Konservativ und Langwierig, aber auch spannend
Ich habe mich damals für das Jurastudium entschieden, da es mit den unterschiedlichen Rechtsgebieten sehr vielfältig ist und man damit später in vielen unterschiedlichen Bereichen arbeiten kann. Dem würde ich auch immer noch zustimmen.
Dennoch würde ich mir aus heutiger Sicht überlegen, ob es nicht auch andere Studiengänge gibt, die in eine ähnliche Richtung gehen, in denen man aber kein Staatsexamen machen muss und die somit nicht so langwierig und druckbehaftet sind. Ich würde das Jurastudium wirklich nur denjenigen weiterempfehlen, die in einem klassisch juristischen Beruf arbeiten möchten und Anwältin, Richterin oder Ähnliches werden möchten.
Das Grundstudium (bei mir überwiegend unter Coronabedingungen) hat mir wirklich viel Spaß gemacht und in dieser Phase war ich auch wirklich happy mit der Uni Köln. Die digitale Lehre hat sehr gut funktioniert. Man lernt viele interessante Leute kennen und lernt sehr viel Neues, auch wenn es sich bei den Vorlesungen wirklich um Massenveranstaltungen in dunklen Hörsälen ohne Fenster der 80er Jahre handelt. Der Campus ist seit Jahren eine Baustelle, im juristischen Seminar befindet sich Asbest, welches lediglich mit Panzertape überklebt wird.
Ich habe nach dem vierten Semester auch ein Erasmussemester gemacht, hier hat die Fakultät wirklich tolle Partnerschaften und es war auch alles super organisiert (ein Erasmus-Semester kann man jedoch auch an anderen Unis machen).
Leider wird an der Fakultät bei der Auswahl der Dozierenden hauptsächlich auf deren Forschung Wert gelegt, wobei die Lehre oft zu wünschen übrig lässt. Viele ältere Herren, einer der Professoren im Grundstudium war damals schon über 80 und hielt seine Vorlesung ohne Präsentation in einem einzigen Monolog. [...]* Ein weiterer Dozent erzählte im ersten Semester die Ehe für alle sei verfassungswidrig und die Pille danach eine Abtreibungspille.
Insgesamt würde ich für das Jurastudium vielleicht eine eher kleinere Uni empfehlen. Ich könnte mir vorstellen, dass dort gerade in der Examenszeit nicht ganz so viel Druck und Konkurrenzkampf herrscht. Ich hab im Laufe des Studiums die Erfahrung machen müssen, dass immer mehr der netten, offenen Menschen das Studium abgebrochen haben und weggezogen sind (jetzt aber in anderen Bereichen happy sind :)). Natürlich sind auch längst nicht alle so, ich selbst habe erst in den letzten Semestern gemerkt wie unangenehm die Atmosphäre gerade vor dem Ersten Examen teilweise wurde. Da ist wirklich viel Konkurrenz und Druck im Spiel, das geht an Niemandem spurlos vorbei. Der Aufbau des Studiums hat sich seit preußischer Zeit kaum verändert (mittlerweile gibt es immerhin den integrierten Bachelor). Man hat das Gefühl in einer anderen Zeit festzustecken.
Ich hab vor kurzem den staatlichen Teil meines Examens abgeschlossen und hab auch beim Justizprüfungsamt des OLG Kölns nicht so gute Erfahrungen gemacht. Das Rheinland ist halt durchaus noch eher konservativ und katholisch geprägt (obwohl man das in Hinblick auf die Diversität und Offenheit der Stadt Köln kaum glauben mag) und das merkt man auch bei den ebenso eher älteren, konservativen Herren, die dort prüfen. Das mag es auch in anderen Bundesländern/ Justizprüfungsämtern geben, aus dem Norden hab ich dies jedoch noch nicht in diesem Umfang gehört.
Gerade befinde ich mich Schwerpunktstudium, was mir wirklich sehr gut gefällt. Ein Vorteil unser Fakultät sind die vielen Wahlmöglichkeiten hier. Ihr solltet jedoch bedenken, dass der Schwerpunkt nur 1/2 Semester des ganzen Studiums ausmacht, also würde ich die Uni auch nicht nur danach auswählen.
Mein Tipp bevor ihr euch für das Studium entscheidet :): Macht euch klar wie lange das Studium realistischerweise dauert. Selbst wenn ihr das Grundstudium in Regelstudienzeit schafft, geht der Spaß da erst wirklich los. Ich kenne niemanden, der in unter 12 Semestern fertig geworden ist und wenn ja sind das wirklich Leute, die sehr viel gelernt und damit keine schöne Zeit hatten. Also lernt im Grundstudium ehrgeizig aber macht auch gerade vor dem Examen nicht zu viel Zeitdruck. Wenn ihr motiviert seid könnt ihr es jedoch auf jeden Fall schaffen :) Viel Erfolg und alles Gute.
Dennoch würde ich mir aus heutiger Sicht überlegen, ob es nicht auch andere Studiengänge gibt, die in eine ähnliche Richtung gehen, in denen man aber kein Staatsexamen machen muss und die somit nicht so langwierig und druckbehaftet sind. Ich würde das Jurastudium wirklich nur denjenigen weiterempfehlen, die in einem klassisch juristischen Beruf arbeiten möchten und Anwältin, Richterin oder Ähnliches werden möchten.
Das Grundstudium (bei mir überwiegend unter Coronabedingungen) hat mir wirklich viel Spaß gemacht und in dieser Phase war ich auch wirklich happy mit der Uni Köln. Die digitale Lehre hat sehr gut funktioniert. Man lernt viele interessante Leute kennen und lernt sehr viel Neues, auch wenn es sich bei den Vorlesungen wirklich um Massenveranstaltungen in dunklen Hörsälen ohne Fenster der 80er Jahre handelt. Der Campus ist seit Jahren eine Baustelle, im juristischen Seminar befindet sich Asbest, welches lediglich mit Panzertape überklebt wird.
Ich habe nach dem vierten Semester auch ein Erasmussemester gemacht, hier hat die Fakultät wirklich tolle Partnerschaften und es war auch alles super organisiert (ein Erasmus-Semester kann man jedoch auch an anderen Unis machen).
Leider wird an der Fakultät bei der Auswahl der Dozierenden hauptsächlich auf deren Forschung Wert gelegt, wobei die Lehre oft zu wünschen übrig lässt. Viele ältere Herren, einer der Professoren im Grundstudium war damals schon über 80 und hielt seine Vorlesung ohne Präsentation in einem einzigen Monolog. [...]* Ein weiterer Dozent erzählte im ersten Semester die Ehe für alle sei verfassungswidrig und die Pille danach eine Abtreibungspille.
Insgesamt würde ich für das Jurastudium vielleicht eine eher kleinere Uni empfehlen. Ich könnte mir vorstellen, dass dort gerade in der Examenszeit nicht ganz so viel Druck und Konkurrenzkampf herrscht. Ich hab im Laufe des Studiums die Erfahrung machen müssen, dass immer mehr der netten, offenen Menschen das Studium abgebrochen haben und weggezogen sind (jetzt aber in anderen Bereichen happy sind :)). Natürlich sind auch längst nicht alle so, ich selbst habe erst in den letzten Semestern gemerkt wie unangenehm die Atmosphäre gerade vor dem Ersten Examen teilweise wurde. Da ist wirklich viel Konkurrenz und Druck im Spiel, das geht an Niemandem spurlos vorbei. Der Aufbau des Studiums hat sich seit preußischer Zeit kaum verändert (mittlerweile gibt es immerhin den integrierten Bachelor). Man hat das Gefühl in einer anderen Zeit festzustecken.
Ich hab vor kurzem den staatlichen Teil meines Examens abgeschlossen und hab auch beim Justizprüfungsamt des OLG Kölns nicht so gute Erfahrungen gemacht. Das Rheinland ist halt durchaus noch eher konservativ und katholisch geprägt (obwohl man das in Hinblick auf die Diversität und Offenheit der Stadt Köln kaum glauben mag) und das merkt man auch bei den ebenso eher älteren, konservativen Herren, die dort prüfen. Das mag es auch in anderen Bundesländern/ Justizprüfungsämtern geben, aus dem Norden hab ich dies jedoch noch nicht in diesem Umfang gehört.
Gerade befinde ich mich Schwerpunktstudium, was mir wirklich sehr gut gefällt. Ein Vorteil unser Fakultät sind die vielen Wahlmöglichkeiten hier. Ihr solltet jedoch bedenken, dass der Schwerpunkt nur 1/2 Semester des ganzen Studiums ausmacht, also würde ich die Uni auch nicht nur danach auswählen.
Mein Tipp bevor ihr euch für das Studium entscheidet :): Macht euch klar wie lange das Studium realistischerweise dauert. Selbst wenn ihr das Grundstudium in Regelstudienzeit schafft, geht der Spaß da erst wirklich los. Ich kenne niemanden, der in unter 12 Semestern fertig geworden ist und wenn ja sind das wirklich Leute, die sehr viel gelernt und damit keine schöne Zeit hatten. Also lernt im Grundstudium ehrgeizig aber macht auch gerade vor dem Examen nicht zu viel Zeitdruck. Wenn ihr motiviert seid könnt ihr es jedoch auf jeden Fall schaffen :) Viel Erfolg und alles Gute.
[...]* Text wurde aufgrund eines Verstoßes gegen unsere Teilnahmebedingungen am 08.06.2026 redaktionell angepasst.
- Sehr gute Zukunftschancen, Vielfältige und grundsätzlich meist interessante Inhalte, Möglichkeit für Auslandserfahrungen
- Konservativer Studiengang, schlechte Lehre, Aufbau wie im 18. Jahrhundert