Geprüfte Bewertung

Gutes Zweitfach für eigenverantwortliche Studis

Ostasienwissenschaft / Modernes China (B.A.)

Geprüfte Bewertung
  • Studieninhalte
    4.0
  • Dozenten
    2.0
  • Lehrveranstaltungen
    3.0
  • Ausstattung
    5.0
  • Organisation
    3.0
  • Bibliothek
    5.0
  • Gesamtbewertung
    3.7
Insgesamt ein sehr interessantes Zweitstudienfach, das Chinainteressierten viele Anknüpfungspunkte und Spezialisierungsoptionen bietet. Das Angebot an Seminaren ist sehr vielfältig und man kann seine (interdisziplinären) Schwerpunkt sehr frei setzen. Viele Studenten scheinen jedoch methodisch und hinsichtlich des Arbeitsaufwandes überfordert oder an der Materie desinteressiert zu sein, was manche Seminare einfach langweilig werden lässt und viele Inhalte wiederholt oder nur oberflächlich behandelt werden können. Das liegt sowohl am sehr konventionellen, unmotivierten Lehrstil mancher Dozenten als auch an der Diversität der Studentenschaft, die als "Fachfremde" in Seminaren sitzen, mit denen sie lediglich der Begriff China verbindet... Für interessierte Studentinnen selbst sollte das allerdings kein wirkliches Hindernis sein, denn das Lehrniveau und die theoretischen Anforderungen sind ansonsten angemessen. Was man letztendlich aus dem Studium herausholt hängt eben auch stark von der Fächerkombination ab, und was man dort an Wissen mitnehmen kann (Wirtschaftswissenschaften, Politik, SoWi oder Sprachwissenschaften bieten sich an). Das heißt auch: wenn man möchte, lern man sehr viel; wenn man es nicht möchte, besteht man meistens trotzdem, aber hat eben ein ödes Studium und macht es auch den anderen mies - da Modernes China für viele auch ein "Studienexperiment" ist, habe ich schleppende Seminare dort häufiger erlebt als in meinem anderen Fach. Dass das auch an der in einer anderen Bewertungen bereits erwähnten Anwesenheitspflicht liegt, ist nicht unbedingt überraschend. Sie ist häufig lästig und ein Raum mit wenigen motivierten Studentinnen hätte ich in jedem Falle als anregender empfunden als die mandatorische Kursvollständigkeit mit langen Gesichtern - auf jeden fall ein Nachteil.
Ungeachtet dessen herrscht in der Studentenschaft dennoch ein guter Zusammenhalt und eine positive Lernatmosphäre.

Die Sprachkurse bewerte ich als sehr positiv, gerade die intensive Phase im ersten Semester mit täglichen Kursen halte ich für sinnvoll, da die Sprache schlichtweg viel Einsatz benötigt. Die Kurse in Semester 2-4 sind dann viel entspannter, aber bieten eben auch spürbar weniger Fortschritt. Wenn das Sprachstudium euch wirklich nutzen soll, rate ich dringend nebenbei persönlich weiterzulernen und ein Auslandssemester zum Sprachstudium in Greater China zu verbringen. Da das Profil dieses Studiengangs nun mal inhaltlich (vs. sprachlich) ist, bleibt wenig Platz im Curriculum für die Sprachkurse. Der Wechsel von Lang- auf Kurzzeichen zum zweiten Semester ist denke ich Geschmackssache. Das wirkt etwas unorganisiert oder chaotisch, mich hat es allerdings nicht zurückgeworfen, im Gegenteil, es ist immer wieder praktisch sich auf dieser Grundlage Langzeichen erschließen zu können oder wenn man auch da am Ball bleibt, sie gar nicht zu vergessen.
Wer sich persönlich nebenbei viel mit der Sprache beschäftigt, und dafür bietet das Studium und das Uni-Umfeld viele Möglichkeiten, kann aus diesem Zweitfach meiner Meinung nach fast so viel rausholen, wie aus dem Hauptfach Moderne Sinologie. Man muss es allerdings schon selber organisieren.

Die Dozentenschaft fluktuierte während meines Studiums leider relativ stark und generell wurden viele Personalentscheidungen getroffen, die wie ich sagen würde nachhaltig auf Kosten der Studenten und der Lehre gehen. Dazu muss man sagen, dass die Professoren großteils in Bezug auf Lehre ambitioniert, sehr fachkundig und kollegial sind. Mit dem restlichen Personal variiert jeder dieser Punkte hingegen sehr stark und die Vorteile eines "kleinen" Universitätsseminars, als welches sich das OAS gerne profiliert, sind da nicht immer spürbar. Außerdem kann man den Eindruck gewinnen, dass "Modernes China" etwas das vernachlässigte Kind des Seminars ist, weil sich die Betreuung/Vororganisation auf die anderen beiden Studiengänge der OAW konzentriert und im Universitätsalltag deren Angelegenheiten die Hauptrolle spielen. Da die Seminare allerdings gemeinsam abgehalten werden, wirkt es sich zumindest auf den Studieninhalt nicht aus.

Ansonsten interessant: Die Bibliothek hat einen guten Fundus an Literatur für das Studium, man kann da kaum etwas vermissen, und da das Seminar eng mit dem CEMEAS Forschungszentrum verwoben ist und auch das Konfuziusinstitut in Göttingen ansässig ist, werden neben den Lehrveranstaltungen eine Unmenge an Präsentationen, Diskussionen und Workshops zum Fachbereich angeboten - fast mehr als man besuchen könnte. Manches darunter ist dröge und überakademisch, aber vieles auch für Studenten interessant und anregend und es erzeugt eine "akademisch dynamische" Studienumgebung, weshalb ich diesen Aspekt des Studiums noch besonders hervorheben möchte.

Da ich mein Studium - und vor allem dieses Zweitfach bereits vor einigen Semestern abgeschlossen habe, sind manche Angaben evtl. nicht mehr 100% akkurat, aber die Meinungen meiner noch aktiven Kommilitonen suggerieren mir wenig Veränderung.
  • Qualität der Sprachkurse, Auswahl und Interdisziplinarität der Seminare, Studien-/Lernumfeld, Gimmicks
  • Dozenten/Personalpolitik, Anwesenheitspflicht, das anvisierte Niveau mancher Seminare wird nicht erreicht

T. hat 1 Frage aus unserer Umfrage beantwortet

Verglichen wird die Aussage des Rezensenten mit den Angaben der Kommilitonen des Studiengangs.
  • Würdest Du diesen Studiengang nochmal wählen, wenn Du eine Zeitmaschine hättest?
    Ich würde diesen Studiengang nochmal wählen, wenn ich eine Zeitmaschine hätte.
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Aktuelle Bewertungen zum Studiengang

4.0
Christina , 19.06.2019 - Ostasienwissenschaft / Modernes China
3.0
Cathy , 30.05.2017 - Ostasienwissenschaft / Modernes China
2.4
Lisa , 04.02.2016 - Ostasienwissenschaft / Modernes China
3.6
Stefanie , 29.07.2014 - Ostasienwissenschaft / Modernes China

Über T.

  • Alter: 24-26
  • Geschlecht: Männlich
  • Abschluss: Ja
  • Studienbeginn: 2014
  • Studienform: Vollzeitstudium
  • Standort: Standort Göttingen
  • Weiterempfehlung: Ja
  • Geschrieben am: 07.06.2019