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Lockdown 2.0: So läuft das Studium im "Lockdown Light"

25.11.2020

Köln, 24.November 2020 – Auch zum Start des Wintersemesters 2020/21 ist an Deutschlands Hochschulen und Universitäten aufgrund der Corona-Pandemie kein normaler Studienalltag möglich. Online-Vorlesungen und Prüfungen stehen weiter an der Tagesordnung. Im ersten Lockdown Anfang des Jahres stellte die Umstellung von Präsenz- auf Online-Lehre für die Hochschulen große Herausforderungen dar. Das unabhängige Bewertungsportal StudyCheck.de hat nachgefragt, wie Lehrende und Studierende die Entwicklung der Hochschulen im Verlauf der Corona-Pandemie wahrgenommen haben.

“Hören Sie mich?”, “Können Sie mich sehen?”, “Sehen Sie meinen Bildschirm?”. Diese und ähnliche Fragen haben sowohl Studierende als auch Berufstätige im Home Office in diesem Jahr sehr oft gehört. Die rasche technische Umstellung des Arbeitsalltags hat Bildungseinrichtungen und Unternehmen gleichermaßen vor große Herausforderungen gestellt. Mittlerweile gehört das digitale Arbeiten jedoch zum Alltag. Tools wie Zoom oder MS Teams ersetzen Präsenzveranstaltungen und persönliche Meetings. Doch gerade für Studierende ist der vollständig digitale Studienalltag Neuland.

Auf Ersti-Wochen, Uni-Parties und sämtliche Vor-Ort-Veranstaltungen müssen die Studierenden in diesem Jahr leider weitestgehend verzichten. Im Vergleich zum Sommersemester 2020 kann das Wintersemester 2020/21 immerhin in den meisten Fällen ohne zeitliche Verzögerung ablaufen. Hier haben die Hochschulen und Universitäten offenbar aus dem ersten Lockdown im Frühjahr gelernt und sich der ungewohnten Situation angepasst. Prof Dr. Michael Groll von der Fachhochschule des Mittelstands in Köln blickt zuversichtlich auf den Verlauf des Semesters: “Im laufenden Wintertrimester gibt es keine Verzögerungen, alles läuft nach Plan. Wir sind auch flexibel, wenn sich Änderungen ergeben sollten. Wir haben 30% der Lehre im Präsenzunterricht geplant. Wenn Studierende beispielsweise wegen Quarantäne nicht teilnehmen können, besteht die Möglichkeit, den Präsenzunterricht zu streamen oder gar den kompletten Unterricht rein digital zu organisieren."

Anpassung der Klausurenstruktur

Prof. Dr. Marcus Bysikiewicz – Präsident der Europäischen Fernhochschule Hamburg – erkennt außerdem eine klare Tendenz bei den Erwartungen der Studierenden: “Die Studierenden wünschen sich noch mehr Flexibilität. Sie möchten die Art der Seminare (in Präsenz oder virtuell) flexibel auswählen können und sich hierbei im Vorhinein nicht festlegen müssen. Auch bei den Klausuren wünschen sich die Studierenden die Wahl, die Klausur entweder vor Ort oder virtuell schreiben zu können.”

Durch die erhöhte Anzahl an virtuellen Veranstaltungen ist die Fernhochschule Hamburg dem Wunsch nach mehr Flexibilität schon ein Stück weit nachgekommen. Beachtet werden muss, dass die Studierenden in der aktuellen Situation größtenteils keine Wahl zwischen Präsenzveranstaltungen und virtuellen Lehrveranstaltungen haben. Trotz der ungewohnten Situation ist die Mehrzahl der Studierenden mit dem Umgang der Hochschulen in Zeiten von Corona zufrieden. Auf Studycheck.de äußern 85 % der Bewertenden, dass ihre Hochschule angemessen auf die Corona-Krise reagiert habe. Doch nicht nur für die Studierenden, auch für die Hochschulmitarbeiter hat sich in diesem Jahr vieles verändert. “Bis zu 80 % der Mitarbeiter arbeiten während des Lockdowns im Homeoffice, sodass hierfür die technischen Voraussetzungen geschaffen werden mussten”, erklärt Prof. Dr. Bysikiewicz.

Medizin-Studium in Zeiten des Lockdowns

Die aktuelle Situation beweist, dass Studieren auch auf digitalem Wege und weitestgehend ohne Präsenzveranstaltungen möglich ist. Doch wie sieht es bei besonders anwendungs- und forschungsorientierten Studiengängen aus? Das unabhängige Bewertungsportal StudyCheck.de hat bei Medizin-Studentin Luisa (25) nachgefragt. “Ich studiere Humanmedizin an der Charité im 7. Semester, das für mich persönlich das inhaltlich wichtigste Semester vor dem Staatsexamen ist. Insgesamt klappt das Online-Semester wirklich sehr gut, aber bei den Live-Seminaren ist die Interaktion mit anderen Studierenden und Dozierenden schon deutlich reduziert. Zum Glück ist bei uns der Unterricht am Krankenbett nach negativem Test möglich!”

Wie wirkt sich der digitale Studienalltag auf die Leistungen der Studierenden aus?

Mittlerweile haben sich sowohl die Studierenden als auch die Hochschulen an den digitalen Studienalltag gewöhnt. Doch inwiefern wirkt sich dieser auf die Leistungen der Studierenden aus? StudyCheck.de hat auch hierzu Herrn Prof. Dr. Bysikiewicz befragt, der interessante Veränderungen im Prüfungsablauf erkennt. “Grundsätzlich konnten wir keine nennenswerten Veränderungen bei den Prüfungsergebnissen feststellen. Jedoch hat sich die Art und die Konzeption der Klausuren natürlich stark verändert und angepasst. Der Workload fällt bewusst etwas höher aus, da einfache Wissensabfragen entfallen und mehr Transferaufgaben gestellt werden.” Der stärkere Fokus auf Transferaufgaben würde von den Studierenden besonders geschätzt, äußert Prof. Dr. Bysikiewicz.

Auch Prof. Dr. Michael Groll von der Fachhochschule des Mittelstands in Köln, sieht den digitalen Studienalltag positiv: “Die Anwesenheitsquote ist im Online-Unterricht höher, auch die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit ist mehr als gegeben, gerade bei den Studienanfängern. Dennoch ist vieles ungewohnt, auch die Corona-Situation selbst kann dem ein oder anderen Studierenden mit der Zeit aufs Gemüt schlagen. Trotzdem sind die Noten zumindest in meinen Fächern nicht eingebrochen, zum Teil sogar eher besser geworden.”

Trotz der besonderen Situation in diesem Jahr gelingt es den Hochschulverantwortlichen, einen möglichst normalen Studienablauf zu gewährleisten. Die Digitalisierung ist somit deutlich schneller in so manchen Hörsälen angekommen, als es unter normalen Bedingungen der Fall gewesen wäre. Dennoch bleibt nicht außer Acht zu lassen, dass gerade forschungsorientierte Studiengänge auch auf Präsenzveranstaltungen angewiesen sind. Somit hat die Corona-Krise den Studienalltag vor große Herausforderungen gestellt, die jedoch von allen Beteiligten gut gemeistert werden, sodass das Studium trotz der Corona-Krise fortgeführt werden kann.

Über StudyCheck

StudyCheck.de ist ein Projekt der Online Akademie GmbH & Co. KG mit Sitz in Köln. Als Betreiber redaktioneller Bildungsportale erlebt die OAK täglich den hohen Informationsbedarf ihrer Besucher. StudyCheck.de deckt diesen Bedarf als größte unabhängige Bewertungsplattform im Präsenzstudienbereich. Authentische Erfahrungsberichte bieten auf Basis objektiver Bewertungskriterien eine Entscheidungshilfe bei der Wahl des richtigen Studienganges. Aktuell listet StudyCheck.de über 16.255 Studienangebote und 502 Hochschulen.

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