Erfahrungsbericht
In Kooperation mit: University of Hertfordshire
Erfahrungsbericht 3 von 43
Nachweis erbracht

Viel Geld für ungenügende Inhalte.

Audio Engineering (Bachelor)

Nachweis erbracht
  • Studieninhalte
    3.0
  • Dozenten
    2.0
  • Lehrveranstaltungen
    3.0
  • Ausstattung
    3.0
  • Organisation
    1.0
  • Bibliothek
    2.0
  • Digitales Studieren
    2.0
  • Gesamtbewertung
    2.3
Bevor ich mich dazu entschieden habe am SAE Institute in Berlin zu studieren, hatte ich bereits zwei Jahre Erfahrung mit Musikproduktionen.

Bevor ich mich eingeschrieben habe, hatte ich ein Informationsgespräch über Zoom, um noch offene Fragen zu klären. Es ging dabei hauptsächlich um Studieninhalte, die mir wichtig waren, um mein Produktionslevel im Laufe des Studiums zu optimieren. Alle meine Fragen wurden beantwortet und ich war absolut begeistert.

Was soll ich sagen. Von den Inhalten die mit wichtig waren, kam überhaupt nichts dran, obwohl mir das garantiert wurde...

Die Mitarbeiter:innen sind, meiner Meinung nach, Inkompetent, unzuverlässig und arrogant. Für über 20.000€ bekommt man hier viel zu wenig geboten. Die Studios sind okay, wobei die Akustik darin nicht gut durchdacht wurde. Die Mischpulte weisen häufig Mängel auf, wie beispielsweise im CR1 Studio. Im Midi Studio gibt es eine Drum-Maschine, die seit Beginn meines Studiums defekt ist, obwohl viele Student:innen bereits um eine Reparatur gebeten haben. Ebenfalls wurde für ein Studio ein neues Mischpult bestellt (Audient) und über Monate nicht angeschlossen. Das ging sogar soweit, dass die Student:innen bereits angeboten haben sich darum zu kümmern.

Wenn man Mitarbeiter:innen um Hilfe bittet, reagieren diese oft genervt, auch wenn die Hilfe angebracht ist. Klar stellen viele Student:innen auch dumme Fragen, aber selbst wenn das nicht der Fall ist, sind die Mitarbeiter:innen genervt. Die einzigen Ausnahme sind zwei Mitarbeiter, die steht’s bemüht waren und auch wirklich Spaß am Austausch mit den Student:innen hatte. Bedauerlicherweise hat einer dieser Mitarbeiter einen höheren Posten angenommen, weswegen dieser kaum mehr was mit den Student:innen zu tun hat.

Die Inkompetenz der Mitarbeiter:innen hatte ich bereits erwähnt, allerdings möchte ich darauf nochmal etwas genauer eingehen.
Einige Student:innen werden direkt nach dem Studium als Mitarbeiter:innen eingestellt, obwohl diese sich erst zu Beginn des Studiums mit der Materie Audio befasst haben, was bedeutet, dass maximal 1,5 Jahre Erfahrung vorliegen. Bei aller liebe, aber da lerne ich ja durch YouTube-Tutorials mehr.

Die schriftlichen Prüfungen sind ein stumpfes abfragen von Lehrinhalten und sind auch für jedes Semester identisch. Die theoretischen Prüfungen liefen durch Corona online ab und sind dadurch sogar noch ein ganzes Stück einfacher. Viele Kommilitonen haben überhaupt nicht gelernt und während der Prüfung Google verwendet. Dabei kamen Ergebnisse zustande die teilweise bei 100% lagen.

Die praktischen Prüfungen sind etwas fordernder. Zur Vorbereitung gibt es immer „On Campus Events“ in denen man quasi in die jeweiligen studios eingeleitet wird. Diese Events sind nicht wirklich hilfreich und es wird bloß stumpf alles abgearbeitet. Tipps oder spezielle Workflows für die Mischpulte bekommt man nicht mit auf den Weg gegeben. Im Prinzip muss man sich das wissen von A-Z selbst aneignen. Während der Prüfung ist nur ein/-e Prüfer/-in anwesend, was ich für nicht besonders objektiv halte. Sowas gibt es an keiner anderen Hochschule. Insgesamt hat man nur zwei Versuche für die Prüfungen, wobei man beim zweiten Versuch nur mit der Mindestleistung (Note: 4) bestehen kann. Falls man den zweiten Versuch nicht besteht, muss man das gesamte Semester inklusive aller Abgaben, Prüfungen und Kosten wiederholen.

Um die Studios zu buchen ist man auf das Buchungssystem über das Student-Portal angewiesen, was der absolute Horror ist, da die meisten Buchungen sofort von anderen Kommiliton:innen blockiert werden.
Grundsätzlich lassen sich die Studios auch erst nach einer schwammigen Einführung buchen, was erst ab dem zweiten Semester möglich ist. In wirklich alle Studios kann man erst ab dem dritten Semester.

Equipment wie beispielsweise Kopfhörer sind eine Frechheit. Die Kopfhörer stinken und werden im Falle eines Defekts zusammengelötet anstatt ausgetauscht, wodurch diese schon seit einigen Jahren im Einsatz sind. Es wird mit der DAW pro tools gearbeitet, die man sich selbst für 400€ zulegen muss, wenn man von zuhause aus arbeiten möchte. Bei so hohen Beiträgen sollte die DAW, meiner Meinung nach, von der Hochschule gestellt werden, besonders zu Zeiten von Corona. Die Workstations am Campus, die über Pro Tools verfügen, bieten keine entspannte Atmosphäre zum arbeiten. Libraries, wie die von Native Instruments, sind nicht up to date, weswegen sich viele Instrumente nicht nutzen lassen.

Im Laufe des Studiums müssen ingesamt zwei Bandrecordings absolviert werden. Bei der Suche nach der Band bekommt man von der Hochschule keinerlei Unterstützung.

Zum Schluss möchte ich noch kurz erwähnt haben, dass ich für mein Semester Kurssprecher war. Am Ende eines jeweiligen Semester haben die Kurssprecher:innen die Möglichkeit Kritikpunkte der Student:innen weiterzugeben, was scheinbar nur reine Formalität ist. Die Kritikpunkte, die ja noch nichtmal die eigenen sind, werden auf unfreundlich Art abgewiesen und zum Teil persönlich genommen.


Fazit:

Das SAE Institute Berlins ist eine schöne Einrichtung mit hervorragendem Ruf. Die Homepage und die Beratungsgespräche lassen darauf hoffen und glauben, dass eine solide Ausbildung mit einer warmherzigen Atmosphäre geboten wird und man bei Schwierigkeiten und Anliegen nicht alleine gelassen wird. Hinter der schillernden Fassade befindet sich ein Studium, dass meiner Meinung nach nicht ausreichend für den Berufseinstieg qualifiziert. Laut der Homepage des SAEs gibt es eine sehr gute Vermittlungsquote von Absolvent:innen und Arbeitgeber:innen. Meiner Erfahrung nach kann man nicht auf eine Jobvermittlung hoffen, zumal derartiges noch nie außerhalb der Homepage kommuniziert wurde.
Bei Gesamtkosten von mindestens 20.000€ p.P. sollte es möglich sein ein qualifizierendes Studium zu ermöglichen. Für mich bleibt die Frage offen, wodurch die hohen Studienkosten zustande kommen. Interessant ist jedenfalls, dass man auf Seiten wie Google, Instagram etc. erstaunlich viel Werbung für das SAE sieht.
Dem Image wird scheinbar eine hohe Bedeutung zugeschrieben.

Ich kann das Studium nicht weiterempfehlen, es sei denn man möchte einfach einen Abschluss in der Hand halten.

Mir ist unwohl dabei diese Bewertung abzuschicken aus Angst nicht objektiv bewertet zu werden. Allerdings hätte ich mir eine solche Bewertung zu Beginn meines Studiums gewünscht und aus diesem Grund habe ich die Bewertung trotzdem erstellt.

Aktuelle Bewertungen zum Studiengang

5.0
Emilia , 13.10.2022 - Audio Engineering (Bachelor)
4.0
Garcia , 05.10.2022 - Audio Engineering (Bachelor)
3.3
Tibor , 23.02.2022 - Audio Engineering (Bachelor)
4.3
Gabriel , 31.01.2022 - Audio Engineering (Bachelor)
4.3
Tim , 17.11.2021 - Audio Engineering (Bachelor)
4.4
Tibor , 29.07.2021 - Audio Engineering (Bachelor)
3.9
Christian , 30.03.2021 - Audio Engineering (Bachelor)
3.9
Christian , 15.12.2020 - Audio Engineering (Bachelor)
4.5
Filipp , 08.03.2019 - Audio Engineering (Bachelor)
4.5
Paul , 22.02.2019 - Audio Engineering (Bachelor)

Über Anonym

  • Alter: 24-26
  • Geschlecht: Männlich
  • Abschluss: Ich studiere noch
  • Aktuelles Fachsemester: 4
  • Studienbeginn: 2020
  • Studienform: Fast Track Degree
  • Standort: Standort Berlin
  • Schulabschluss: Abitur
  • Abischnitt: 3,0
  • Weiterempfehlung: Nein
  • Geschrieben am: 25.03.2022
  • Veröffentlicht am: 29.03.2022