Lehrreiche Zeit, aber nicht für jeden was

Musikpädagogik (B.Mus.)

  • Studieninhalte
    2.0
  • Dozenten
    4.0
  • Lehrveranstaltungen
    3.0
  • Ausstattung
    3.0
  • Organisation
    1.0
  • Literaturzugang
    2.0
  • Digitales Studieren
    1.0
  • Gesamtbewertung
    2.3
Ich habe lange Zeit mit eher ernüchternden Erfahrungen an der Folkwang Universität im Studiengang Musikpädagogik (mit HF Klavier, klassisch) studiert.
In Kurzform: Obwohl ich mein Studium von Beginn an meinem künstlerischen Hauptfach (Klavier) ausrichten wollte, belegt man sehr viele Lehrveranstaltungen, die einen dahingehend nicht zwingend weiterbringen und weder auf wissenschaftliches Arbeiten, noch auf die spätere Unterrichtspraxis in ausreichendem Maße vorbereiten (manche scheinen nur Füller zu sein, um auf die notwendigen ECTS - Punkte zu kommen). Dies merkt man auch daran, dass die Didaktik der Dozenten, insbesondere in den [...]* - Lehrveranstaltungen nicht mehr dem aktuellen Stand der Klavierpädagogik entspricht (keine Orientierung an "neuerer Klaviermusik" wie Popstücke oder Filmmusik o.Ä.).
Die Klavierschulen, mit denen dort gearbeitet wird und die zum eigenen Unterrichten empfohlen werden, sind z.T. 30 Jahre & älter und in der Bibliothek findet man schlichtweg keine Klavierschule der heutigen Zeit. Durch die ohnehin angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt und dem Ringen um jeden Klavierschüler, glaube ich kaum, dass man junge Menschen/Kinder mit einer solchen didaktischen Ausbildung für das Klavierspiel begeistern kann!
Es wäre doch so viel möglich, anstatt, dass beim Vorunterrichten im Seminar (durch Lehrende & SchülerIn) bloß mit dem Teleskopstock über den vorliegenden Notentext gefahren wird, während die Klavierschülerin dazu spielt.[...]*

[...]*

Über die pädagogischen Lehrveranstaltungen möchte ich kein Wort verlieren. Das Niveau erinnert z.T. an Unterricht der Sekundarstufe 1 und anstatt etwas über Entwicklungs- und Lernpsychologie zu lernen (und vielleicht auch dahingehend zu prüfen oder Klausuren zu schreiben ??) und über Grundlagen des Lernens, wie man es bspw. aus den Bildungswissenschaften kennt, unterrichtet zu werden, wird in manchen Seminaren seitens der Lehrenden zu Anfang lieber das Laptop aufgeklappt, Word geöffnet und darüber philosophiert, wie man denn gerne das Seminar in diesem Semester gestalten möge: Manche Lehrende bereiten ihre Seminare schlichtweg nicht vor!
Empfehlen kann man diese Lehrveranstaltungen nur, wenn man ein ernsthaftes Interesse für elementare Musikpädagogik zeigt.

Dass mich die o.a. Seminare auf das Berufsleben vorbereitet haben, kann ich nicht erkennen!

Auf der anderen Seite muss ich jedoch gestehen, dass ich insbesondere im Bereich der Alten Musik, Neuen Musik und Musiktheorie z.T. qualitativ sehr hochwertige Lehrveranstaltungen besucht habe, die Lust auf mehr gemacht haben!

Im Großen und Ganzen ist die Uni relativ gut mit Flügeln ausgestattet, auch wenn nicht alle immer im gut spielbaren Zustand sind und damit nicht immer (seitens der Studierenden) pfleglich umgegangen wird. Ausweichend kann auch am Campus in Duisburg geübt werden. Die großzügigen Öffnungszeiten lassen es zu, seine eigenen Übeeinheiten flexibel zu planen.

Mit meinem Hauptfachunterricht im Fach Klavier habe ich durchwachsene Erfahrungen gemacht. Es waren Semester dabei, die relativ produktiv waren, durch die vielen Begleitveranstaltungen kommt man allerdings nicht so viel zum eigenen Üben, wie es wünschenswert wäre oder von den Hauptfachdozierenden verlangt wird. Dies hat oft für Konflikte gesorgt, die zum Teil auch persönlich wurden.... Die Konsequenzen waren wenige Vorspiel- und Konzertgelegenheiten [...]* und häufige Lehrerwechsel, die mich nicht notwendigerweise nach vorne gebracht haben. Den eigenen künstlerischen Anspruch an mein Spiel konnte ich nicht in Ansätzen durchsetzen, [...]*.

Die einzelnen Fachbereiche der Universität kooperieren dafür zu wenig, viele im künstlerischen Hauptfach unterrichtende Professorinnen und Professoren sind zu wenig an dem Aufbau und der Potenzialentfaltung engagierter MP-Studenten interessiert. Es wird lieber auf andere Bewerbungen aus fernen Ländern zurückgegriffen, anstatt die eigenen Studenten am Haus besser zu fördern und auf Eignungsprüfungen für den künstlerischen Master vorzubereiten (wenn der Wunsch besteht...). Denn ich halte die Kombination aus pädagogischen und künstlerischem Studium (BA und MA) für durchaus sinnvoll für das spätere Berufsleben.

Organisatorisch ist die Uni z.T. ein einziges Chaos. Vieles wird an Studierende abdelegiert (das Führen von Studienbüchern, Studierende müssen teils selbst Prüfungsprotokolle ausdrucken und zur Prüfung mitbringen, bis teils eigenständiger Prüfungsorganisation).

Die Benotung scheint in manchen Fächern vollkommen aus der Luft gegriffen. [...]*. 

Im Studiengang Musikpädagogik selbst gibt es keinerlei Propädeutik für wissenschaftliches Arbeiten wie Hausarbeiten oder auch die Bachelorarbeit. Es wird dennoch von den Studenten der Musikpädagogik, insbesondere in der Musikwissenschaft, verlangt, dass sie Hausarbeiten auf dem Niveau von wissenschaftlich (Musikwissenschaft) Studierenden verfassen können. Entsprechendes gilt auch für Abschlussarbeiten. Teils habe ich erlebt, dass hier in der Bewertung, Parallelen zu Masterarbeiten gezogen werden [...]*. 

Für diejenigen, die ohnehin als Schwerpunkt elementare Musikpädagogik wählen möchten, ist das Studium definitiv interessant und mit Sicherheit lehrreich. Wer bereits über ein Lehramtsstudium verfügt, kann "Musikpädagogik" vielleicht als sinnvolle Ergänzung und Erweiterung der eigenen Möglichkeiten ansehen.

Alle, die sich jedoch im künstlerischen Hauptfach profilieren wollen und ggfs. weiter studieren möchten, sollten sich überlegen, ob sie im Bachelor "Musikpädagogik" an der Folkwang Universität richtig sind!
[...]* Text wurde aufgrund eines Verstoßes gegen unsere Teilnahmebedingungen am 20.03.2026 redaktionell angepasst.

Aktuelle Bewertungen zum Studiengang

Musikpädagogik (B.Mus.)
3.0
M. , 27.02.2026 - Musikpädagogik (B.Mus.)
Musikpädagogik (B.Mus.)
3.4
Clara , 22.02.2026 - Musikpädagogik (B.Mus.)
Musikpädagogik (B.Mus.)
3.4
Luisa , 08.10.2025 - Musikpädagogik (B.Mus.)
Musikpädagogik (B.Mus.)
3.4
Ferry , 06.09.2025 - Musikpädagogik (B.Mus.)
Musikpädagogik (B.Mus.)
2.9
Svenia , 23.07.2025 - Musikpädagogik (B.Mus.)
Musikpädagogik (B.Mus.)
4.1
Fairy , 29.07.2024 - Musikpädagogik (B.Mus.)
Musikpädagogik (B.Mus.)
4.3
Mona , 17.07.2024 - Musikpädagogik (B.Mus.)
Musikpädagogik (B.Mus.)
3.4
Lea , 12.07.2024 - Musikpädagogik (B.Mus.)
Musikpädagogik (B.Mus.)
3.9
R. , 07.05.2024 - Musikpädagogik (B.Mus.)
Musikpädagogik (B.Mus.)
4.0
Anonym , 26.02.2024 - Musikpädagogik (B.Mus.)

Über D.

  • Alter: 24-26
  • Geschlecht: Divers
  • Studienbeginn: 2020
  • Studienform: Vollzeitstudium
  • Standort: Folkwang Universität der Künste | Campus Essen-Werden
  • Weiterempfehlung: Ja
  • Geschrieben am: 14.03.2026
  • Veröffentlicht am: 20.03.2026