Licht, Kamera… Verwirrung? Mein erstes Semester.

Film + Motion Design (B.A.)

  • Studieninhalte
    4.0
  • Dozenten
    4.0
  • Lehrveranstaltungen
    4.0
  • Ausstattung
    3.0
  • Organisation
    3.0
  • Literaturzugang
    4.0
  • Digitales Studieren
    4.0
  • Gesamtbewertung
    3.7
Ich bin Erstsemester-Bachelorstudentin im Studiengang Film & Motion Design an der SRH Hochschule Berlin. Bisher habe ich die Veranstaltungen Dramaturgie, Regie, Photography Programming Skills, Photography Technical Skills, Typografie und Grundlagen der Produktion besucht. Da ich vor Studienbeginn noch nie mit Kameras gearbeitet hatte, war der Einstieg ziemlich intensiv – vor allem, weil das Vorwissen und die Erfahrung meiner Kommiliton*innen sehr unterschiedlich sind. Hier eine detailliertere Übersicht:

1) Studieninhalte und Lehrveranstaltungen

Dramaturgie – sehr gut

Wir begannen mit den Grundlagen: Woraus besteht ein Drehbuch? Wie macht man eine Geschichte plausibel? Wie schafft man spannende Charaktere und einen fesselnden Plot? Begleitet wurde dies von Kurzfilmbeispielen und Praxisberichten.

Regie – durchschnittlich

Wir hatten nur eine Vorlesung, bevor wir mit der Vorbereitung unseres ersten Kurzfilms beginnen mussten. Zwar bekamen wir ein Drehbuch, aber alles andere mussten wir selbst herausfinden: Drehort, Equipment, Umgang mit Schnittprogrammen usw.
Unser Kurs wurde in drei Teams aufgeteilt; jedes Team hatte einen Producerin, Regisseurin, Editorin, Tontechnikerin, Kameraperson und Schauspielerinnen. Trotzdem hatten wir keinerlei Produktionserfahrung (da die Producing-Klasse nach dem Dreh stattfand), kaum Schnittkenntnisse, wenig Tonwissen und nur grundlegende Kamerakenntnisse. Meiner Meinung nach fehlten uns theoretische Grundlagen und ausreichend Zeit.

Trotzdem war es eine wertvolle Erfahrung – Teamarbeit, gegenseitige Unterstützung und Problemlösung. Um Studierende besser vorzubereiten, wären folgende Maßnahmen sinnvoll:
a) Grundlagen in Produktion, Schnitt, Kameraarbeit und Ton vor dem ersten Dreh vermitteln. Dadurch würden die praktischen Regiestunden später im 1. Semester oder erst im 2. Semester beginnen.
b) Den Fokus stärker auf Lernprozess und Teamarbeit legen statt auf das Endergebnis.

Photography Programming Skills – sehr gut

Wir arbeiteten mit Photoshop und Lightroom, analysierten das Interface im Detail und hielten jederzeit an, wenn etwas unklar war. Wir retuschierten Bilder, arbeiteten nicht nur mit Übungsbeispielen, sondern auch mit unseren eigenen Fotos, kreativ und frei. Außerdem erhielten wir Einblicke in die Fotografiegeschichte, wichtige Fotograf*innen, ihre Techniken und Stile. Wir lernten Blitz und Langzeitbelichtung anhand eigener Fotoprojekte, ohne strenge Vorgaben.

Photography Technical Skills – sehr gut

Die Stunden waren klar strukturiert: zuerst Theorie, dann Praxis. Innerhalb eines Monats lernten wir, Fotos mit korrekten Einstellungen zu machen, unterschiedliche Techniken anzuwenden und mit Licht zu arbeiten. Da der Unterricht im Fotostudio stattfindet, gibt es keine Probleme mit zu hellem oder zu dunklem natürlichen Licht.

Typografie – sehr gut

Wir hatten bisher nur eine Typografie-Stunde, aber ich sehe bereits großes Potenzial. Der Unterricht war gut aufgebaut: Theorie, anschließend Praxis, danach Gruppendiskussion der Ergebnisse.

Production Basics – gut

Wir hatten bisher eine Stunde, aus der ich sehr viel mitgenommen habe (und erneut das Gefühl bekam, dass diese Veranstaltung vor Regie stattfinden sollte). Anhand von Kurzfilmbeispielen besprachen wir Risiken, Kosten, Budgetierung und wichtige Punkte vor einem Dreh.



2) Dozenten
• Dramaturgie – Carlos Morelli: Aufrichtig, humorvoll, erklärt alles ausführlich und stellt sicher, dass alle folgen können.
• Regie – Adam Csaszi: Pragmatich und ruhig, mit vielen hilfreichen Tipps zur Organisation und zum Dreh.
• Photography Programming Skills – Ayala Gazit: Lustig, warmherzig und offensichtlich leidenschaftlich bei der Arbeit.
• Photography Technical Skills – Ole Bader: Sehr engagiert und ruhig; er begleitet die Studierenden und lässt ihnen Raum zum eigenen Denken.
• Typografie – Andrew Hurle: Sehr strukturiert und unterstützend, mit klarer Organisation und wertvollem Feedback.
• Production Basics – Marcus Hanisch: Kommunikativ und exzentrisch; seine Ideen überraschen und regen zum Denken an.

Die internationale Vielfalt der Lehrenden bereichert nicht nur unsere Erfahrungen, sondern schafft auch ein angenehmeres und offeneres Lernumfeld.



3) Ausstattung

Als Film & Motion Design-Studentin kann ich kostenlos viel Equipment ausleihen – Kameras, Lichter, Stative usw. – und auch Räume wie das Film- und Fotostudio buchen. Voraussetzung dafür ist eine Haftpflichtversicherung, da das Equipment teuer ist und man die Verantwortung trägt.

Leider hatten wir mehrmals defektes Equipment, besonders Mikrofone und Stative. Deshalb sollte man immer alles überprüfen, bevor man den Leihvertrag unterschreibt.

Die Buchungswebsite ist teilweise unübersichtlich: Eine bestimmte Kamera fand ich erst, als ich ihren Namen direkt in die Suche eingegeben habe.

Der größte Nachteil des SRH Campus ist das Fehlen einer Mensa. Da man manchmal über 7 Stunden am Campus ist, braucht man richtige Mahlzeiten. Ich bringe mir meist selbst etwas mit (Snacks in der Cafeteria sind teuer), aber eine bezahlbare, warme Mahlzeit wäre ideal.

Adobe Cloud

Ich ging davon aus, dass SRH Adobe Cloud zur Verfügung stellt – dem ist nicht so. Das Abo kostet etwa 20€/Monat, weshalb es sinnvoll sein kann, sich mit jemandem zusammenzutun. Solche Zusatzkosten sollten zukünftigen Studierenden frühzeitig kommuniziert werden.



4) Organisation

Im Studiengang Film & Motion Design muss man sehr viel selbstständig arbeiten, wenn man gute Ergebnisse erzielen möchte, da die Präsenzzeit relativ gering ist. Der Stundenplan ist unregelmäßig, meistens haben wir nur zwei Studientage pro Woche. Das ist für berufstätige Studierende praktisch, aber bei den Studiengebühren würde ich mir eine vollere Woche wünschen.

Die Studienkoordination, die wichtigste Anlaufstelle für Studierende, ist erst ab 12:00 Uhr erreichbar, obwohl die meisten Kurse schon um 9:00 Uhr beginnen. Dadurch entsteht eine 3-stündige Lücke.

Einige Dozent*innen wirken ebenso neu an der Hochschule wie wir — was aufgrund des neuen Campus verständlich ist.

Zu Studienbeginn im Oktober hatte ich Schwierigkeiten, meine Zugangsdaten für die Hochschulwebsites und das Microsoft-Konto zu erhalten. Meine Krankenversicherung wurde bereits im Juli übermittelt und vom Studienberater genehmigt. Tatsächlich darf die Versicherung aber erst spätestens vier Wochen vor Studienbeginn geschickt werden — das wusste niemand. Fast alle Studierenden, mit denen ich gesprochen habe, hatten dasselbe Problem. Auch darüber sollte man zukünftige Studierende vorab informieren.



Als jemand, der neu in der Branche ist, genieße ich jede Information, die wir im Unterricht bekommen. Als fleißige und schnell lernende Person passe ich mich gut an. Aber als verantwortungsbewusster Mensch stresst mich Unorganisation und mangelnde Struktur.
Tipp: Weiterführende Informationen zum Studium hier!

Aktuelle Bewertungen zum Studiengang

3.0
Data , 23.06.2026 - Film + Motion Design (B.A.)
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David , 21.06.2024 - Film + Motion Design (B.A.)

Über Lada

  • Alter: 18-20
  • Geschlecht: Weiblich
  • Abschluss: Ich studiere noch
  • Aktuelles Fachsemester: 1
  • Studienbeginn: 2025
  • Studienform: Vollzeitstudium
  • Standort: Berlin School of Design and Communication
  • Weiterempfehlung: Ja
  • Geschrieben am: 26.11.2025
  • Veröffentlicht am: 01.12.2025