Eingeschränkte Möglichkeiten...

Psychologie: Cognitive-Affective Neuroscience (M.Sc.)

  • Studieninhalte
    3.0
  • Dozenten
    3.0
  • Lehrveranstaltungen
    2.0
  • Ausstattung
    4.0
  • Organisation
    2.0
  • Literaturzugang
    3.0
  • Digitales Studieren
    3.0
  • Gesamtbewertung
    2.9
Vorab: für Leute, die 100% für die Forschung brennen und schon vor dem Master sicher wissen, dass sie in die Forschung gehen möchten, ist dieser Master geeignet und weitestgehend empfehlenswert.

Warum ich den Studiengang trotzdem als einschränkend und als "nur bedingt zu empfehlen" bezeichnen würde, erfahrt Ihr im kommenden Abschnitt.

Ich habe diesen Master-Studiengang gewählt, da ich im Psychologie-Bachelor bereits Gefallen an neurowissenschaftlichen Themen gefunden habe und jenes Wissen vertiefen wollte. Trotzdem wollte ich mir zusätzliche Optionen (Stichwort Therapie -Ausbildung) noch offen halten. Zum Zeitpunkt meiner Bewerbung (Spätsommer 2023) war auf der Informationsseite des Studiengangs die Rede davon, dass klinische Wahlmodule angeboten werden und somit eine subjektive Psychotherapie-Ausbildung grundsätzlich möglich wäre. Also bewarb ich mich für den Master und wurde im September 2023 auch angenommen.

Äußerst verblüfft musste ich jedoch bereits Anfang des Semesters feststellen, dass jene klinischen Wahlmodule nicht (mehr) für Studierende dieses Masters angeboten werden. Dies wurde uns inoffiziell seitens der Uni dann auch mitgeteilt, jedoch war dies schon ein kleiner Schock für mich (sowie andere Kommilitonen), da ich ja damit gerechnet habe, ergänzend klinische Wahlmodule belegen zu können. Da ich jedoch bereits das Studium begonnen hatte, entschied ich mich dennoch dazu, den Master fortzuführen. Leider wurde es in vielerlei Hinsicht danach nicht besser, eher im Gegenteil.

Zu erwähnen ist hierbei in erster Linie die schlechte Organisation des Studiums. Veranstaltungen werden kurzfristig abgesagt, ohne dass man seitens der Dozenten, oder des Uni-Portals Selma darüber in Kenntnis gesetzt wird. So stand man schon das ein oder andere Mal wortwörtlich vor verschlossenen Türen, wenn Veranstaltungen laut Stundenplan anstanden. Des Weiteren funktioniert die Synchronisation des Kalenders mit dem Stundenplan nicht gescheit. Die Anmeldung zu den Veranstaltungen und Prüfungen gestaltet sich oftmals kompliziert, was nicht zuletzt an der Unübersichtlichkeit und der nicht benutzerfreundlichen Oberfläche des Studierendenportals Selma liegt.

Weiterhin werden Veranstaltungen - obwohl Corona-Lockdowns längst der Vergangenheit angehören - teilweise rein online ausgetragen, was den Kontakt zu anderen Studierenden erschwert und dem sozialen Klima im Studiengang abträglich ist. Es gibt noch weitere organisatorische Probleme, um die Rezension jedoch nicht noch länger zu gestalten, lasse ich diese hier bewusst weg.

Am wichtigsten finde ich jedoch die Studieninhalte und die Lehre an sich. Wer diesen Studiengang wählt muss damit rechnen, dass er oder sie eher ein naturwissenschaftliches Studium, als ein psychologisch ausgerichtetes Studium aufnimmt. Die Lehrinhalte sind geprägt von Methodik, Physik, Biologie sowie gehobener Statistik bzw. Informatik (man muss beispielsweise mit MatLab arbeiten und programmieren können). Psychologie, so wie man sie vielleicht noch aus dem Bachelor kennt, sucht nan hier vergebens. Die Lehre bewegt sich von der Komplexität auf einem sehr hohen Niveau, Erklärungen und eine gewisse Betreuung durch die Dozenten gibt es wenig. Für sich genommen sind dies natürlich keine Kritikpunkte, ich möchte hier lediglich über die Lehre & Lerninhalte aufklären, damit Ihr einen Eindruck davon bekommt, was auf euch zukommt. Plus, was es zu beachten gilt: die Auswahl der Wahlmodule ist ziemlich spärlich und thematisch sehr eingeschränkt. Viele Module sind aus anderen Masterstudiengängen und haben thematisch kaum Überlapp mit den Neurowissenschaften, geschweige denn mit psychologischen Inhalten.

Unterm Strich hat es sich für mich ab einem gewissen Punkt nicht mehr wie ein Psychologie-Studium angefühlt, was kombiniert mit den bereits angesprochenen Punkten dazu geführt hat, dass ich das Studium nun vorzeitig abbrechen und die Uni sowie den Studiengang wechseln werde.

Ich hoffe ich konnte mit dieser ausführlichen Rezension etwas Licht ins Dunkel bringen und den Studiengang realistisch abbilden.

Fazit: wer bereits weiß, dass er oder sie nur in der Forschung tätig sein möchte, ist in dem Studium m.M.n. richtig. Wer sich jedoch noch unsicher ist und/ oder sich so viele Möglichkeiten wie möglich (z.B. die Arbeit im klinischen Bereich oder als PsychotherapeutIn) offen halten möchte, dem würde ich eher von dem Studium und der Uni abraten. Ebenfalls Leuten, denen Naturwissenschaften nicht sonderlich liegen. Wer es bis hier geschafft hat, dem wünsche ich noch einen schönen Tag :D.

Aktuelle Bewertungen zum Studiengang

4.1
Anonym , 18.06.2026 - Psychologie: Cognitive-Affective Neuroscience (M.Sc.)
5.0
Veronica , 07.11.2025 - Psychologie: Cognitive-Affective Neuroscience (M.Sc.)
3.7
Sophie , 07.11.2025 - Psychologie: Cognitive-Affective Neuroscience (M.Sc.)
2.4
Marielle , 21.07.2024 - Psychologie: Cognitive-Affective Neuroscience (M.Sc.)
4.1
Anonym , 19.04.2024 - Psychologie: Cognitive-Affective Neuroscience (M.Sc.)
4.6
Anja , 20.11.2022 - Psychologie: Cognitive-Affective Neuroscience (M.Sc.)
4.1
Fabian , 25.10.2021 - Psychologie: Cognitive-Affective Neuroscience (M.Sc.)
4.1
Lara , 20.01.2021 - Psychologie: Cognitive-Affective Neuroscience (M.Sc.)
4.4
Theresa , 13.05.2020 - Psychologie: Cognitive-Affective Neuroscience (M.Sc.)
4.5
Laura , 05.02.2020 - Psychologie: Cognitive-Affective Neuroscience (M.Sc.)

Über Dave

  • Alter: 24-26
  • Geschlecht: Männlich
  • Abschluss: Ich studiere noch
  • Aktuelles Fachsemester: 3
  • Studienbeginn: 2023
  • Studienform: Vollzeitstudium
  • Standort: Standort Dresden
  • Weiterempfehlung: Nein
  • Geschrieben am: 14.01.2025
  • Veröffentlicht am: 14.01.2025