Archäologe werden

Dauer 3 - 5 Jahre
Gehaltsaussichten 3.140 €¹ - 3.450 €¹
Karrierechancen Schwierig

Wie werde ich Archäologe?

Als Archäologe bist Du auf der Suche nach verschütteten, unentdeckten Bauten oder Gegenständen, die ältere Kulturen der heutigen Menschheit hinterlassen haben. Was Du in Ausgrabungen findest, dokumentierst und konservierst Du, um es für die Nachwelt zu erhalten. Zudem versuchst Du so, die Lebensweise aus früheren Zeiten zu rekonstruieren. Um Archäologe zu werden, absolvierst Du ein 6‑semestriges Archäologie Studium. Je nach Hochschule stehen Dir Bachelor und Master Studiengänge zur Auswahl, die bereits eine thematische Spezialisierung wie Klassische Archäologie oder Industriearchäologie anbieten. Üblicherweise strebst Du danach eine Promotion an, die Deine Jobchancen erheblich verbessert und Dir eine Anstellung im Hochschulbetrieb ermöglicht.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Den typischen Tag im Leben eines Archäologen gibt es im Grunde nicht, da Du entweder recherchierst und am Institut forschst oder an Ausgrabungen teilnimmst. Im Folgenden stellen wir Dir exemplarisch vor, was Dich tagsüber an einer Grabungsstätte erwartet:

06:00 Uhr

Noch früh am Morgen beginnst Du mit Deiner Arbeit. In dem abgesteckten Areal bist Du einer von mehreren sogenannten Schnittleitern. Das heißt, Du fungierst als Hauptverantwortlicher für eine sechs mal sechs Meter große Fläche. Gemeinsam mit einigen Grabungshelfern trägst Du Erdschicht um Erdschicht ab.

08:10 Uhr

Als einer Deiner Assistenten auf verschiedene Tonscherben im Boden stößt, stoppst Du umgehend den Arbeitsprozess. In einem Notizbuch beschreibst Du ausführlich die Funde. Außerdem fotografierst Du die entsprechenden Lageplätze aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Tonstücke legst Du zusammen in eine Tüte, die Du mit den wichtigsten Informationen beschriftest. Nachdem Du alles dokumentiert hast, schickst Du alle Arbeiter wieder auf ihre Positionen.

10:45 Uhr

Nach einigen schweißtreibenden Stunden entdeckst Du eine Formation von Ziegelsteinen, die auf eine Mauer hindeutet. Mit vereinten Kräften legt ihr diese tatsächlich ein Stück weit frei. Da sie ungewöhnlich dick ist, könnte sie von einem wichtigen Gebäude stammen.

14:00 Uhr

Für heute lässt Du planmäßig die Werkzeuge ruhen und machst Dich auf den Weg zum Grabungshaus, wo verschiedene Arbeitsräume für Dich und Dein Team bereitstehen. Da Du Dich zuvor an einem scharfen Stein geschnitten hast, versorgst Du zunächst die Wunde. Anschließend wäschst Du zusammen mit Deinen Kollegen alle neuen Funde. Hartnäckig klebende Erdreste bearbeitest Du mit größeren und kleineren Bürsten.

15:10 Uhr

Du nimmst am Schreibtisch Platz und fährst Deinen Laptop hoch. Den Rest des Nachmittags verbringst Du damit, alle entdeckten Gegenstände sorgfältig in die Datenbank einzutragen. Du fertigst eine genaue Beschreibung des Fundortes an und nummerierst die jeweiligen Einzelteile.

18:00 Uhr

Ein langer und anstrengender Tag geht zu Ende. Zum Glück ist Dein Schlafraum nebenan. Auch wenn Dein Körper dringend Ruhe benötigt, gehst Du mit einem guten Gefühl in den Feierabend. Denn die ausgegrabene Maueranlage ist eine vielversprechende Entdeckung, die auf mehr hoffen lässt.

Voraussetzungen

  • Allgemeine Hochschulreife
  • Ausgeprägtes Gedächtnis für Bilder und Formen
  • Entdecker- und Forschergeist
  • Gutes Zeitmanagement
  • Interesse für Geschichte und vergangene Kulturen
  • Einstiegsgehalt 3.140 €¹
  • Berufserfahrung 3.450 €¹
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Was macht ein Archäologe?

In Deiner täglichen Arbeit bist Du vor allem als Wissenschaftler tätig. Du liest zum einen viel Fachliteratur, um Dich auf dem neuesten Stand der Forschung zu halten. Zum anderen durchforstest Du Archive sowie Datenbanken nach Hinweisen auf archäologisch bedeutsame Fundplätze. Verdichten sich die Anzeichen für ein lohnenswertes Forschungsprojekt, organisierst Du die Vorbereitung auf die Ausgrabung. Unter anderem hilfst Du dabei, das Team aus Archäologen, Grabungstechnikern sowie freiwilligen Helfern zusammenzustellen. Bei Auslandseinsätzen kümmerst Du Dich darum, dass sich alle impfen lassen und ein gültiges Visum erhalten. Zudem legst Du die Ausrüstung und das Werkzeug fest, das Du je nach Landschaft und Bodenbeschaffenheit benötigst.
Deine wesentliche Aufgabe als Archäologe ist es, historisch bedeutsame Gegenstände aufzuspüren und freizulegen. Dabei greifst Du heutzutage nicht mehr nur auf Schaufel und Spitzhacke zurück, sondern nutzt auch technische Hilfsmittel. Anhand von Luftbildern per Satellit oder Flugzeug verschaffst Du Dir beispielsweise einen Überblick über das Gelände und erkennst bereits größere Strukturen im Boden. Nachdem Du Dein Untersuchungsgebiet abgesteckt hast, scannst Du das Erdreich mithilfe geomagnetischer Messungen. Diese machen Dir verschüttete Anlagen und andere Bauten sozusagen sichtbar. Bei besonders kleinteiligen und zerbrechlichen Fundstücken wie Knochen verwendest Du zum Ausheben Kellen und Pinsel, mit denen Du verbleibende Erdreste vorsichtig entfernst. Neben den lange im Voraus geplanten Feldforschungen führst Du auch sogenannte Notgrabungen durch. Sie sind nötig, wenn bei Bauarbeiten plötzlich Funde von archäologischer Bedeutung auftauchen. In diesem Fall kommst Du als Archäologe hinzu, um leichtfertige Zerstörungen und Schäden durch ungeschultes Personal zu vermeiden.
Die Funde einer Ausgrabung notierst Du Dir umgehend nach ihrer Entdeckung und hältst ihren Lageplatz mithilfe von Fotos fest. Zudem fertigst Du Zeichnungen an, die die Anlage und Gegenstände in ihren wesentlichen Zügen abbilden. Eine sorgfältige Dokumentation ist für Dich als Archäologe Pflicht. Denn durch die Bergung und das weitere Graben zerstörst Du unwiderruflich die jeweiligen Fundstellen. Hast Du alle Informationen, den sogenannten Befund, gesichert, reinigst, benennst und interpretierst Du die Einzelteile. Dabei versuchst Du, deren Alter anhand chemischer Verfahren zu bestimmen und sie anhand von kulturellen, sozialen, religiösen oder politischen Kriterien einer geschichtlichen Epoche zuzuordnen.

Wie sind die Berufsaussichten?

Nach Deinem Studium erwartet Dich eine unsichere Berufslaufbahn. Häufig bleibst Du im Hochschulbereich und arbeitest auf den Doktortitel hin. Denn dieser steigert Deine Chancen auf eine Anstellung im öffentlichen Dienst. Zudem kannst Du versuchen, bei einem privaten Grabungsunternehmen unterzukommen. In beiden Fällen kommen meist kurzzeitige Arbeitsverträge auf Dich zu, die auf den Zeitraum der Durchführung sowie Vor- und Nachbereitung eines Projekts beschränkt sind.

Welche Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Analytische Fähigkeiten
    9/10
  • Sprachbegabung
    8/10
  • Belastungsfähigkeit
    8/10
  • Organisationstalent
    9/10
  • Naturwissenschaftliches Verständnis
    6/10
  • Kulturelles Interesse
    10/10

Welche Spezialisierungen gibt es?

Dass Menschen in den Tiefen von Gewässern nach Schätzen tauchen, hat eine Tradition von mehreren tausend Jahren. Die Unterwasserarchäologie ist dagegen noch eine junge Forschungsdisziplin, die erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts entstand. Mithilfe moderner Schwimm- und Tauchgeräte hast Du heutzutage die Chance, nach versunkenen Welten in Seen und Meeren zu suchen. Neben der Erforschung von Schiffswracks können Dich unter Wasser Städte, von Menschen geschaffene Gegenstände oder Überreste von Urzeittieren erwarten. Um unwegsames und gefährliches Gelände nach bedeutenden Funden zu durchforsten, nutzt Du als Unterwasserarchäologe spezielle Tauchroboter mit eingebauten Kameras. Dein Untersuchungsgebiet erstreckt sich übrigens auch auf sogenannte Feuchtböden wie Moore und Sümpfe. Darüber hinaus stellen Hobbytaucher und Plünderer eine potenzielle Gefahr für Deine Forschung dar, da diese sich von Diebstählen einen großen finanziellen Gewinn erhoffen. Was Dir allerdings entgegenkommt, ist die gute Konservierung von Hinterlassenschaften am Meeresgrund. Durch Sedimentschichten wie Sand und den Luftabschluss sind Deine Entdeckungen mitunter deutlich besser erhalten, als sie es an Land wären.
Als Gletscherarchäologe profitierst Du vom Klimawandel auf der Erde, da die Eismassen in den Bergen sowie an den Polarkreisen verstärkt zurückgehen und so mitunter verborgene Schätze freigeben. Bei Deinen Forschungsausflügen auf Gipfel und Abhänge begegnen Dir zuweilen auch Leichenfunde von Bergsteigern oder Wanderern, die es von einem Trip nicht mehr zurückgeschafft haben. Dabei ist es für Deine Arbeit allgemein von Vorteil, dass das Eis selbst jahrtausendealte Gegenstände und organisches Material gut erhält. So hast Du eine höhere Chance als an anderen Orten, prähistorische Funde von Handwerkszeug, Waffen oder Textilien zu machen. Die berühmteste Entdeckung der Gletscherarchäologie war beispielsweise die der Mumie Ötzi, eines über 5000 Jahre alten Menschens der Steinzeit. Neben der schweren Zugänglichkeit von Schnee- und Eislandschaften erschwert das langsame Abrutschen der Gletscher Deine Suche nach wertvollen Stücken. Denn diese zerstören auf ihrem Weg ins Tal häufig alles, was in ihre Ritzen und Spalten gefallen ist.

Besonderheiten

  • Promotion als wichtiger Karrierefaktor
  • Interdisziplinärer Beruf mit Verbindungen zur Geographie, Biologie und Paläontologie
  • Geistig und körperlich anspruchsvoller Beruf

Videos zum Beruf

Wusstest Du schon, dass ...

  • ...die Indiana Jones Filme eher weniger mit der alltäglichen Arbeit eines Archäologen zu tun haben?
  • ...Archäologen den größten Goldschatz aller Zeiten vor der Küste Kolumbiens in einem versunkenen spanischen Schiff aus dem 18. Jahrhundert fanden?
  • ...der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann das legendäre Troja fand, indem er den Beschreibungen der Stadt in Homers Versepos “Ilias” folgte?

Diese Promis sind auch Archäologe

Was spricht für den Beruf

  1. Spannende, abwechslungsreiche Tätigkeit, bei der sich Forschungsarbeit am Schreibtisch und Außeneinsätze an Grabungsstätten abwechseln
  2. Du erhältst die Möglichkeit, mehr oder weniger historisch bedeutsame Funde zu machen
  3. Je nach Auftrag reist Du um die Welt und lernst fremde, exotische Orte kennen
  4. Gute Verdienstmöglichkeiten in staatlichen Einrichtungen und Institutionen

Was spricht gegen den Beruf

  1. Unsichere Berufsperspektive durch wenige Stellen und befristete Verträge
  2. Anspruchsvolles Studium, das gute Sprachkenntnisse und ein breites Interesse für Natur- sowie Kulturwissenschaft erfordert
¹ Alle Gehälter ohne Gewähr

Einstiegsgehalt als Archäologe

Ergatterst Du nach dem Studium eine der wenigen Stellen im öffentlichen Dienst, so richtet sich Deine Bezahlung nach dem entsprechenden Tarifvertrag (TVöD). In Landesämtern für Archäologie und Denkmalschutz oder Museen erhältst Du in der Regel etwa 3.140 €¹ brutto monatlich. Dein Monatsverdienst bei privaten Grabungsfirmen kann davon abweichen, da nicht überall in der freien Wirtschaft tarifliche Vereinbarungen gelten.
  • Archäologe 3.140 €¹

Gehalt nach Berufserfahrung

Im Laufe der Jahre steigerst Du Dein Monatsgehalt meist auf rund 3.450 €¹ brutto. Dabei solltest Du berücksichtigen, dass Du Dir Deinen Lebensunterhalt häufig über befristete Projektverträge verdienst. Eine vorausschauende Planung Deiner Karriere ist daher in der Regel nicht möglich, sodass sich im Ernstfall auch Phasen ohne Beschäftigung einstellen können.

Gehalt nach Berufserfahrung

Im Laufe der Jahre steigerst Du Dein Monatsgehalt meist auf rund 3.450 €¹ brutto. Dabei solltest Du berücksichtigen, dass Du Dir Deinen Lebensunterhalt häufig über befristete Projektverträge verdienst. Eine vorausschauende Planung Deiner Karriere ist daher in der Regel nicht möglich, sodass sich im Ernstfall auch Phasen ohne Beschäftigung einstellen können.

Gehalt nach Bundesland

Besonders lukrativ ist Deine Tätigkeit als Archäologe in Hessen, Baden-Württemberg und Hamburg. Hier verdienst Du durchschnittlich zwischen 3.820 €¹ und 3.910 €¹ brutto monatlich.

In Mecklenburg-Vorpommern hingegen bekommst Du mit rund 2.750 €¹ brutto pro Monat am wenigsten. Allerdings sind hier die Lebenshaltungskosten auch geringer als in anderen Bundesländern, in denen Du mehr verdienst.

¹ Alle Gehälter ohne Gewähr

Mit diesen 110 Studiengängen kannst Du Archäologe werden

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Mit diesen 110 Studiengängen kannst Du Archäologe werden

Archäologische Wissenschaften
Ruhr Uni Bochum (Bochum)
Bachelor of Arts
6 Semester
3.7
100%
Archäologische Wissenschaften
Uni Freiburg (Freiburg)
Bachelor of Arts
6 Semester
4.2
100%
Klassische Archäologie
HU Berlin (Berlin)
Bachelor of Arts
6 Semester
4.2
100%
Archäologie
Uni Köln (Köln)
Bachelor of Arts
6 Semester
3.5
71%
Klassische Archäologie
Ruhr Uni Bochum (Bochum)
Master of Arts
4 Semester
4.7
100%
Provinzialrömische Archäologie
LMU - Uni München (München)
Master of Arts
4 Semester
4.7
100%
Archäologie der Alten Welt
Uni Leipzig (Leipzig)
Bachelor of Arts
6 Semester
4.6
100%
Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie
LMU - Uni München (München)
Master of Arts
4 Semester
4.6
100%
Klassische Archäologie
Uni Tübingen (Tübingen)
Bachelor of Arts
6 Semester
4.4
100%
Klassische Archäologie
Uni Halle-Wittenberg (Halle)
Master of Arts
4 Semester
4.5
100%