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Frauenarzt werden

Dauer 11 Jahre
Gehaltsaussichten 6.265 €¹ - 7.250 €¹
Karrierechancen Gut

Wie werde ich Frauenarzt?

Du interessierst Dich für die Biologie des weiblichen Körpers und die entsprechenden Prozesse? Du berätst gerne und möchtest Frauen helfen, ihre Gesundheit zu bewahren sowie gesunde Kinder zur Welt zu bringen? Dann solltest Du Frauenarzt werden. Um Deinen Traum verwirklichen zu können, absolvierst Du zunächst ein Medizin Studium von 12 Semestern und schließt die 5-jährige Facharztausbildung im Bereich der Frauenheilkunde an. In letztgenannter durchläufst Du mehrere Stationen unter anderem die Geburtshilfe, die Diagnostik sowie die Onkologie und hast im weiteren Verlauf die Möglichkeit, Dich auf eine Sparte zu spezialisieren. Nach Deinem Abschluss, dem zweiten Staatsexamen, kannst Du in Kliniken beziehungsweise in speziellen Brustzentren arbeiten oder Dich als niedergelassener Frauenarzt selbstständig machen.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Als Frauenarzt besteht für Dich die Option, in verschiedenen medizinischen Einrichtungen tätig zu sein. Wie ein potenzieller Tagesablauf in Deiner gynäkologischen Praxis aussehen könnte, liest Du im Folgenden:

08:00 Uhr

Du triffst in Deiner Praxis ein, wo Deine drei Helferinnen auf Dich warten. Im Wartezimmer sitzen bereits die ersten Patientinnen.

08:30 Uhr

Deine Sprechstunde beginnt. Als erstes kommt Frau Kunze zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung zu Dir. Du erfragst zunächst, wie es ihr geht und ob sie irgendwelche Beschwerden hat. Anschließend bittest Du sie, sich für die vaginale Untersuchung in der Umkleide im Beckenbereich frei zu machen. Mithilfe eines Stäbchens nimmst Du einen Abstrich der Schleimhaut und tastest anschließend die Organe ab. Nachdem sich Frau Kunze wieder angekleidet hat, kontrollierst Du ihre Brust auf mögliche Verhärtungen. Glücklicherweise ist alles in Ordnung. Du teilst ihr mit, dass sie das Ergebnis des Abstrichs in einer Woche telefonisch erfahren kann.

11:00 Uhr

Die schwangere Frau Scherer betritt gemeinsam mit ihrem Mann Deinen Behandlungsraum. Sie befindet sich in der 30. Schwangerschaftswoche. Nachdem die Arzthelferinnen bereits ein CTG geschrieben haben, das die Wehentätigkeit und die Herztöne des Kindes aufzeichnet, führst Du noch einen Ultraschall durch. Du misst das Kind aus, schaust nach den Organen und der Entwicklung der Extremitäten wie Arme und Beine.

13:00 Uhr

Die Praxis schließt heute für 2 Stunden. In dieser Zeit haben Du und Deine Mitarbeiter die Möglichkeit, eine Kleinigkeit zu Mittag zu essen. Außerdem erledigen Deine Helferinnen administrative Aufgaben, während Du zwei Hausbesuche durchführst.

15:00 Uhr

Deine nächste Patientin, die 13-jährige Melanie, sucht Dich gemeinsam mit ihrer Mutter zum ersten Mal auf. Sie hat vor vier Monaten ihre Periode bekommen und leidet unter enormen Schmerzen. Darüber hinaus möchte sie etwas über die verschiedenen Verhütungsmethoden erfahren. Behutsam und geduldig beantwortest Du ihr alle Fragen. Du empfiehlst ihr die Pille auszuprobieren, um die Schmerzen etwas zu regulieren. Auf eine vaginale Untersuchung verzichtest Du vorerst und machst stattdessen erst einmal einen Ultraschall von ihren weiblichen Geschlechtsorganen.

17:00 Uhr

Frau Santos klagt seit zwei Tagen über ein extremes Brennen beim Wasserlassen. Du bittest sie, etwas Urin abzugeben, da Du diesen auf eine Blasenentzündung und Chlamydien testen möchtest. Die praxisinterne Laboruntersuchung bestätigt, dass es sich um eine Blasenentzündung handelt. Du verschreibst Frau Santos ein Antibiotikum.

18:30 Uhr

Nachdem die letzte Patientin die Praxis verlassen hat, sorgst Du noch für etwas Ordnung in Deinem Behandlungsraum und begibst Dich schließlich auf den Nachhauseweg.

Voraussetzungen

  • Hochschulreife
  • Einfühlungsvermögen
  • Die Fähigkeit, gut zuhören zu können
  • Stressresistenz
  • Teamarbeit
  • Geduld
  • Einstiegsgehalt 6.265 €¹
  • Berufserfahrung 7.250 €¹
Zum Gehaltsüberblick

Was macht ein Frauenarzt?

Als Frauenarzt behandelst Du Frauen jeden Alters - von der jugendlichen Pubertierenden bis hin zur älteren Dame. Kommt ein Mädchen das erste Mal zu Dir, startest Du ganz entspannt mit einem Anamnesegespräch, in welchem Du eventuelle Vorerkrankungen oder Allergien erfragst. Außerdem ist es wichtig für Dich, zu wissen, wann die erste Regel der Patientin war. Eine vaginale Untersuchung, in der Du die weiblichen Organe kontrollierst, gestaltet sich zwar als sinnvoll, ist aber nicht beim ersten Besuch notwendig. Darüber hinaus berätst Du hinsichtlich verschiedener Verhütungsmethoden, Geschlechtskrankheiten und hilfst bei unregelmäßiger oder schmerzvoller Periode weiter. Frauen, die Dich regelmäßig aufsuchen, kommen unter Umständen auch mit einem Kinderwunsch zu Dir. Du hast demnach ein offenes Ohr für die unterschiedlichsten Anliegen.
Ab einem Alter von 20 Jahren haben Frauen die Möglichkeit, einmal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung beziehungsweise Krebsvorsorge zu gehen. Dabei führst Du in der Regel zunächst ein kurzes Gespräch, in welchem Du beispielsweise den Tag der letzten Periode und mögliche Beschwerden ermittelst. Anschließend bittest Du die Patientin auf den gynäkologischen Stuhl, um die weiblichen Geschlechtsorgane abzutasten und einen Abstrich vom Gebärmutterhals zu machen. Danach erfolgt meist noch das Abtasten der Brust. Alles dient dazu, um Gebärmutterhals- und Brustkrebs sowie andere entzündliche Erkrankungen auszuschließen beziehungsweise in einem frühen Stadium zu diagnostizieren. Teilweise überprüfst Du die inneren Organe noch mittels Ultraschall.
In der Schwangerschaft kommen Deine Patientinnen regelmäßig zu einer Vorsorgeuntersuchung zu Dir, um sicherzustellen, dass die Entwicklung ihres Babys normal verläuft. Bis zur Geburt sind insgesamt etwa zehn Termine angesetzt. Bevor Du die werdenden Mütter in Augenschein nimmst, geben diese eine Urinprobe bei der Arzthelferin ab und lassen ihr Gewicht kontrollieren. Zusätzlich steht eine Blutdruckmessung sowie eine Blutentnahme an. Diese gibt Aufschluss darüber, ob die Mutter gegebenenfalls Antikörper gegen das Blut ihres Kindes bildet. Eine mögliche Schwangerschaftsvergiftung oder Unterversorgung des Fötus kannst Du mithilfe des Blutdrucks feststellen. Ab der 28. Schwangerschaftswoche kommt ein CTG (Kardiotokografie) dazu. Angeschlossen an den Wehenschreiber hast Du die Möglichkeit, unter anderem durch die Herztöne den Zustand des Babys zu ermitteln. Danach folgt ein persönliches Gespräch mit Dir und Du führst eine vaginale Untersuchung durch, um beispielsweise eine vorzeitige, zu weite Öffnung des Muttermunds auszuschließen. Etwa in der 10., 20. und 30. Schwangerschaftswoche steht eine Ultraschalluntersuchung auf dem Plan. Die sogenannten Screenings geben Dir Informationen über die zeitgemäße, körperliche Entwicklung des ungeborenen Kindes. Alle gewonnenen Werte trägst Du zum Abschluss in den Mutterpass der Patientin ein.
Wenn die Geburt normal verläuft, kommst Du als Frauenarzt in einem Krankenhaus erst kurz vor der Entbindung dazu. Bis dahin erhält die Patientin meist Unterstützung durch eine Hebamme. Geht es ernsthaft los, versuchst Du, den Frauen so gut es geht die Sorgen sowie Ängste zu nehmen, und gibst Anweisungen für den Geburtsvorgang. Darüber hinaus greifst Du ein, sofern es zu Komplikationen kommt und die Geburt ins Stocken gerät. Unter Umständen entscheidest Du, einen Kaiserschnitt durchzuführen - vor allem, wenn es sich um Mehrlingsgeburten handelt. Auch die Nachversorgung der Mutter steht für Dich an. Insbesondere, wenn ein Riss entstanden ist, ein Dammschnitt oder sogar ein Kaiserschnitt erfolgte. Zum Ende des Aufenthaltes in der Klinik und der Wochenbettzeit, also sechs bis acht Wochen nach der Geburt, überprüfst Du unter anderem die Rückbildung der Gebärmutter oder den Heilungsprozess möglicher Wunden beziehungsweise Narben.
Je nach Schwerpunkt und Arbeitsort gehören auch Operationen zu Deinem Tagesgeschäft. Du entfernst beispielsweise Zysten im Eierstock oder die gesamte Gebärmutter einer Frau, führst eine Ausschabung der Gebärmutter durch oder nimmst eine Sterilisation vor, indem Du die Eileiter der Frau durchtrennst.

Wie sind die Berufsaussichten?

Als Frauenarzt stehen Deine beruflichen Chancen in der Regel gut, denn auch in diesem medizinischen Bereich besteht nach wie vor Bedarf. Früher ein reiner Männerberuf entschließen sich heutzutage deutlich mehr Frauen dazu. Dies liegt unter anderem daran, dass es in der Sparte zahlreiche niedergelassene Praxen gibt, in denen sie einsteigen und somit Familie sowie Beruf gut vereinen können.

Welche Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Analytische Fähigkeiten
    7/10
  • Belastungsfähigkeit
    9/10
  • Naturwissenschaftliches Verständnis
    8/10
  • Flexibilität
    7/10
  • Kommunikationsstärke
    8/10
  • Sozialkompetenz
    9/10

Welche Spezialisierungen gibt es?

Faszinieren Dich besonders die Bereiche der Schwangerschaft und Geburt, dann kannst Du Dich als Frauenarzt auf die Geburtshilfe spezialisieren. Dabei besteht Deine Hauptaufgabe darin, Frauen von der Schwangerschaft über die Geburt im Kreißsaal bis hin zum Wochenbett zu betreuen. Außerdem behandelst Du Schwangere, die beispielsweise mit Beschwerden wie Blasenentzündung zu Dir kommen. In jedem Fall trägst Du eine sehr große Verantwortung, da es bei Komplikationen direkt um mindestens zwei Menschenleben geht.
Als Experte in der gynäkologischen Endokrinologie beschäftigst Du Dich mit der Diagnostik und Behandlung von Hormonstörungen. Typische Probleme sind beispielsweise verschiedene Zyklusstörungen, unerfüllte Kinderwünsche und Beschwerden während der Wechseljahre. Unter anderem anhand von Blutuntersuchungen und der Bestimmung der Hormone gehst Du den Leiden Deiner Schützlinge auf den Grund.
Die Behandlung von Brustkrebs sowie bösartigen Tumoren an Gebärmutter, Eierstöcken oder Schamlippen gehört als gynäkologischer Onkologe zu Deinem Aufgabenbereich. Hier gilt es, zunächst differenzierte Diagnosen zu stellen und die entsprechenden Therapiemethoden für Deine Patientinnen zu ermitteln. In sogenannten Tumorfallkonferenzen besprichst Du Dich dazu jeweils mit Fachärzten aus anderen Sparten.

Besonderheiten

  • Du benötigst einen sehr guten Notendurchschnitt im Abitur
  • Job mit großer Verantwortung
  • Beruf an der Schnittstelle von Krankheit und neuem Leben
  • Vielseitige Tätigkeit

Videos zum Beruf

Wusstest Du schon, dass ...

  • ...das schwerste Baby, welches die Geburt überlebt hat, 10,2 Kilo wog?
  • ...ein Zwillingspärchen in Irland mit einem Abstand von 87 Tagen zur Welt kam? Ein Baby erblickte verfrüht in der 24. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt. Ihre Schwester verblieb noch weitere drei Monate im Bauch der Mutter.
  • ...die häufigste Geschlechtskrankheit die Chlamydien-Infektion ist?

Dieser Promi hat auch Medizin studiert

Was spricht für den Beruf

  1. Du ergreifst einen Job mit einem großen Spektrum an Aufgaben
  2. Du begleitest Frauen dabei, Kinder auf die Welt zu bringen
  3. Familienfreundlicher Beruf

Was spricht gegen den Beruf

  1. Je nach Einsatzort Schichtdienst
  2. Du musst auch mit schweren Schicksalen umgehen können

Beruf nicht der richtige? Hier gibt es ähnliche Berufe:

¹ Alle Gehälter ohne Gewähr

Einstiegsgehalt als Frauenarzt

Dein Gehalt als Frauenarzt hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie zum Beispiel von der Anzahl Deiner Wochenstunden, Deiner Berufserfahrung sowie von Deinem Arbeitsort. Insbesondere letzteres hat einen großen Einfluss auf Dein Einkommen. Öffentliche Einrichtungen wie Kliniken oder Krankenhäusern zahlen nach dem Tarifvertrag für Ärzte.

Als Assistenzarzt verdienst Du erstmal 4.747 €¹ brutto pro Monat. Dein Einstiegsgehalt als Facharzt liegt dann bei 6.265 €¹ brutto monatlich. Zusätzlich erwarten Dich Zuschläge für die Arbeit an Feiertagen sowie für Nachtarbeit.

  • Frauenarzt 6.265 €¹
  • Hebamme 1.470 €¹

Gehalt nach Berufserfahrung

Bist Du bereits 2 Jahre als Facharzt in der Gynäkologie tätig, erhöht sich Dein Monatsgehalt auf 6.790 €¹ brutto. Nach 3 bis 5 Jahren als Frauenarzt verdienst Du 7.250 €¹ brutto monatlich und nach mehr als 10 Jahren liegt Dein Einkommen bei 7.850 €¹. Betreibst Du selbstständig Deine eigene Praxis, erwirtschaftest Du in der Regel mehr als in öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern. Monatlich kannst Du so mit einem Bruttoumsatz von rund 12.000 €¹ rechnen, allerdings sind von diesem Betrag noch Steuern und Ausgaben wie die Miete für Deine Praxis abzuziehen.

Gehalt nach Berufserfahrung

Bist Du bereits 2 Jahre als Facharzt in der Gynäkologie tätig, erhöht sich Dein Monatsgehalt auf 6.790 €¹ brutto. Nach 3 bis 5 Jahren als Frauenarzt verdienst Du 7.250 €¹ brutto monatlich und nach mehr als 10 Jahren liegt Dein Einkommen bei 7.850 €¹. Betreibst Du selbstständig Deine eigene Praxis, erwirtschaftest Du in der Regel mehr als in öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern. Monatlich kannst Du so mit einem Bruttoumsatz von rund 12.000 €¹ rechnen, allerdings sind von diesem Betrag noch Steuern und Ausgaben wie die Miete für Deine Praxis abzuziehen.

Gehalt nach Bundesland

Mit 7.200 €¹ brutto monatlich verdienst Du in Hessen als Frauenarzt am besten. Ein ähnlich hohes Einkommen erwartet Dich auch in Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg. In den neuen Bundesländern fällt Dein Gehalt geringer aus. Dafür sind dort die Lebenshaltungskosten niedriger. Mecklenburg-Vorpommern ist mit 4.950 €¹ brutto pro Monat das Bundesland, in dem Du vergleichsweise am wenigstens verdienst.

¹ Alle Gehälter ohne Gewähr

Mit diesen 50 Studiengängen kannst Du Frauenarzt werden

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Mit diesen 50 Studiengängen kannst Du Frauenarzt werden

Medizin
Uni Münster (Münster)
Staatsexamen
13 Semester
4.4
97%
Medizin
RWTH Aachen (Aachen)
Staatsexamen
12 Semester
4.2
98%
Medizin
Uni Göttingen (Göttingen)
Staatsexamen
12 Semester
4.1
100%
Modellstudiengang Medizin
MHB Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (Brandenburg an der Havel, Neuruppin)
Staatsexamen
13 Semester
4.2
98%
Infoprofil
Modellstudiengang Medizin
MHB Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (Brandenburg an der Havel, Neuruppin)
Staatsexamen
13 Semester
4.2
98%
Infoprofil
Medizin (Mannheimer Curriculum)
Uni Heidelberg (Mannheim)
Staatsexamen
12 Semester
4.2
97%
Medizin
Uni Jena (Jena)
Staatsexamen
13 Semester
4.0
100%
Medizin Heidelberger Curriculum
Uni Heidelberg (Heidelberg)
Staatsexamen
12 Semester
4.1
98%
Medizin
Uni Tübingen (Tübingen)
Staatsexamen
13 Semester
4.0
99%
Humanmedizin
Uni Lübeck (Lübeck)
Staatsexamen
13 Semester
4.0
99%