"Gelfrisur und Polohemd - Ich bin BWL Student!" BWLer haben es schon schwer. Jung, schön und erfolgreich sind sie - aber irgendwie mag sie keiner. Der FC Bayern der Uni, wenn man so will. Oder der Justin Bieber des Campus. Dabei sind das doch alles nur böse Vorurteile, oder?! Klischees, über Jahrzehnte im Keller des Neides anderer Fachschaften gereift. Wie der gute Wein, den der BWLer nach einem anstrengenden Vorlesungstag im Nobelrestaurant seines Vertrauens genießt. Aber weil sie so schön und oft zutreffend sind, haben wir hier die weit verbreitetsten BWLer Klischees für euch gesammelt.

1. BWLer sind arrogante Markenh*ren

Ein weiser Mann hat einmal gesagt "Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz!" Und da Niveau ja bekanntlich keine Creme ist, die man sich einfach aufschmieren kann, muss der BWLer dies eben anderweitig zur Schau stellen. Du erkennst ihn auf dem Campus meistens mit dem MacBook unterm Arm und dem neuesten iPhone am Ohr. Wenn Papi ihn nicht gerade im Benz vorfährt, cruist er selbst mit seinem 5er BMW vorbei. Auch die weißen Segelschuhe sowie der locker um die Schultern geschwungene Lacoste Pullover dürfen nicht fehlen. Der BWLer „trägt“ schließlich nicht, er legt auf.

2. BWLer tragen rosa Hemden mit hochgeklappten Kragen

Möchtest Du die Spezies der BWLer aus nächster Nähe beobachten, solltest Du nicht vergessen, Deinen Hemdkragen hochzuklappen. Denn die Elite von Morgen erkennt es direkt, wenn sich ein Kuckuckskind in ihre Mitte geschmuggelt hat. Abgeguckt hat sich der BWLer dieses Markenzeichnen von seinem großen Vorbild: Graf Zahl.

Graf Zahl

3. BWLer wussten nicht, was sie studieren sollen

"Du hattest nur keine Ahnung, was Du werden wolltest" und "Hast Dich wohl fürs einfachste Fach entschieden" bekommt der BWLer gerne zu hören. Pah, wenn man in allem einfach überragend ist, ist es auch schwer, sich zu entscheiden! Und ist Papas Firma zu übernehmen nicht Grund genug? Außerdem ist die Betriebswirtschaftslehre gar nicht so einfach, wie sie aussieht, sondern beschäftigt sich mit realistischen und gesellschaftlich relevanten Szenarien:

Vogel will CEO werden

4. BWLer reden nur in Floskeln

Ja, Ökonomen lieben ihr Beratersprech. Schließlich muss die speech fürs spätere Berufsleben skalierbar sein. Für seine Semesterarbeit scribbelt der BWLer gerne ein paar Präsis, die perfekt auf seine Target Group zugeschnitten sind. Sobald der Prof seine Note greenlighted, macht er sich asap supersmooth auf zur nächsten Party. Dort monitort er gerne potenzielle männliche oder weibliche Stakeholder, die er quick and easy influencen kann. Sobald er den Saal betritt, skyrocketen die Stimmungsbarometer und es ist Schluss mit dem Low-Level-Stuff auf dem Dancefloor. Von downpricing kann die eigene Brandpolish halt nicht leben. Agreed?!

5. BWLer wählen FDP

Die FDP gilt als der BWLer der deutschen Parteilandschaft und muss sich mindestens genauso vielen Vorurteilen stellen wie unsere Betriebswirtschaftler. Da ist es also nicht verwunderlich, dass sich der BWLer zur Partei seiner Väter und Großväter hingezogen fühlt. Schlecht fürs Geschäft ist das bestimmt nicht. Naja, mit der FDP steht es aktuell immer noch nicht gut. Aber alles kommt einmal wieder: Independence Day, Leggins, die Beginner – und auch die FDP. Dann kann der BWLer den Grünen in diesem Land endlich zeigen, was er von ihnen hält:

Politiker zeigt Stinkefinger

6. BWLer wollen nur reich und berühmt werden

Hast Du Deinen Bachelor in Betriebswirtschaft, hast Du nen Managerposten. Hast Du nen Managerposten, hast Du Geld, hast Du Autos, hast Du Frauen. Und was anderes möchte der BWLer auch nicht. Wenn es mit der Karriere nicht klappt, dann heiratet man halt den Main Assistant Chief Controlling Analyst. Ist halt nicht jeder zum Taxifahrer geboren. Glanz, Glamour und viel Geld? Mitnichten, meine lieben BWLer!

Affen im Anzug

Ach ja…

…ihr Leidensgenossen, lieben wir nicht diese Klischees? Spielen wir nicht auch gerne mit ihnen? Normal sein kann ja schließlich jeder. Als ob die Germanisten, Juristen und wie sie alle heißen mit Omas Trabbi, dem Windows XP Notebook und dem Android 2.0 Handy zur Uni kommen.

So ganz klischeefrei sind die anderen Fachbereiche ja nun mal auch nicht. Das findet auch BWL-Experte Milan Klesper von bwl-studieren.com: „Jeder Studiengang hat doch so seine Eigenarten, aber von solchen Klischees darfst Du Dich in Deiner Studienwahl nicht abschrecken lassen. Zeig Deinen Kommilitonen einfach: die Justusse dieser Welt sind die Ausnahme, nicht die Regel. Solltest Du nach dem Studium wirklich reicher BWLer mit schickem Fuhrpark sein, darfst Du uns aber gerne zum Essen einladen!“

Bis dahin genieß die Zeit, den Neid und die Klischees. Denn wie heißt es so schön? Wer im Wohnheim sitzt, sollte nicht mit Scheinen werfen!

Euer Daniel, BWL-Student