Geprüfte Bewertung

Topmoderne Hochschule, nur schlecht organisiert

Architektur und Innenarchitektur (B.A.)

Geprüfte Bewertung
  • Studieninhalte
    3.0
  • Dozenten
    3.0
  • Lehrveranstaltungen
    4.0
  • Ausstattung
    5.0
  • Organisation
    2.0
  • Bibliothek
    5.0
  • Gesamtbewertung
    3.7
Ich habe die HSD noch kennengelernt, als sie in Golzheim im alten und teilweisesanierungsbedürftigen Campus war. Dennoch war auch das Studium dort eine schöne Zeit, besonders wegen ihrer ruhigen Lage unmittelbar vom Rhein entfernt. Nun ist die PBSA seit 2018 als letzte Fakultät auch auf dem neuen Campus untergebracht, dessen Neubau zwar steril wirkt, aber dafür sehr modern ist. Beide Standorte hatten für Studierende genügend eigene Parkplätze in der Tiefgarage, bei der neuen Lage kommt man nun auch mit dem öffentlichen Fernverkehr wunderbar hin.

Die Inhalte des Bachelors sind sehr balanciert auf beide Teilbereiche des Studiums verteilt. In den Grundlagen der ersten zwei Semester lernt man die Basics des Konstruierens, Entwerfens und Gestaltens kennen. Man ist in diesen Semestern jeden Tag mindestens 9 Stunden dort. Ab dem 3. Semester beginnen dann die Wahlentwürfe und Seminare, wo man seinen Stundenplan auch selbst gestalten kann.

Man lernt im Bachelor keinen puren Hochbau wie anderswo, dafür bekommt man im 3. Semester (wahlweise auch ab dann bis zum Ende) Einblicke in den raumbildenden Ausbau durch mind. einen Innenarchitekturentwurf und Vorlesungen für Ausbaukonstruktion, Messebau, Möbelbau und Lichtplanung. Im 4. Semester wandelt sich der Lehrplan und es kommen auch Städtebau, Bauen im Bestand, Baustatik und Landschaftsarchitektur auf den Stundenplan.

Zum Ende ab dem 5. Semester ist man frei, sich den Stundenplan individuell festzulegen und so kann man seine eigenen Schwerpunkte setzen - man kann sich auf Hochbau oder Innenausbau spezialisieren und im letzten Semester auch sein Abschlussthema in einer der beiden Disziplinen machen - hier sollte man aber besser einen Hochbauentwurf nehmen, da man sich nur für den MA Architektur bewerben kann, wenn man mit einem Hochbauentwurf den Bachelor macht.

Grundsätzlich gab es aber auch Erfahrungen, die das Studienerlebnis etwas trübten. Ein großes Manko ist für mich gewesen, dass viele Lehrveranstaltungen nicht wirklich ihrem Namen gerecht wurden. In der Hochbaukonstruktion-Vorlesung musste man damals nur eine Mappe machen, wie Architektur weltweit auf Klima und Menschen reagiert. Hier hätte ich mir eigentlich mehr Kenntnisse über das technische Konstruieren von Gebäuden gewünscht. Ebenso sind auch die Kurse Gebäudelehre und Darstellung nicht wirklich besuchenswert gewesen. Hier haben habe viele Professoren gewechselt, ergo kann diese Kritik inzwischen obsolet sein. In der Prüfungsphase wird der Alltag an der Hochschule oft chaotisch, da auch der neue Standort unter einem dezenten Platzmangel leidet, sodass oft Prüfungen erst kurzfristig festgelegt oder verlegt werden. Während manche Professoren in der Phase ganz fokussiert bleiben, lassen sich andere von der Hektik und Ungenauigkeit anstecken und somit werden die letzten wichtigen Korrekturen im Hau-Ruck-Verfahren durchgezogen.

Was mich auch gestört hat, war die Tatsache, dass die Hochschule bis heute kein gängiges CAD-Programm professionell lehrt - ergo arbeitet jeder Student hier mit dem Programm, was er für richtig hält. Es wird zwar Rhino3D optional angeboten, dieses ist jedoch eine Design-Software und keine später im Büro gängige Architektursoftware wie Vectorworks, ArchiCAD oder Allplan. Hier muss man leider auch sich selbst schulen - oder sich auf die freiwilligen Kurse der Sondertutoren verlassen, die jedoch auch nur das vermitteln, was sie selbst kennen.

Auf der Gegenseite stehen aber bis auf die üblichen Ausnahmen sehr vielfältige und nette Dozenten, die einen mehr oder weniger pushen und unterschiedlich anspruchsvoll sind. Was jedoch bei allen Dozenten gleich ist: Eigenständiges Lernen und arbeiten wird vorausgesetzt, ansonsten wird man bei den Korrekturen weniger Freude haben. Darunter leiden durchaus viele Studierende, die bei gewissen Themen ihre Verständnisprobleme haben. Daher sollte man auch sich niemals nach dem Hörensagen der Anderen richten, sondern stets die Entwürfe wählen, bei denen man auch das Interesse spürt. Besonders zu loben ist die (europaweit größte) Werkstatt für Modellbau und das Sekretariat, welches immer bei verzwickten Situationen helfen kann. Die Werkstatt ist vom 3D-Drucker bis zur 3D-Holzfräse ausgestattet und bietet dem Modellbau und dem Möbelbau grenzenlose Kreativität. Im Computerpool stehen viele iMacs mit 27" zur Verfügung, wenn man mal vor Ort arbeiten möchte.

Am Ende war es eine schöne Studienzeit mit ihren typischen Mankos, die man aber irgendwann akzeptiert und das Beste draus macht - eigentlich wie überall anderswo auch.
  • tolle Ausstattung, großes Kursangebot, schöne Stadt, riesige Werkstatt
  • keine Softwareausbildung, ambivalente Dozenten, teilweise inhaltsfremde Kurse

Aktuelle Bewertungen zum Studiengang

3.5
Melisa , 17.09.2019 - Architektur und Innenarchitektur
3.8
Jens , 17.09.2019 - Architektur und Innenarchitektur
4.3
Annkka , 15.09.2019 - Architektur und Innenarchitektur
4.0
Tim , 01.08.2019 - Architektur und Innenarchitektur
3.3
Vanessa , 13.07.2019 - Architektur und Innenarchitektur
4.2
Sinja , 09.07.2019 - Architektur und Innenarchitektur
3.8
laeticia , 28.05.2019 - Architektur und Innenarchitektur
3.7
Anonym , 25.05.2019 - Architektur und Innenarchitektur
2.7
Alicia Marie , 18.05.2019 - Architektur und Innenarchitektur
3.7
Evelyne , 15.05.2019 - Architektur und Innenarchitektur

Über Max

  • Alter: 27-29
  • Geschlecht: Männlich
  • Abschluss: Ja
  • Studiendauer: 11 Semester
  • Studienbeginn: 2013
  • Studienform: Vollzeitstudium
  • Standort: Campus Derendorf
  • Schulabschluss: Abitur
  • Abischnitt: 2,5
  • Weiterempfehlung: Ja
  • Geschrieben am: 26.08.2019