Wie werde ich Logopäde?

Logopäden beraten und behandeln Kinder, Erwachsene sowie Senioren, die durch Sprach-, Sprech-, Schluck-, Stimm- oder Hörstörungen in ihrer Lebensweise beeinträchtigt sind. Ist es Dein Wunsch, Logopäde zu werden und diesen Menschen zu helfen? Dann hast Du die Möglichkeit, Dich für eine 3-jährige Ausbildung an einer privaten beziehungsweise öffentlichen Logopädenschule oder für ein Hochschulstudium zu entscheiden. Während ein Bachelor Studiengang 4 bis 9 Semester in Anspruch nimmt, benötigst Du für einen weiterführenden Master zusätzliche 4 Semester. Im Anschluss daran steht es Dir offen, in Praxen, Kliniken oder Kindertagesstätten zu arbeiten, eine Lehrtätigkeit zu übernehmen und alternativ in die Forschung einzusteigen.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Je nachdem wo Du tätig bist, gestaltet sich Dein Tag recht unterschiedlich. Wie Dein Alltag als Inhaber einer kleinen eigenen Praxis aussehen könnte, liest Du hier:

08:30 Uhr

Du triffst in Deiner Praxis ein. Da Du gestern Abend spät rausgekommen bist, räumst Du noch schnell ein paar liegengebliebene Spielsachen im Wartezimmer in die entsprechenden Kisten.

09:00 Uhr

Du empfängst Deinen ersten Patienten für den heutigen Tag - den 4-jährigen Max. Er hat ein leichtes Stotterproblem. Zu Beginn verwickelst Du den Jungen in ein Gespräch. Dabei zählst Du die Stotterrate, also die flüssigen und Stottersilben, mithilfe eines PC-Programms. So kannst Du den Behandlungsstand feststellen. Du bemerkst eine kleine Verbesserung zur Vorwoche. Anschließend zeigst Du ihm eine spezielle Atemübung, die er zuhause verinnerlichen soll.

10:00 Uhr

Du fährst in die nahegelegene Rehaklinik zu Frau Schneider. Diese leidet nach einem Schlaganfall unter Wortfindungsstörungen. Du greifst daher auf Konzentrations- und Kommunikationsübungen zurück. Nachdem Du sie gebeten hast, sich ein paar Motive aufgedruckt auf Karten zu merken, händigst Du ihr ein Bild mit einer Kaffeemaschine aus. Du gibst ihr die Aufgabe, dieses möglichst genau zu beschreiben.

11:30 Uhr

Zurück in der Praxis besucht Dich eine Mutter mit ihrer 5-jährigen Tochter Bea. Bei ihr liegt eine sprachliche Entwicklungsverzögerung vor, da sie selten ganze Sätze spricht. Um sie zu motivieren, verbindest Du die praktischen Einheiten mit ihrem liebsten Hobby, dem Backen. Gemeinsam geht ihr in die kleine Teeküche. Währenddessen leitest Du sie an, jeden Schritt in ganzen Sätzen zu erklären. Jedes Mal wiederholst Du ihre Sätze korrekt und sehr deutlich.

12:45 Uhr

Nach dem Termin gönnst Du Dir eine kleine Pause. Du machst es Dir in der Küche gemütlich und gönnst Dir eine Portion Gemüselasagne.

13:30 Uhr

Herr Maier kommt zu Dir, da er nach einem Schlaganfall eine Gesichtslähmung zurückbehalten hat. Mit gezielten Mund- und Zungenübungen aktiviert er seine Mundmuskulatur.

15:00 Uhr

Frau Greitemann, von Beruf Lehrerin, trifft bei Dir ein. Sie verspürt seit einigen Monaten eine unangenehme Heiserkeit, da sie viel Sprechen und vor allem im Sportunterricht oft auch Schreien muss. Du zeigst ihr verschiedene Methoden, wie sie ihre Stimme richtig einsetzt, um eine Verschlechterung zu vermeiden und eine schnelle Besserung zu erlangen.

17:00 Uhr

Marius ist 8 Jahre alt und leidet unter einer Sprachentwicklungsbehinderung. Um sich ausdrücken und mit anderen reden zu können, verwendet er einen sogenannten Talker - ein elektronisches Gerät, das mit Tasten versehen ist und die Kommunikation für ihn übernimmt. In der Therapieeinheit zeigst Du ihm Schritt für Schritt, wie er diese Hilfe korrekt einsetzt.

18:30 Uhr

Nachdem Du noch ein wenig für Ordnung in den Räumlichkeiten gesorgt hast, machst Du Dich auf den Heimweg.

Voraussetzungen

  • Allgemeine Hochschulreife, seltener Mittlere Reife
  • Dialektneutrale Aussprache & gutes Sprachverständnis
  • Gutes Gehör & Musikalität
  • Empathie
  • Interesse an medizinischen Themen
  • Bereitschaft zeigen, sich regelmäßig fortzubilden

Aktuelle Stellenanzeigen

Klinikum Itzehoe
Logopäde (m/w/i/t)
17. Oktober 2018
Feste Anstellung
St. Augustinus Gruppe
Logopäde/-in
14. Oktober 2018
Feste Anstellung

Was macht ein Logopäde?

Nachdem der Patient vom behandelnden Haus- oder HNO-Arzt eine Verordnung für eine logopädische Therapie erhalten hat, sucht er Dich auf. Durch erste Fragen zur Person und zur jeweiligen Krankheitsgeschichte, die sogenannte Anamnese, sowie mithilfe von verschiedenen Testverfahren verschaffst Du Dir selbst einen Eindruck vom Störungsbild des Patienten. Je nach Alter des Hilfebedürftigen sieht diese Diagnostik etwas unterschiedlich aus. Während Du bei Kindern neben den sprachlichen und motorischen Fähigkeiten auch auf die Entwicklung achtest, konzentrierst Du Dich bei Erwachsenen beispielsweise zusätzlich auf stimmliche Fertigkeiten. Im weiteren Verlauf des Termins teilst Du die Befunde mit und besprichst mit den entsprechenden Personen das anschließende Vorgehen: Reichen zunächst spezielle Übungen für Zuhause aus oder sind regelmäßige Therapiestunden unmittelbar notwendig?
Je nach Arbeitsort empfängst Du Deine Schützlinge einzeln oder gruppenweise. Wichtig bei Deiner Tätigkeit ist es, individuell auf die Patienten einzugehen, denn jede Störung ist unterschiedlich stark ausgeprägt und bedarf somit anderer Methoden, um diese zu mindern. Typische Sprechstörungen bei Kindern sind vor allem das Stottern, auch Redeflussstörung genannt, sowie das Lispeln. Gerade bei Deinen jungen Hilfesuchenden ist Deine Motivationsfähigkeit gefragt, um sie für die Übungen zu begeistern, in denen sie beispielsweise s- und sch-Laute unterscheiden und trainieren sollen. Außerdem hilfst Du Erziehern, Lehrern oder Sängern, die aufgrund ihres Berufes unter beanspruchter Stimme leiden. Auch Schlaganfallpatienten gehören zu Deinem Klientel. So unterstützt Du unter anderem Menschen mit Wortfindungsstörungen. Von Schluckstörungen können sowohl Kinder als auch Erwachsene betroffen sein. Diese treten zum Beispiel bei einer falschen Haltung der Zunge auf. Im Anschluss an eine Therapiestunde gibst du teilweise noch Hausaufgaben mit nach Hause. Daher ist es wichtig, Übungen zu erarbeiten, die der Patient auch im privaten Umfeld selbstständig anwenden kann.
Speziell bei Kindern, älteren und Alzheimerpatienten stellen Gespräche mit den Eltern oder Angehörigen einen sehr wichtigen Part dar. Denn nur auf diese Weise hast Du die Möglichkeit, sicherzustellen, dass der Schützling die entsprechenden Übungen auch zuhause ausführt, um den Therapieerfolg zu beschleunigen.
Damit Du den Therapieverlauf nachvollziehen und eine gute Behandlung gewährleisten kannst, dokumentierst Du Ereignisse, Erfolge und mögliche Rückschritte innerhalb der Therapiesitzungen. Darüber hinaus dienen Deine Protokolle als Vorlage für den logopädischen Bericht, den Du an den behandelnden Arzt des Patienten sendest, mit welchem Du in regelmäßigem Austausch stehst.
Für einige schwerere Fälle reicht Deine “normale” Ausbildung zum Logopäden meist nicht aus. Um diese behandeln zu können und Dich stets auf dem neuesten Stand der Forschung zu halten, bildest Du Dich regelmäßig weiter. Insbesondere als Selbstständiger ist es von großer Bedeutung, Dein Portfolio stets zu erweitern und Dich auf diese Weise von anderen Praxen abzugrenzen.

Wie sind die Berufsaussichten?

Der Beruf des Logopäden erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Da es auf dem Markt jedoch weniger Stellen als Absolventen gibt, gestaltet sich die Jobsuche nach Ausbildung oder Studium als recht schwierig. Dabei ist für Dich zu berücksichtigen, dass die meisten Arbeitgeber am liebsten Bewerber mit Abitur einstellen. Zusatzqualifikationen zum Beispiel eine Ausbildung zum Familien- oder Entspannungstherapeuten erhöhen Deine Chancen auf einen Job.

Welche Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Analytische Fähigkeiten
    9/10
  • Sprachbegabung
    9/10
  • Motivationsfähigkeit
    8/10
  • Flexibilität
    8/10
  • Kommunikationsstärke
    10/10
  • Sozialkompetenz
    10/10

Welche Spezialisierungen gibt es?

Als Logopäde hast Du zahlreiche Möglichkeiten, Dich zu spezialisieren. Neben bestimmten Krankheitsbildern ist es auch denkbar, Dich für eine Personengruppe wie Senioren oder Kinder zu entscheiden. Mehrere Spezialisierungen helfen Dir, einen größeren Patientenstamm behandeln zu können. Um Dich auf einen Bereich zu fokussieren, sind nicht selten zusätzliche Fortbildungen erforderlich.
Zu den Stimmstörungen, die Du behandelst, gehören unter anderem die Dysphonie und die Rhinophonie. Während bei der Dysphonie eine Veränderung des Klangs vorliegt und die Leistung der Stimme beeinträchtigt ist, hat die Rhinophonie zur Folge, dass sich die Stimme sehr nasal anhört. Mithilfe verschiedener Methoden, beispielsweise Atemtechniken oder Funktionsübungen der beim Sprechen beteiligten Körperpartien wie Lippen und Zunge, schaffst Du Linderung.
Spezialisierst Du Dich auf Redeflussstörungen, kommen vorwiegend Menschen zu Dir, denen es nicht möglich ist, die Wörter fließend auszusprechen, sondern stattdessen Laute und Silben wiederholen beziehungsweise undeutlich äußern oder verschwimmen lassen. Das bedeutet genauer, sie stottern oder poltern. Verbesserungen zeigen sich, wenn der Hilfesuchende es nach und nach schafft, die Atmung zu regulieren und Techniken anzuwenden, die es erlauben, das Stottern zu kontrollieren. Das Laut- und Silbentraining kommt bei Patienten mit Polterproblematik zum Einsatz. Auch mit Schützlingen, die gar nicht sprechen, beschäftigst Du Dich. Hier liegt in der Regel keine körperliche, sondern eine seelische Ursache vor.
Entwickelt sich ein Kind sprachlich nicht dem Alter entsprechend, spricht der Logopäde von einer Sprachentwicklungsstörung. Diese stellen der Arzt und Du fest, wenn das Kind zum Beispiel noch keine Mehrwortsätze spricht, obwohl es bereits 2 Jahre alt ist. Übungen für die verbesserte Mundmotorik sind ein möglicher Therapieansatz. Auch eine Lese-/Rechtschreibstörung zählt zu diesem Bereich. Spezielle Strategien zur Rechtschreibung und der Abbau von Ängsten sind dabei Teil Deiner Aufgabe.
Kommt es nach Schlaganfällen oder anderen neurologischen Krankheiten wie Schädel-Hirn-Traumata zu bleibenden Schäden, bist ebenfalls Du als Logopäde gefragt. Dabei behandelst Du mit gezielten Praktiken unter anderem Wortfindungsstörungen oder die Beeinträchtigung von Atem- und Sprechmuskulatur.

Besonderheiten

  • Arbeiten als Selbstständiger oder Angestellter
  • Verantwortungsvolle Tätigkeit
  • Staatlich anerkannte Ausbildung und Hochschulstudium möglich

Videos zum Beruf

Wusstest Du schon, dass ...

  • ...Logopäden bei Kindern im Zahnwechsel keine S- und Sch‑Therapie durchführen dürfen?
  • ...etwa 90 % der Logopäden weiblich sind?
  • ...in Deutschland rund 800.000 Menschen stottern?

Diese Promis haben / hatten Sprechstörungen

Was spricht für den Beruf

  1. Schön, die Fortschritte eines Patienten zu sehen & zu begleiten
  2. Abwechslungsreicher Job durch unterschiedliche Menschen & Störungsbilder
  3. Dir stehen vielfältige Einsatzfelder offen

Was spricht gegen den Beruf

  1. Als Selbstständiger oftmals Arbeit bis in die Abendstunden
  2. Große Konkurrenz auf dem Markt durch ständig neue Praxen
  3. Du bist abhängig von der Gesundheitspolitik beziehungsweise den Verordnungen der Ärzte

Aktuelle Gehälter

Datum Abschluss Karrierestufe Berufserfahrung Std. Gehalt
24.02.2018 Bachelor Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 20 1.155 €
06.02.2018 Bachelor Führungskraft 3 - 5 Jahre 22 1.210 €
26.01.2018 Master Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 33 2.100 €
30.12.2017 Master Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 22 1.300 €
18.11.2017 Bachelor Mit Berufserfahrung 16 - 20 Jahre 33 1.330 €
14.11.2017 Master Führungskraft 6 - 10 Jahre 38 2.700 €
09.11.2017 Master Freiberufler (selbstständig) 6 - 10 Jahre 20 1.000 €
04.10.2017 Master Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 26 1.501 €
06.09.2017 Master Mit Berufserfahrung 3 - 5 Jahre 45 2.400 €
28.08.2017 Master Freiberufler (selbstständig) 3 - 5 Jahre 35 1.697 €
Die hier angegebenen Gehälter setzen sich aus Gehaltsangaben von 43 Nutzern zusammen. Wir können keine Garantie dafür übernehmen, dass die Daten im Einzelfall zutreffen. Sollten die Zahlen von Deinen persönlichen Erfahrungen abweichen, kannst Du Dein Einkommen unter „Gehalt eintragen“ einreichen und Berufsinteressierte bei der Karrierewahl unterstützen.

Mit diesen 25 Studiengängen kannst Du Logopäde werden

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Mit diesen 25 Studiengängen kannst Du Logopäde werden

Logopädie
EU|FH - Europäische Fachhochschule (Brühl, Rostock)
Bachelor of Science
4 - 7 Semester
4.0
95%
Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie
Hochschule Osnabrück (Osnabrück)
Bachelor of Science
6 Semester
3.9
100%
Logopädie
hsg - Hochschule für Gesundheit (Bochum)
Bachelor of Science
7 Semester
3.9
86%
Logopädie
SRH Hochschule für Gesundheit Gera (5 Standorte)
Bachelor of Science
7 Semester
3.7
94%
Logopädie
RWTH Aachen (Aachen)
Bachelor of Science
8 Semester
3.9
100%
Sprachtherapie
Uni Köln (Köln)
Bachelor of Arts
7 Semester
3.7
89%
Logopädie
Hochschule Fresenius (Idstein)
Bachelor of Science
7 Semester
3.7
85%
Infoprofil
Logopädie
FAU – Uni Erlangen-Nürnberg (Erlangen)
Bachelor of Science
7 Semester
4.5
100%
Logopädie
SRH Fachschulen (5 Standorte)
Bachelor of Science
7 Semester
4.0
100%
Logopädie
MSH Medical School Hamburg (Hamburg)
Bachelor of Science
8 Semester
3.7
100%
Infoprofil