Geprüfte Bewertung

Insgesamt tolles Studium, will aber überlegt sein

Global Brand & Fashion Management (B.A.)

Geprüfte Bewertung
  • Studieninhalte
    5.0
  • Dozenten
    5.0
  • Lehrveranstaltungen
    4.0
  • Ausstattung
    5.0
  • Organisation
    5.0
  • Bibliothek
    3.0
  • Gesamtbewertung
    4.5
Ich habe B.A. Global Brand & Fashion Management in 7 Semestern studiert. (Das siebte nur als Zusatzsemester für das Auslandspraktikum und die Bachelorarbeit, 10% der eigentlichen Semestergebühr dafür.) Das Studium hat mir rundum gefallen, allerdings darf man nicht vergessen, dass das Ganze eine vergleichsweise teure Angelegenheit ist. Man muss bedenken, dass zusätzlich zu den Semestergebühren noch Kosten für das Auslandssemester und unbezahlte Praktika hinzukommen. Je nachdem, wo man das verpflichtende Auslandspraktikum absolviert, muss hierbei mit einer Summe gerechnet werden, die einem Semesterbeitrag gleich kommt. Natürlich muss hierbei der Studiengang berücksichtigt werden, denn wenn man Finance studiert findet man sicherlich mehr vergütete Plätze als in der Fashion-Branche. Bei der Suche nach Praktikumsplätzen habe ich persönlich (und alle anderen Kommilitonen) außerdem nicht wie anfangs angepriesen aktive Unterstützung im Sinne einer Vermittlung über Kontakte der ISM bekommen, sodass ich ein ganzes Jahr nach einem Praktikumsplatz im Ausland gesucht habe, der meinem Studienfeld entspricht. Auch wenn sich die ISM sehr Mühe gibt in den Semesterferien genug Zeit für Praktika zu schaffen, ist es teils doch immer noch schwierig drei Monate am Stück zu finden, in denen man ein Praktikum absolvieren könnte. Fast alle Unternehmen, bei denen ich mich beworben hatte (sehr, sehr viele) haben einen Mindestzeitraum von eben diesen drei Monaten veranschlagt - was ja auch nicht verwunderlich ist. Dementsprechend hätte ich im Nachhinein ein grundsätzlich integriertes Praktikumssemester viel besser gefunden. (Man kann aber selbst eins einleiten, dann ist man danach halt bei einem anderen Semester.) Falls man Kontakte in die entsprechende Branche hat, gestaltet sich das Ganze natürlich etwas einfacher… Dazu muss aber auch gesagt werden, dass sich extrem viele einfach einen Wisch von Verwandten, Lovern und co über ein vermeintlich absolviertes Praktikum haben ausstellen lassen, ohne dass es auch tatsächlich absolviert wurde. Trotz einer verpflichtenden Praktikumspräsentation zum eigentlichen Nachweis fehlt es hier noch am System. (Eine PowerPoint kann jeder, der sich mit eben diesem Verwandten o.Ä. ein bisschen unterhalten hat locker ohne Probleme glaubhaft zusammen stellen.) Natürlich ist es am Ende im eigenen Interesse die Praktika auch wirklich zu machen.
Ansonsten fand ich, dass das Studium allgemein gut aufgebaut war: immer durch viele case studies unterstützt, immer in direkter Interaktion mit dem Dozenten, mittel bis teils sehr kleine Gruppen, interessante Events (berufsunterstützend oder auch einfach nur für die Studenten selbst), genug Möglichkeiten für eine optimale Klausurvorbereitung durch Nachhilfeangebote und extra Vorlesungen. Dabei muss ich aber auch kritisieren, dass alle Prüfungen zu 90% auf Auswendiglernen ausgerichtet sind. Wer eher auf Hausarbeiten, Essays und co aus ist, sollte sich es sehr gut überlegen. Ich persönlich kann mit Auswendiglernen wenig anfangen - natürlich gehört das zu einem gewissen Teil zu jedem Studium, allerdings wird hier der eigentliche Lernfortschritt außer Acht gelassen. Wer dann fleißig in allen Vorlesungen saß kann am Ende also immer noch einen riesen Lernaufwand vor sich haben. Hierbei muss auch beachtet werden, dass alle Klausuren innerhalb von zwei Wochen, die an die Vorlesungszeit angrenzen, geschrieben werden. Man muss also gut koordinieren und planen können, dadurch lernt man das aber zwangsläufig auch ziemlich gut. Ansonsten sind alle Prüfungen sehr gut machbar, ich kenne zwar einige, die regelmäßig durch Klausuren durchgefallen sind und sogar zusätzliche Semester deswegen anhängen mussten, aber wenn man sich ein bisschen auf den Hosenboden setzt, stellt das kein Problem dar. (Ich persönlich habe alle Prüfungen in der Regelstudienzeit geschrieben und bestanden - nur die Thesis habe ich dann im siebten Semester geschrieben.) Ausnahmslos alle Dozenten sind auch immer sehr offen für Fragen gewesen und haben teils sogar in ihrer Mittagspause Dinge nochmals erklärt. Fachspezifische Lernmittel wie Bücher sind genug vorhanden, allerdings sind die Skripte recht gut aufgebaut, sodass man meiner Meinung nach getrost auf diese Bücher verzichten kann. Dabei muss auch noch erwähnt werden, dass anscheinend an den Standorten Köln und besonders Hamburg eigentlich streng geheime Prüfungsfragen bereits im Vorhinein von Dozenten an Studenten weitergegeben wurden. Kein Wunder also, wenn diese Standorte dann wunderlicherweise besonders gut in bestimmten Klausuren abgeschnitten haben und man selbst vergleichsweise schlecht da steht…
Die Leute sind alle mehr als in Ordnung - klar gibt es immer Ausnahmen, aber das liegt nicht zwingend an der ISM, sondern schlichtweg am Charakter. Allgemein war jeder immer motiviert (viele auch sehr ehrgeizig) und insgesamt war die allgemeine Stimmung immer sehr positiv. Ein Campus-Leben im Sinne von Zusammenhalt oder so war aber nicht existent.
Ein Kritikpunkt, den ich noch erwähnen möchte, ist die Bezeichnung meines Studiengangs. Ich habe immer zu kämpfen und muss mich immer rechtfertigen dafür, weil natürlich viele sofort das Klischee "Ah, du hast Mode studiert" (vor allem auch in Verbindung mit einer privaten Hochschule) im Kopf haben. Ich denke viele gönnen einem das nicht und reagieren daher negativ, aber auch weil sie nicht wissen, was man da eigentlich macht. Natürlich steckt man auch nicht gleich jedem seinen kompletten Syllabus. Erstaunlicherweise haben aber vor allem die Personalabteilungen von vielen Unternehmen keine Vorstellung davon, was man da eigentlich studiert, fragen aber auch nicht nach, haken einen einfach als Modepüppchen ab und geben dann die Rückmeldung "Abgelehnt, weil unzureichende Kenntnisse". (Obwohl das ja nicht der Fall ist.) Daher sollte man sich genau überlegen, ob man nicht doch lieber normal BWL (oder zB International Management an der ISM) studieren sollte, um nicht in diese Schublade gesteckt zu werden. Ich persönlich setze daher noch einen klassischen MBA oben drauf, um davon weg zu kommen. Ich denke, dass sich das Ganze anders gestalten lässt, sobald "Fashion" einfach nicht mehr im Namen des Studiengangs auftauchen würde. Außerdem sollten mehr ECTS an Fächer wie Statistik, Wirtschaftsmathe, VWL und co übertragen werden, da man spätestens bei der Bewerbung für den Master damit Probleme bekommen kann. Mir persönlich wurden dadurch einige potentielle Studiengänge versagt, die eigentlich passend gewesen wären.
Eine letzte Sache, die ich hier nicht unerwähnt lassen will: Bei der Abgabe meiner Bachelorarbeit sind mir unerwartet große Steine in den Weg gelegt worden. Die Korrekturzeit beträgt zwei Monate und da ich kurze Zeit danach meinen Master starten wollte, bin ich etwas unter Zeitdruck geraten. Letztendlich hatte ich deswegen nur etwa 6-7 Wochen Zeit, um meine Thesis zu schreiben. (Reicht aber vollkommen aus.) Die von der ISM grundsätzlich veranschlagte Zeit für das Schreiben der Arbeit beträgt 10 Wochen. Ich habe also meine Arbeit irgendwann entsprechend angemeldet, als ich angefangen habe und dann eben vorzeitig abgegeben. Dann habe ich kurz darauf eine Email bekommen, in der mir gesagt wurde, dass man mal schauen müsse, ob meine Arbeit denn überhaupt zulässig sei, weil ich sie in unter 75% der veranschlagten Zeit abgegeben habe. Dazu muss man sagen, dass ich davor gründlichst alle Arten von Prüfungsordnungen, Regelwerken und sonstige Richtlinien durchgelesen habe und absolut nichts von einer Mindestbearbeitungsdauer gefunden habe. Natürlich auch nicht, als ich das nach besagter Email nochmals gemacht habe. Es wurde überall nur gesagt, dass man die Thesis eben FRISTGERECHT abgeben muss, was ich ja getan hatte. Letztendlich habe ich mit dem Einsatz von Anwälten gedroht und mein Betreuer musste sich zwei Mal mit dem Dekan treffen, um die Gültigkeit meiner Abgabe durchzusetzen. Am Ende ging alles durch, aber wäre das nicht der Fall gewesen, hätte ich meinen Master ohne jegliche fundierte Begründung und wegen der reinen Willkür seitens der ISM erst mal nicht anfangen können. Wenn man bedenkt, dass ich rund 40.000€ für das Studium ausgegeben und immer alle Regelsätze beachtet und eingehalten habe und absolut nichts falsch gemacht habe, dann fragt man sich schon wieso man sich so eine Schikane eigentlich antun soll… Mal ganz abgesehen von dem Psycho-Stress, den das bei mir verursacht hat.

Ansonsten würde ich das Studium aber weiterempfehlen - es ist auf jeden Fall etwas besonderes, wozu auch nicht jeder die Möglichkeit hat.
  • Sehr gute Dozenten, sehr gute Organisation (bürokratisch aber auch vom Aufbau des Studiums her), super Standort, motivierende Umgebung, viele zusätzliche Möglichkeiten
  • teils angepriesene Vorteile nicht erhalten

Aktuelle Bewertungen zum Studiengang

4.2
Chantal , 21.09.2019 - Global Brand & Fashion Management
3.5
Nina , 27.07.2019 - Global Brand & Fashion Management
4.3
Richmond , 16.07.2019 - Global Brand & Fashion Management
2.8
Süry , 15.07.2019 - Global Brand & Fashion Management
4.5
Susanne , 13.07.2019 - Global Brand & Fashion Management
3.3
Lulu , 19.05.2019 - Global Brand & Fashion Management
4.3
Dominique , 10.05.2019 - Global Brand & Fashion Management
3.2
Julia , 17.02.2019 - Global Brand & Fashion Management
4.7
Anna , 27.09.2018 - Global Brand & Fashion Management
3.2
Alina , 18.07.2018 - Global Brand & Fashion Management

Über Rebecca

  • Alter: 21-23
  • Geschlecht: Weiblich
  • Abschluss: Ja
  • Studiendauer: 7 Semester
  • Studienbeginn: 2016
  • Studienform: Vollzeitstudium
  • Standort: Campus München
  • Schulabschluss: Abitur
  • Weiterempfehlung: Ja
  • Geschrieben am: 15.08.2019