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Elite-Unis sind nur was für versnobte Kinder reicher Eltern?

Jennifer Siebert

Bei dem Begriff Elite-Uni fallen Dir wahrscheinlich direkt so große Namen wie Harvard, Yale, Oxford oder Cambridge ein. Aber auch in Deutschland gibt es seit einigen Jahren so genannte Elite-Unis. Seit 2006 dürfen sich bestimmte Hochschulen, die im Rahmen der Exzellenzinitiative ausgewählt wurden, so nennen. Derzeit sind das 11 Unis, darunter die Uni Tübingen, TU Dresden und RWTH Aachen. Doch was bedeutet der Titel einer Eliteuniversität eigentlich für die Studenten? Können sich nur Kinder reicher Eltern das Studium an einer deutschen Elite-Uni leisten und alle anderen müssen draußen bleiben? Wir gehen der Sache einmal auf den Grund und finden heraus, was es mit den Elite-Unis auf sich hat.

Wer kann eine Elite-Uni besuchen?

Anders als vielleicht in Amerika oder Großbritannien unterscheidet sich das Studium an einer deutschen Elite-Uni eigentlich kaum von den staatlichen Verwandten ohne Exzellenz-Titel. Elite-Unis bieten die gleichen Fächer mit den gleichen Abschlüssen wie andere Hochschulen an. In Deutschland muss auch keiner horrende Gebühren für das Studium an der Elite-Uni zahlen. Folgende 11 Unis dürfen sich derzeit, Stand 2020, mit dem Beisatz „Elite“ schmücken:

Grundsätzlich kann in Deutschland jeder, der über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügt, ein Studium aufnehmen – egal ob an einer Elite-Uni oder einer „normalen“ Hochschule. Es gilt lediglich die Bewerbungsfristen und die Zulassungsvoraussetzungen zu beachten. Die Bezeichnung „Elite“ meint übrigens in der Regel die herausragenden Forschungsleistungen der Hochschule. Wie das Studium und die Lehre organisiert sind, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Elite-Uni heißt nicht unbedingt Elite-Studium

An deutschen Elite-Unis kannst Du also auch studieren, wenn Du kein Einser-Abi und ein dickes Bankkonto hast. Konzentriert sich die Elite-Uni aber nur noch auf die hochklassige Forschung und vernachlässigt die Lehre, kann es für Dich sogar von Vorteil sein, eine „normale“ Hochschule zu besuchen. Häufig profitieren leider nämlich nur die Studenten von der Exzellenzinitiative, die in der Wissenschaft und Forschung arbeiten wollen.

Außerdem zieht der Titel Elite-Uni massenhaft Studenten an, so dass Vorlesungen und Kurse der renommierten Professoren häufig total überlaufen sind und die Elite-Uni oft zur Massenuni wird. Dass der Elite-Titel nicht unbedingt Vorteile für viele Studenten mit sich bringt, zeigen auch zahlreiche Berichte auf StudyCheck.de:

„War froh, als ich die Uni nicht mehr sehen musste.“ Das berichtet etwa Lena über die Universität Bonn.

Stefanie schreibt über ihr BWL Studium an der Humboldt-Uni Berlin:

„Guter Ruf der Uni, aber schlechte Organisation.“

Auch Chrisi lässt wenig Gutes an ihrer Elite-Uni:

„Die Universität Heidelberg kommt in Ausstattung und Organisation nicht ihrem Ruf hinterher!“

Fazit: In Deutschland musst Du kein reicher Schnösel sein, um an einer Elite-Uni studieren zu können. Ob sich das Studium an der Elite-Uni aber überhaupt für Dich lohnt, solltest Du bereits vorab anhand von Erfahrungsberichten oder einem Schnupperstudium klären. So bist Du nachher nicht enttäuscht, wenn die Elite-Uni leider kein Elite-Studium anbietet.

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