gleichzeitig, um das Geschehen aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven zu erfassen. Im Falle von Studiodrehs bist Du über Funk mit dem Regisseur im Aufnahmeraum verbunden, der Dir Anweisungen gibt, welche Einstellungen er gerne hätte und in welcher Reihenfolge die Bilder der einzelnen Kameras ablaufen sollen. Bei Live-Sendungen probst Du vorher mit dem Produktionsteam die Abläufe der Show, denn eine Wiederholung von Szenen ist natürlich nicht möglich.
Am Set von Film- und Fernsehdrehs arbeitest Du nicht nur mit dem Regisseur, sondern auch mit den Beleuchtern zusammen, die Dir unterstellt sind. Denn die Ausleuchtung des Geschehens übt einen großen Einfluss darauf aus, wie die mit Deiner Kamera eingefangenen Bilder wirken. Besonders bei Außendrehs am Abend oder in der Nacht achtest Du darauf, dass die agierenden Schauspieler gut sichtbar sind, ohne unnatürlich hell zu erscheinen. Als Kameramann für Reportagen und Dokumentationen übernimmst Du die Lichtgestaltung meistens selbst. Gemeinsam mit dem leitenden Redakteur versuchst Du beispielsweise, Interviewsequenzen so auszuleuchten, dass eine angenehme und freundliche Stimmung entsteht. Im Studio wiederum probst Du vor Live-Sendungen auch häufig mit einem Lichtdouble, das den Part des Moderators übernimmt. Hierbei ist es entscheidend, dass Ihr den gesamten Ablauf der Show überblickt und für jede Position der teilnehmenden Personen eine passende Lichtintensität überlegt.
Meist hat ein Film- oder Serien-Regisseur eine bestimmte Vorstellung davon, wie er die Handlung und Figuren des Drehbuchs visuell darstellen möchte. Im Vorfeld besprichst Du mit ihm, wie sein Film insgesamt aussehen soll und welche technischen Möglichkeiten bestehen, bestimmte Szenen zu gestalten. Auf diese Weise erstellt ihr nach und nach konkrete Vorgaben, die der Illustrator in einem Storyboard mit Bildern umsetzt. Letzteres bildet zudem eine gute Grundlage, um eine sogenannte Shot List zu erstellen. Diese nutzt Ihr am Set als eine Art Arbeitsplan, da sie alle benötigten Filmszenen auflistet und über die Besetzung, die Kameraführung und vieles mehr informiert.

Wie sind die Berufsaussichten?

Deine Chancen auf eine feste Anstellung als Kameramann bei Fernsehanstalten oder privaten Produktionsfirmen sind eher gering. Daher startest Du bisweilen erst einmal als Praktikant oder Kameraassistent, um Dich schrittweise hochzuarbeiten. Häufig bist Du deshalb freiberuflich tätig und bemühst Dich, möglichst viele Projekte einzuholen, um Deinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Dennoch kann es sein, dass Du nach einem Dreh längere Zeit auf einen neuen Auftrag wartest. Viel Praxiserfahrung und ein gutes Netzwerk an Kontakten in der Branche helfen Dir besonders weiter.

Welche Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Fitness
    7/10
  • Flexibilität
    6/10
  • Technikverständnis
    8/10
  • Kommunikationsstärke
    7/10
  • Künstlerische Begabung
    6/10
  • Kreativität
    8/10

Bilder zum Beruf

Welche Spezialisierungen gibt es?

Als Kameramann eines Teams für die elektronische Berichterstattung (EB) drehst Du redaktionelle Dokumentationen, Nachrichtenbeiträge oder Interviews im Außeneinsatz. Bei dieser Tätigkeit erhältst Du potenziell den meisten kreativen Gestaltungsfreiraum. Zwar bist Du dem Redakteur oder Videojournalisten unterstellt, dem für seine Beiträge bestimmte Bilder vorschweben. Zugleich hast Du aber als Experte für Bildkompositionen freie Hand bei der Umsetzung dieser und weiterer Szenen, die Dir spontan und durch Deine Erfahrung bei der Begehung des Drehorts einfallen. Als Kameramann im EB-Team benötigst Du außerdem eine rasche Auffassungs- und Reaktionsgabe, da sich unvorhergesehene Ereignisse bei den Drehs einstellen können. Beispielsweise konkurrierst Du bei kurzfristig angesetzten Pressekonferenzen oder Interviews mit anderen Kameramännern um die beste Einstellung. Darüber hinaus koordinierst Du Deine Arbeit mit einem Techniker, der für die Tonaufnahme sorgt und Dir bei der Bedienung der Kamera assistiert. Da Ihr Eure Berichte je nach Brisanz des Themas schnellstmöglich ins Funkhaus übermitteln möchtet, nutzt Ihr dazu die Satellitenverbindung Eures Übertragungswagens.
Die Steadycam ist ein komplexes Halterungssystem, das es Dir ermöglicht, mit einer Film- oder Fernsehkamera stabile und weiche Bilder ohne Wackler aufzunehmen. Dabei bist Du als Kameramann frei beweglich, sodass Du den Darstellern innerhalb der Kulissen gut folgen kannst. Für den Fall, dass der Drehort zu uneben für einen Kamerawagen auf Schienen ist, besteht so auch die Möglichkeit, kleinere Kamerafahrten durch das Szenenbild mit der Steadycam durchzuführen. Der sogenannte Steadycam Operator entwickelt sich mehr und mehr zu einer eigenen Sparte innerhalb des Berufs des Kameramanns. Über Workshops und intensives Training erlernst Du schrittweise den Umgang mit dieser technischen Vorrichtung und verinnerlichst zudem, welche neuen kreativen Gestaltungsmöglichkeiten sich dadurch für das Filmen ergeben. Als Steadycam-Experte musst Du Dich häufig kurzfristig in schon bestehende Teams am jeweiligen Set integrieren. Es gilt daher für Dich, die Arbeitsabläufe schnell zu erlernen und einen offenen, flexiblen Umgang mit dem Regisseur sowie Kameramann zu pflegen. Außerdem benötigst Du solide Kenntnisse über die Lichtführung. Denn Du wanderst mit Deiner Kamera meist so weit umher, dass die Lichtgestalter mit den üblichen Methoden der Beleuchtung an ihre Grenzen gelangen.

Besonderheiten

  • Lange Arbeitstage im Wechsel mit beschäftigungsfreien Zeiten
  • Keine einheitlich geregelte Ausbildung zum Kameramann
  • Befristete Verträge für den Zeitraum eines Projekts
  • Bezahlung für Festangestellte nach Tarifvertrag für privaten Hörfunk und Fernsehen
  • Überwiegend freiberufliche Tätigkeit

Videos zum Beruf

Wusstest Du schon, dass ...

  • ...man große Studiokameras auch Pumpe nennt, weil sie auf höhenverstellbare Stative montiert sind?
  • ...Kameraleute körperlich fit sein müssen, weil Filmkameras je nach Größe über 10 Kilogramm wiegen?
  • ...Kameramänner bei Film- und Fernsehdrehs häufig noch Unterstützung von zwei Assistenten erhalten, die die Schärfe des Bildes am Objektiv einstellen oder die Filmklappe benutzen?

Diese Einstellungen verwenden Kameraleute häufig

Was spricht für den Beruf

  1. Abwechslungsreicher Beruf durch unterschiedliche Themen und Drehorte
  2. Die Chance, mit berühmten Persönlichkeiten zusammenzuarbeiten
  3. Internationale Branche
  4. Vielfältige Themen und Sparten zur Auswahl
  5. Beruflicher Aufstieg zum Regisseur möglich

Was spricht gegen den Beruf

  1. Lange Drehtage von mehr als 10 Stunden möglich
  2. Einsätze in der Nacht, am Wochenende und Feiertagen
  3. Arbeit unter Zeitdruck
  4. Das Risiko, Wochen und Monate ohne Auftrag zu sein

Beruf nicht der richtige? Hier gibt es ähnliche Berufe:

Aktuelle Gehälter

Datum Abschluss Karrierestufe Berufserfahrung Std. Gehalt
06.04.2018 Bachelor Mit Berufserfahrung über 25 Jahre 18.5 1.151 €
11.03.2018 Bachelor Führungskraft über 25 Jahre 18 1.550 €
06.03.2018 Bachelor Führungskraft 3 - 5 Jahre 38.5 2.200 €
21.02.2018 Bachelor Führungskraft 16 - 20 Jahre 45 2.600 €
11.02.2018 Bachelor Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 26 1.100 €
10.01.2018 Bachelor Freiberufler (selbstständig) 1 - 2 Jahre 29 2.100 €
29.12.2017 Bachelor Führungskraft 11 - 15 Jahre 38 2.714 €
29.11.2017 Bachelor Freiberufler (selbstständig) 3 - 5 Jahre 30 1.538 €
16.11.2017 Bachelor Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 30 1.600 €
21.05.2017 Bachelor Mit Berufserfahrung 16 - 20 Jahre 26 1.800 €
Die hier angegebenen Gehälter setzen sich aus Gehaltsangaben von 45 Nutzern zusammen. Wir können keine Garantie dafür übernehmen, dass die Daten im Einzelfall zutreffen. Sollten die Zahlen von Deinen persönlichen Erfahrungen abweichen, kannst Du Dein Einkommen unter „Gehalt eintragen“ einreichen und Berufsinteressierte bei der Karrierewahl unterstützen.

Mit diesen 23 Studiengängen kannst Du Kameramann werden

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Mit diesen 23 Studiengängen kannst Du Kameramann werden

Digital Film Design – Animation/VFX
MEDIADESIGN Hochschule MD.H (3 Standorte)
Bachelor of Arts
7 Semester
4.1
94%
Infoprofil
Digital Film Production
Middlesex University London, SAE Institute (9 Standorte)
Bachelor
4 - 7 Semester
3.8
77%
Film
Hamburg Media School (Hamburg)
Master of Arts
4 Semester
4.3
100%
Motion Pictures
Hochschule Darmstadt (Dieburg)
Bachelor of Arts
7 Semester
3.4
100%
Fernsehen und Film
DEKRA | Hochschule für Medien (Berlin)
Bachelor of Arts
6 Semester
3.5
77%
Infoprofil
Film & Sound
FH Dortmund (Dortmund)
Bachelor of Arts
7 Semester
4.2
100%
Film- und Fernsehproduktion
Filmuni Babelsberg (Potsdam)
Bachelor of Arts
6 Semester
3.8
100%
Mediengestaltung Produktion Film Animation Grafik Interaktion
Hochschule Offenburg (Offenburg)
Bachelor of Arts
7 Semester
3.7
86%
Konzeption und Regie
DMA medienakademie, Hochschule Mittweida (3 Standorte)
Bachelor of Arts
6 Semester
3.4
80%
Infoprofil
Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation
Uni Frankfurt (Frankfurt am Main)
Master of Arts
4 Semester
3.8
100%