Geprüfte Bewertung

Enttäuschend

Psychologie (M.Sc.)

Geprüfte Bewertung
  • Studieninhalte
    3.0
  • Dozenten
    3.0
  • Lehrveranstaltungen
    3.0
  • Ausstattung
    1.0
  • Organisation
    1.0
  • Bibliothek
    1.0
  • Digitales Studieren
    1.0
  • Gesamtbewertung
    1.9
Leider muss ich von den vielen positiven Rezensionen abweichen. Die PHB ist für mich bislang eine Enttäuschung. Ich zahle 850 EUR Gebühren pro Monat - und die gebotene Leistung passt nicht zu den hohen Gebühren.

Ich habe im November 2020 angefangen. Das erste Semester im Master ist geprägt von viel, viel Statistik, die didaktisch nicht gut vermittelt wird. Das Statistik-Tutorium (von Studierenden geleitet) bildet hier eine positive Ausnahme. So kommt man halbwegs mit dem Stoff durch. Statistik im Psychologie-Master ist generell richtig und wichtig. Dass aber ein solcher Fokus darauf gelegt wird, macht keinen Sinn, da ein Großteil der Studierenden später therapeutisch arbeiten möchte, wo statistisches Wissen notwendig ist, aber nur eine Nebenrolle spielt. Von den vielen Lehrveranstaltungen in diesem Semester überzeugen mich aktuell nur zwei. Mein Wunsch ist, dass es im nächsten Semester besser wird. Ich bin dann auch gerne bereit die Bewerbung auf studycheck.de anzupassen.

Die PHB funktioniert vielleicht als Präsenz-Uni sehr gut, überzeugt aber nicht während der Corona-Krise. Die oft beschworene familiäre Atmosphäre kommt digital nicht auf. Die Veranstaltungen laufen über Zoom. Oft vermisse ich dabei innovative Lernformate. Stattdessen werden Offline-Formate einfach auf online übertragen. Die Bibliothek vor Ort ist ein Witz. Zugriff auf Online-Datenbanken sind über Kooperationen mit der HU Berlin möglich. Die Rechner in den HU-Bibliotheken dürfen während Corona aber nicht von PHB-Studierenden genutzt werden. Digitale Recherchen sind damit sehr eingeschränkt.

Besonders nachteilig ist, dass die PHB Online-Klausuren ablehnt. Das hat 2020 schon zu Problemen und Verzögerungen geführt, und geht jetzt mit unserem neuen Jahrgang so weiter. Prüfungen werden einfach nach hinten verschoben, und es wird so getan, als wenn bis dahin die Pandemie-Situation wohl zu beherrschen ist (Kopf in den Sand). Im schlimmsten Fall drohen für einzelne Studierende erhebliche Verzögerungen. Echte Digitalisierung scheint ein Fremdwort zu sein. Stattdessen werden (wie so oft in Deutschland üblich) Datenschutz und angebliche rechtliche Probleme als Vorwand genommen, keine Online-Klausuren durchzuführen. Mündliche Prüfungen aber werden sehr wohl online abgenommen, was ein Widerspruch ist. Nun wurden im April - mitten in der dritten Welle - die Klausuren vor Ort geschrieben.

Großer Knackpunkt ist für mich auch die schlechte Organisation und Administration. Ich bin da leider sehr verwöhnt, denn ich habe für den Bachelor vorher an einer privaten Fern-Uni studiert, die sehr serviceorientiert und super organisiert ist. Ich habe dabei nur rund ein Drittel der PHB-Gebühren bezahlt. Wenn es ein Anliegen gab, wurde das meist innerhalb weniger Stunden bearbeitet. Die PHB-Studierendenberatung hat auf einige Mails von mir und anderer Kommilitonen nie reagiert. Es gibt keine Online-Verwaltung der eigenen belegten Kurse etc. Viel läuft händisch, mit irgendwelchen Excel-Tabellen und ähnlichen Hilfslösungen. Kürzlich fiel auch einfach mal für eine ganze Woche (!) das E-Mail-System in der Verwaltung aus - und das unmittelbar vor Semesterbeginn. Wäre die PHB eine kleine NGO ohne Geld, hätte ich dafür Verständnis - aber wer marktwirtschaftlich agiert und Preise wie in UK/US abruft, muss entsprechend liefern!

Die PHB ist sehr klein. Es kann gut sein, dass Corona die Uni einfach an ihre Grenzen bringt. Falls die PHB plant, mehr Studierende aufzunehmen, muss ein radikaler organisatorischer Umbau stattfinden, denn sonst droht ein Chaos und vielleicht auch die Pleite der Uni.

Für mich gilt jetzt das Prinzip Hoffnung: Es kann nur besser werden. Vielleicht kann die PHB doch noch aufholen und bei mir bei punkten.
  • Hoffentlich bessere Inhalte ab dem zweiten Semester
  • Schlechte Organisation

Kommentar der Hochschule

Lieber Christian,

es tut uns leid, wenn Ihre Erwartungen an die PHB nicht vollständig erfüllt wurden. Wir möchten die Gelegenheit nutzen, hier auf Ihre Kritikpunkte einzugehen. Wir sind aber auch für persönliches Feedback unserer Studierenden ansprechbar und dankbar - dazu können Sie uns gern jederzeit kontaktieren.

Zunächst, was Ihre Hinweise zu unseren Statistikveranstaltungen angeht: die Gestaltung unseres Studiengangs orientiert sich an den Empfehlungen der DGPs. Dies betrifft auch den Umfang an Statistik-Veranstaltungen. Uns ist bewusst, dass dieser Bereich des Psychologie-Studiums für manche Studierende nicht leicht zugänglich ist. Daher gibt es die von Ihnen erwähnten Tutorien. Wir stellen auch einen Großteil der Vorlesungen auf einem extra für diese Zwecke eingerichteten Vimeo-Kanal zur Verfügung. Für Studierende, die größere Probleme mit dem Studium haben, haben wir zudem eine Psychologische Beratungsstelle gegründet, die von unserer Studienberaterin Anna-Maria de Veer geleitet wird, die selbst Psychologin und Psychotherapeutin ist. Zögern Sie bitte nicht, sich unter psychologische-beratung@phb.de an Frau de Veer zu wenden, wenn Sie merken, dass Sie Probleme haben, den Prüfungsstoff zu bewältigen. Ihr Anliegen wird dort natürlich vertraulich behandelt.

Ansonsten ist die PHB in ihrem Selbstverständnis eine Präsenzuniversität - persönlicher und direkter Kontakt mit unseren Studierenden ist eins unserer Kernelemente und Herzensanliegen. Dass dies im letzten Jahr nicht möglich war, bedauern wir selbst sehr. Sie haben Recht damit, dass uns die Pandemie und Umstellung in den Digitalbetrieb vor große Herausforderungen gestellt hat. Wir waren im Vergleich mit anderen Präsenzuniversitäten bei der Umstellung zwar schnell - eine Fernuniversität, die seit Jahren im digitalen Modus agiert, hat an der Stelle aber natürlich andere Möglichkeiten.

Wir können Ihnen aber versprechen, dass die Einführung des Campusmanagementsystems und die Umstellung des Emailsystems, die sich durch die Pandemie und entsprechende Probleme unseres Anbieters leider verzögert haben, viele Abläufe nachhaltig verbessern und beschleunigen werden.

Wir bemühen uns grundsätzlich sehr, mit Ihnen, unseren Studierenden, in Kontakt und im Gespräch zu bleiben. Es tut uns leid, dass wir Sie dabei offenbar nicht ausreichend erreicht haben. Uns ist sehr bewusst, was für eine große Herausforderung das letzte Jahr gerade auch für Sie als Studierende dargestellt hat. Wir können Sie an dieser Stelle nur noch einmal einladen, auf uns zuzugehen, wenn Sie Probleme haben oder Sie etwas stört. Wir sind, soweit uns dies möglich ist, da für Sie.

Ihr PHB-Team
04.05.2021

Aktuelle Bewertungen zum Studiengang

4.4
Martha , 06.08.2021 - Psychologie (M.Sc.)
4.3
Anonym , 23.11.2019 - Psychologie (M.Sc.)
4.3
Karo , 21.11.2019 - Psychologie (M.Sc.)
4.3
Laura , 20.11.2019 - Psychologie (M.Sc.)
5.0
Anonym , 20.11.2019 - Psychologie (M.Sc.)
5.0
Benjamin , 01.09.2018 - Psychologie (M.Sc.)
4.0
Anonym , 15.08.2018 - Psychologie (M.Sc.)
4.2
Silke , 14.08.2018 - Psychologie (M.Sc.)
4.3
Anonym , 14.08.2018 - Psychologie (M.Sc.)
4.2
Florencia , 13.08.2018 - Psychologie (M.Sc.)

Über Christian

  • Alter: Über 35
  • Geschlecht: Männlich
  • Abschluss: Ich studiere noch
  • Aktuelles Fachsemester: 2
  • Studienbeginn: 2020
  • Studienform: Vollzeitstudium
  • Standort: Standort Berlin
  • Schulabschluss: Abitur
  • Weiterempfehlung: Nein
  • Geschrieben am: 08.04.2021