Erfahrungsbericht
In Kooperation mit: Hochschule Mittweida
Erfahrungsbericht 6 von 14

Achtung! Man zahlt 1.400€/Monat für nichts

Management und Marketing in Event - Sport - Gesundheit (M.Sc.)

  • Studieninhalte
    2.0
  • Dozenten
    2.0
  • Lehrveranstaltungen
    1.0
  • Ausstattung
    4.0
  • Organisation
    1.0
  • Bibliothek
    1.0
  • Gesamtbewertung
    1.8

Achtung! Erstmal vorweg: Der Vertrag [...]* und erweckt zunächst den Anschein, dass das Studium monatlich 700€ über zwei Jahre hinweg kostet. Bei genauerer Betrachtung fällt dann auf, dass ein Monat 1.400€ kostet und sich die Studiengebühren nur auf das erste Studienjahr beziehen. Man bekommt lediglich die Möglichkeit zwei Jahre lang Raten über 700€ monatlich zu bezahlen.
Jetzt könnte man denken „Ja, und? Ist doch eigentlich nicht so relevant wie ich die Hochschule bezahle.“ Das mag sein solange man das Studium nicht abbrechen möchte. Bei Abbruch des Studiums fallen dann nämlich alle Gebühren bis zum Ende des Semesters an und man muss direkt 8.400€ (1.400x6) an den Campus zahlen, auch wenn man zunächst 700€ monatlich gezahlt hat.
Zunächst mal muss ich sagen, dass es eine Sauerei ist, Studenten in dieser Form zu binden. Die Gründe für einen Abbruch des Studiums können vielzeitig sein und einem Studenten so viel Geld abzuknüpfen, obwohl er das Studium nicht mehr nutzt, ist eine Frechheit. [...]* Nur so kann er die Studierenden halten und die hohe Abschlussquote als Aushängeschild nutzen. [...]*

Aber kommen wir zum eigentlichen Grund meines Eintrags bzw. zu den Geschehnissen, die das ganze ins Rollen gebracht haben.
Als ich zum Bewerbertag des EC Europa Campus gegangen bin, hatte ich zunächst einen sehr positiven Eindruck. Mir wurde Praxisnähe versprochen, wie ich es auch aus meinem Bachelor (SRH Hochschule Heidelberg – sehr zu empfehlen) kannte. Der Studiengang klang ebenfalls sehr gut. Natürlich wurden mir auch direkt die Studiengebühren genannt, aber dass sich diese nur auf ein Studienjahr beziehen, blieb unerwähnt. Ich habe mich dann folglich für den Studiengang immatrikuliert und mit dem Master begonnen.
Der erste Eindruck war tatsächlich positiv. Den Erstsemestertag haben wir mit einer Bootsfahrt verbracht auf der es Essen gab und man sich kennenlernte (wem würde das nicht gefallen?). Auch die ersten anderthalb Wochen des Studiums schienen vielversprechend. Wir hatten zu dieser Zeit Vorlesungen in Controlling und Finanzierung bei einem externen Dozenten der DHBW (dieser sei an der Stelle gelobt), der sehr kompetente Vorlesungen gemacht hat. Was mir allerdings auch hier schon auffiel: er erwähnte, dass die Studieninhalte der Fächer Bachelor-Niveau hätten, weil er das so vom EC vorgeschrieben bekam. Der Grund dafür sei, dass nicht alle Studierenden des Masters BWL-Grundlagen besäßen (sollte man die nicht haben, wenn man einen betriebswirtschaftlich-orientierten Master macht!? – Naja…).
Der gute Eindruck verflog dann recht schnell und ich fühlte mich zunehmend unwohl und schlecht aufgehoben am EC.
Das begann mit der ersten Vorlesung bei Herrn X, dem Geschäftsführer des EC Europa Campus:
Er kam zunächst 30 Minuten später als die Studierenden und stellte dann seine eigenen Vorlesungszeiten auf. Die Zeit, die lediglich ER zu spät kam, hängte er natürlich hinten dran.
Neben ihm befanden sich in allen weiteren Vorlesungen noch mindestens zwei weitere Dozenten im Raum und protokollierten akribisch jedes Wort, damit man ihm in einer Prüfung nichts vorhalten kann. Ab und an rief er seine Dozenten auf, damit diese ihm ununterbrochen zunickten und ihn in seiner Meinung bestätigten. [...]*
Dazu kam ein Umgangston, den ich mehr als respektlos bezeichnen würde. [...]* Nicht nur bei (in seinen Augen) falschen Antworten auf die Fragen, sondern auch über Kollegen, die nicht anwesend waren wurde weitreichend gelästert. Zu mir war Herr X, solange ich mich im Hintergrund hielt, höflich, weshalb ich mir daraus noch nicht allzu viel machte.
Nach einigen weiteren Vorlesungen musste ich feststellen, dass auch die Vorlesungsinhalte der weiteren Veranstaltungen auf Bachelor-Niveau waren. Alles was ich lernen sollte, hatte ich bereits ausgiebig im Bachelor gelernt und musste es nun in einem anderen Wortlaut wieder lernen. Mit Wortlaut meine ich wirklich die exakte Wiedergabe des im Skript geschriebenen. Sobald man nicht exakt die Worte wiedergab, die darin standen, war die Antwort falsch und es hieß: „Damit bestehen Sie meine Klausur nie! In der Multiple-Choice-Klausur müssen Sie meine Worte kennen.“ Das mag auf eine Weise nachvollziehbar klingen, allerdings bin ich der Ansicht, dass ich nicht für die Klausur, sondern für mein Leben lerne und die Studieninhalte später auch in der Praxis anwenden können muss. Was bringen mir dann zwei Begriffe, wenn ich sie nicht beschreiben kann!?
Hinzu kam, dass sich die Skripte drei verschiedener Fächer überschnitten. 50% der Folien waren in allen drei Skripten exakt dieselben und ich sollte somit für drei Fächer (alle von Herrn X gelehrt), teilweise dasselbe lernen. Auch hier kann man argumentieren, dass es normal sei, dass sich Vorlesungsinhalte überschneiden. Ja, das mag sein. Aber nicht in diesem Ausmaß.
All das waren kleine Vorgeschmäcker, die mich etwas beunruhigt haben, mich jedoch noch nicht zum Abbruch veranlasst haben. Der große Knall kam dann mit einem Gruppenreferat, das wir als Prüfungsvorbereitung halten mussten (dazu muss man sagen, dass der Prüfungsinhalt zu 50% aus dem bestand, was Herr X in der Vorlesung lehrte und zu 50% aus dem, was wir in unserem eigenen Referat in der Gruppe erarbeiteten). Das Referat war nicht gut, das gebe ich zu, allerdings wäre ein dermaßen respektloser Umgang nicht nötig gewesen. Bereits nach einer Minute wurden wir von Herrn X unterbrochen mit den Worten: „So eine Scheiße brauchen Sie mir nicht an die Wand klatschen“. Solche Kommentare zogen sich durch das gesamte Referat. Besonders demütigend waren Phasen, in denen sich Herr X lautstark mit seiner Kollegin unterhielt und den Referatsinhalt absolut nicht mehr verfolgte. Nachdem ich sie darauf hingewiesen hatte, dass sie mir zuhören mögen, hieß es bloß: „Es ist normal, dass man sich während eines Vortrages unterhält und wenn Sie wollen, dass ich Ihnen zuhöre, dann müssen Sie halt lauter sprechen“. Ich muss sagen, dass ich das nicht so sehe und dass es einfach respektlos ist, einem anderen Menschen nicht zuzuhören, wenn er vorne steht und referiert. Besonders interessant war dann noch, dass mir vorgeworfen wurde, ich hätte bestimmte Inhalte nicht erwähnt. Natürlich hatte ich sie erwähnt und erläutert. Und natürlich hatte ich eine Folie dazu, die er nicht wahrgenommen hatte, weil er mit der Unterhaltung beschäftigt war.
Ich wurde in meinem Leben noch nie so gedemütigt und für mich war danach klar, dass hier etwas gewaltig schief läuft und ich den Campus so schnell nicht mehr betreten werde.

Ich habe mich natürlich gefragt, ob ich zu empfindlich war oder ob die Schuld für das Desaster bei mir lag. Ich kam aber zu der Erkenntnis, dass ich im Berufsleben meinem Chef genauso die Kündigung vorlegen würde und mir eine andere Alternative suchen würde. Kein Mensch hat es verdient, so behandelt zu werden. Hätte es sich hier um einen einzigen angestellten Dozenten gehandelt, wäre meine Entscheidung vielleicht anders ausgefallen. Es handelte sich aber um den obersten Chef, den Drahtzieher, der alle seine Kollegen unter der Fuchtel hat und über den eine Beschwerde gar nichts bringt.

Wenn ich mir die Bewertungen hier anschaue, dann muss ich zugeben, dass das meiste positiv dargestellt wird. Zwischendurch finden sich jedoch auch Bewertungen, die meine Erlebnisse bestätigen. Ich gehe davon aus, dass die Studierenden, die zufrieden waren, eher Bewertungen abgeben, als die, die es nicht waren. Meine Erfahrung zeigt mittlerweile auch sehr deutlich, dass alle Studierenden des ECs, die ich nach meiner Zeit dort kennengelernt habe, durchweg froh sind, dass sie das Studium beendet haben/Studium beenden werden. Die Studiengänge sind durchschaubar und man hört anhand des Titels sofort, zu welcher Einrichtung der Studiengang gehört. [...]*

Natürlich war nicht alles schlecht. Die Lernmittel waren modern, die Einrichtung sauber und gepflegt. Das war es leider auch schon. Mein Rat ist: sollte man viel Geld haben und kein Problem haben, es gegebenenfalls zu verlieren, dann kann man das Studium am EC ausprobieren. Vielleicht macht man auch bessere Erfahrungen, ich würde den Campus aber nicht empfehlen. Ich hatte die Wahl: Geld oder Leben verlieren. Ich habe mich für mein Leben entschieden, bin jetzt ziemlich pleite, aber dennoch glücklich. Ich mache einen Master, der mir Spaß macht und bei dem ich mich sowohl menschlich als auch fachlich gut aufgehoben fühle.

PS:
Klar, viele werden sich jetzt denken „eine schlechte Bewertung macht nicht gleich alles schlecht und Studenten können immer gut motzen, wenn ihnen etwas nicht passt“. So habe ich auch gedacht und ich hätte mich von einer schlechten Bewertung nie beeinflussen lassen. Ich selbst habe meinen Bachelor mit 1,5 abgeschlossen und gehöre wahrlich nicht zu der faulen Sektion. Ich bin eigentlich ein klassischer Streber und suche die Fehler erst bei mir, ehe ich jemand anderem die Schuld gebe. Ich kann deshalb nur hoffen, dass ich zumindest ein paar von Euch davor bewahre, den Schritt zu gehen und Euch gegen die Hochschule zu entscheiden.

 

* redaktionell bearbeitet, da gegen die Teilnahmebedingungen verstoßen wurde

Aktuelle Bewertungen zum Studiengang

4.5
Max , 25.03.2019 - Management und Marketing in Event - Sport - Gesundheit
3.3
Daniela , 12.02.2019 - Management und Marketing in Event - Sport - Gesundheit
4.5
Simone , 10.02.2019 - Management und Marketing in Event - Sport - Gesundheit
4.8
Julia , 08.02.2019 - Management und Marketing in Event - Sport - Gesundheit
5.0
Ram , 07.05.2018 - Management und Marketing in Event - Sport - Gesundheit
4.3
Alex , 06.09.2016 - Management und Marketing in Event - Sport - Gesundheit
4.2
Anonym , 29.08.2016 - Management und Marketing in Event - Sport - Gesundheit
3.7
Alican , 15.08.2016 - Management und Marketing in Event - Sport - Gesundheit
4.7
DaKo , 11.08.2016 - Management und Marketing in Event - Sport - Gesundheit
4.7
BK , 11.08.2016 - Management und Marketing in Event - Sport - Gesundheit

Über Lena

  • Alter: 21-23
  • Geschlecht: Weiblich
  • Abschluss: Ich habe abgebrochen
  • Studienbeginn: 2016
  • Studienform: Vollzeitstudium
  • Standort: Standort Karlsruhe
  • Schulabschluss: Abitur
  • Weiterempfehlung: Nein
  • Geschrieben am: 13.01.2017