Isolierter Frontalunterricht
Ich kann vielen anderen hier leider nicht beipflichten. Und das hier ist nur meine persönliche subjektive Auffassung.
Die grundlegende Struktur des Masters ist sehr undefiniert und flexibel auslegebar. Es gibt im Prinzip nur grobe Bereiche, in denen ausreichend Punkte mit den angebotenen Modulen gesammelt werden müssen. Dabei kann man von einem riesigen Katalog aus dem knapp 600 -seitigen Modulhandbuch nahezu gänzlich frei auswählen. Nähere Informationen zu den Modulen mit oft vagem oder unpassenden Titel sind oft nicht, oder nur über Umwege, zu bekommen.
Es gibt (zumindest meines Wissens nach) keinen zentralen Ansprechpartner, der sich mit einem sinnvollen Aufbau des Programms und der individuellen Gestaltung für einzelne Studenten auseinander setzt. Im Gespräch mit der Fachschaft habe ich erfahren, dass der Master seit etwa 10 Jahren keinerlei Überarbeitung bekommen und daher auch abnehmende Studentenzahlen hat.
Für Studenten die genau wissen, in welche Richtung sie gehen wollen, ist diese Freiheit ein Vorteil. Für alle anderen ist die Wahrscheinlichkeit mit einem bunten Blumenstrauß von sinnlos zusammengewürfelten Modulen herauszugehen extrem hoch - die Module sind überhaupt nicht aufeinander abgestimmt. Davor wurde sogar in der Einführungsveranstaltung gewarnt.
Die Vorlesungen, welche ich bis jetzt besucht habe, sind alle sehr klassisch in einem Frontalunterricht-Setting aufgebaut. Am Ende des Semesters eine Prüfung, und das wars. Es gibt durchaus Dozenten, die sich etwas mehr Mühe machen, das ansprechender zu gestalten, und etwa kleine Übungen für extra Punkte in die Veranstaltung mit einbauen. Jedoch gibt der grundlegende Rahmen nur so viel her.
Oft waren in den Übungen Aufgaben und Rechnungen entworfen, die eindeutig keine praktische Anwendung haben, jedoch vermutlich zu großen Teilen darauf abzielen eine gut korrigierbare Klausur zu entwerfen.
Ein Austausch zwischen Studenten in den Vorlesungen ist nahezu nicht vorhanden.
Seminare, Gruppenarbeiten und Projekte gibt es nur in ganz minimalem Umfang. Daher ist das Gros des Studiums ein sehr isoliertes, individuelles Lernen von dem Stoff für die Prüfung.
Es ist durchaus eine gewisse fachliche Tiefe und ein starkes akademisches Fundament für viele Themen in den meisten Veranstaltungen vorhanden. Wenn auch hin und wieder erkenntlich ist, dass die Stand des Wissens manchmal nicht mehr der aktuellste ist. Für Personen die später in die Forschung gehen wollen, bietet das KIT definitiv eine gute Infrastruktur. Die Brücke zu den Studierenden zu schlagen klappt in meiner Erfahrung jedoch meistens nicht.
Die generelle Organisation des KIT ist wie an vielen großen deutschen Universitäten oft sehr bürokratisch. Meine Immatrikulation wäre wegen eines logischen Kurzschlusses mit der Krankenkasse nahezu fehlgeschlagen, ohne dass ich darüber informiert worden wäre. Die Online-Tools funktionieren zwar meist, sind aber katastrophal unübersichtlich gestaltet. Insgesamt fühlt es sich wie ein Flickenteppich aus diversen Portalen und Systemen an, die einem niemand wirklich erklärt.
(Ein winziges Beispiel: Die zentrale Lernplattform lässt sich von Mobilgeräten oft nicht bedienen, da das wichtigste Icon an 5. Stelle steht und daher oft aus dem Bildschirm rutscht ohne es erreichen zu können.)
Die studentische Gemeinschaft am KIT ist natürlich insgesamt stark männlich und von "STEM-vibe" geprägt, macht von außen aber ein relativ lebendigen und diversen Eindruck.
Ich persönlich habe es trotz diverser Versuche leider nicht geschafft Anschluss zu finden. Ich bin eigentlich eine gesellige und aufgeschlossene Person, aber habe keine Möglichkeiten gefunden mit einer Gruppe Gleichgesinnter in Kontakt zu kommen. (Ich habe die Fachschaft besucht, an der Ersti-Woche teilgenommen, den Hochschulsport probiert und war bei Hochschulgruppen). Ich denke da viele schon von ihren Studiengängen von vornherein sich in Gruppen gefunden haben, ist es schwierig da nachträglich als "Master-Ersti" noch rein zu rutschen. Außerdem bin ich dafür wahrscheinlich im falschen Studiengang.
Die Wiwi-Studierenden sind für mich in zwei bis drei Gruppen einzuteilen - die Erste entspricht eher ein wenig den STEM /Maschinenbau Klischees, die Zweite sind relativ fokussiert auf die typische Consulting / Management - Karriere, und die Dritte sind ein wenig planlos. Die Meisten, die ich kennengelernt habe sind freundliche, aber nicht unbedingt auf ein besonders intensives Studentenleben aus. Insgesamt wahrscheinlich ca 75% Männer.
Ich möchte weder im Consulting, noch im mittleren Management in einem Großkonzern oder in der Projektentwicklung, oder im Finance-Sektor arbeiten - jedoch fehlen mir für andere Wege die Themen in diesem Studiengang
Mir macht die strukturelle Isolation (sowie dadurch zunehmende Einsamkeit) und der fehlende Austausch mit Kommilitonen in dem Studiengang zu schaffen.
Des Weiteren fehlt mir weiterhin ein konkreter Kompetenzerwerb - ich höre zwar immer wieder mehr oder weniger interessante Inhalte, aber habe nicht den Eindruck "mit einem Werkzeug in der Hand" aus dem Studium zu gehen.
Ich würde mir Projekte wünschen, in denen man in inspirierten Gruppen dazu angeregt ist kritisch zu Denken und für relevante Fragestellungen einen Output zu erzeugen.
Zum Einstieg in den Master wäre zumindest ein strukturiertes Semester um einen Überblick und ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln hilfreich.
Ich hoffe meine Erfahrung hilft anderen selbst eine Einordnung vornehmen zu können. Dies ist nur meine persönliche Erfahrung und der daraus resultierende Eindruck. Selbstverständlich können viele andere Studenten die Dinge anders als ich sehen und ebenso Recht haben.
Die grundlegende Struktur des Masters ist sehr undefiniert und flexibel auslegebar. Es gibt im Prinzip nur grobe Bereiche, in denen ausreichend Punkte mit den angebotenen Modulen gesammelt werden müssen. Dabei kann man von einem riesigen Katalog aus dem knapp 600 -seitigen Modulhandbuch nahezu gänzlich frei auswählen. Nähere Informationen zu den Modulen mit oft vagem oder unpassenden Titel sind oft nicht, oder nur über Umwege, zu bekommen.
Es gibt (zumindest meines Wissens nach) keinen zentralen Ansprechpartner, der sich mit einem sinnvollen Aufbau des Programms und der individuellen Gestaltung für einzelne Studenten auseinander setzt. Im Gespräch mit der Fachschaft habe ich erfahren, dass der Master seit etwa 10 Jahren keinerlei Überarbeitung bekommen und daher auch abnehmende Studentenzahlen hat.
Für Studenten die genau wissen, in welche Richtung sie gehen wollen, ist diese Freiheit ein Vorteil. Für alle anderen ist die Wahrscheinlichkeit mit einem bunten Blumenstrauß von sinnlos zusammengewürfelten Modulen herauszugehen extrem hoch - die Module sind überhaupt nicht aufeinander abgestimmt. Davor wurde sogar in der Einführungsveranstaltung gewarnt.
Die Vorlesungen, welche ich bis jetzt besucht habe, sind alle sehr klassisch in einem Frontalunterricht-Setting aufgebaut. Am Ende des Semesters eine Prüfung, und das wars. Es gibt durchaus Dozenten, die sich etwas mehr Mühe machen, das ansprechender zu gestalten, und etwa kleine Übungen für extra Punkte in die Veranstaltung mit einbauen. Jedoch gibt der grundlegende Rahmen nur so viel her.
Oft waren in den Übungen Aufgaben und Rechnungen entworfen, die eindeutig keine praktische Anwendung haben, jedoch vermutlich zu großen Teilen darauf abzielen eine gut korrigierbare Klausur zu entwerfen.
Ein Austausch zwischen Studenten in den Vorlesungen ist nahezu nicht vorhanden.
Seminare, Gruppenarbeiten und Projekte gibt es nur in ganz minimalem Umfang. Daher ist das Gros des Studiums ein sehr isoliertes, individuelles Lernen von dem Stoff für die Prüfung.
Es ist durchaus eine gewisse fachliche Tiefe und ein starkes akademisches Fundament für viele Themen in den meisten Veranstaltungen vorhanden. Wenn auch hin und wieder erkenntlich ist, dass die Stand des Wissens manchmal nicht mehr der aktuellste ist. Für Personen die später in die Forschung gehen wollen, bietet das KIT definitiv eine gute Infrastruktur. Die Brücke zu den Studierenden zu schlagen klappt in meiner Erfahrung jedoch meistens nicht.
Die generelle Organisation des KIT ist wie an vielen großen deutschen Universitäten oft sehr bürokratisch. Meine Immatrikulation wäre wegen eines logischen Kurzschlusses mit der Krankenkasse nahezu fehlgeschlagen, ohne dass ich darüber informiert worden wäre. Die Online-Tools funktionieren zwar meist, sind aber katastrophal unübersichtlich gestaltet. Insgesamt fühlt es sich wie ein Flickenteppich aus diversen Portalen und Systemen an, die einem niemand wirklich erklärt.
(Ein winziges Beispiel: Die zentrale Lernplattform lässt sich von Mobilgeräten oft nicht bedienen, da das wichtigste Icon an 5. Stelle steht und daher oft aus dem Bildschirm rutscht ohne es erreichen zu können.)
Die studentische Gemeinschaft am KIT ist natürlich insgesamt stark männlich und von "STEM-vibe" geprägt, macht von außen aber ein relativ lebendigen und diversen Eindruck.
Ich persönlich habe es trotz diverser Versuche leider nicht geschafft Anschluss zu finden. Ich bin eigentlich eine gesellige und aufgeschlossene Person, aber habe keine Möglichkeiten gefunden mit einer Gruppe Gleichgesinnter in Kontakt zu kommen. (Ich habe die Fachschaft besucht, an der Ersti-Woche teilgenommen, den Hochschulsport probiert und war bei Hochschulgruppen). Ich denke da viele schon von ihren Studiengängen von vornherein sich in Gruppen gefunden haben, ist es schwierig da nachträglich als "Master-Ersti" noch rein zu rutschen. Außerdem bin ich dafür wahrscheinlich im falschen Studiengang.
Die Wiwi-Studierenden sind für mich in zwei bis drei Gruppen einzuteilen - die Erste entspricht eher ein wenig den STEM /Maschinenbau Klischees, die Zweite sind relativ fokussiert auf die typische Consulting / Management - Karriere, und die Dritte sind ein wenig planlos. Die Meisten, die ich kennengelernt habe sind freundliche, aber nicht unbedingt auf ein besonders intensives Studentenleben aus. Insgesamt wahrscheinlich ca 75% Männer.
Ich möchte weder im Consulting, noch im mittleren Management in einem Großkonzern oder in der Projektentwicklung, oder im Finance-Sektor arbeiten - jedoch fehlen mir für andere Wege die Themen in diesem Studiengang
Mir macht die strukturelle Isolation (sowie dadurch zunehmende Einsamkeit) und der fehlende Austausch mit Kommilitonen in dem Studiengang zu schaffen.
Des Weiteren fehlt mir weiterhin ein konkreter Kompetenzerwerb - ich höre zwar immer wieder mehr oder weniger interessante Inhalte, aber habe nicht den Eindruck "mit einem Werkzeug in der Hand" aus dem Studium zu gehen.
Ich würde mir Projekte wünschen, in denen man in inspirierten Gruppen dazu angeregt ist kritisch zu Denken und für relevante Fragestellungen einen Output zu erzeugen.
Zum Einstieg in den Master wäre zumindest ein strukturiertes Semester um einen Überblick und ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln hilfreich.
Ich hoffe meine Erfahrung hilft anderen selbst eine Einordnung vornehmen zu können. Dies ist nur meine persönliche Erfahrung und der daraus resultierende Eindruck. Selbstverständlich können viele andere Studenten die Dinge anders als ich sehen und ebenso Recht haben.
- Reputation der Uni, Erasmus Möglichkeiten,
- Keine Struktur, Frontalunterricht, Isolation, fehlender Kompetenzaufbau
Wie gut ist deine Hochschule digital aufgestellt?
Insgesamt ausreichend bis mangelhaft. Andere große Unis in Deutschland sind besser (wenn auch immer noch nicht gut).
Die Uni-Portale und Lernplattform sind sehr unübersichtlich und patchwork-artig Zusammengeführt.
Die meisten Vorlesungen werden nicht aufgezeichnet. Klassisch hochgeladene Folien.
Erreichbarkeit der Dozenten und Professoren ist sehr durchwachsen. Viele Veranstaltungen werden abgesagt und dies nur kurzfristig über irgendeinen der zahlreichen Kanäle bekanntgegeben.
Die Uni-Portale und Lernplattform sind sehr unübersichtlich und patchwork-artig Zusammengeführt.
Die meisten Vorlesungen werden nicht aufgezeichnet. Klassisch hochgeladene Folien.
Erreichbarkeit der Dozenten und Professoren ist sehr durchwachsen. Viele Veranstaltungen werden abgesagt und dies nur kurzfristig über irgendeinen der zahlreichen Kanäle bekanntgegeben.