Chiropraktiker werden

Dauer 3 - 9 Jahre
Karrierechancen Mittel

Wie werde ich Chiropraktiker?

Als Chiropraktiker arbeitest Du mit Deinen Händen am Patienten, um ihm mit gezielten Griffen Schmerzen im Kopf, Rücken sowie anderen Bereichen zu nehmen, ihn beweglicher zu machen und die Funktionsweise seines Körpers zu verbessern. Möchtest Du Chiropraktiker werden, benötigst Du zunächst eine Heilerlaubnis, die Du über ein 12-semestriges Medizin Studium oder eine mehrmonatige bis mehrjährige Heilpraktiker Ausbildung erwirbst. Anschließend lässt Du Dich in der Regel berufsbegleitend über 2 bis 3 Jahre zum Chiropraktiker ausbilden. Ein Chiropraktik Studium ist in Deutschland eher selten zu finden. In vielen anderen europäischen sowie englischsprachigen Ländern sind das Fach und der Beruf dagegen so anerkannt, dass Du dort ein 10- bis 14-semestriges Universitätsstudium der Chiropraktik beziehungsweise Medizin mit Fachrichtung Chiropraktik nach den einheitlichen Standards der Weltgesundheitsorganisation absolvieren kannst. Als sogenannter Chiropraktor verfügst Du über erweiterte Kompetenzen, die denen eines Arztes sehr nahekommen.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Hast Du Dich erfolgreich zum Chiropraktiker ausgebildet, bietest Du Deine Dienste meist in einer eigenen Praxis an. Im Folgenden erfährst Du beispielhaft, wie Dein Arbeitstag ablaufen könnte:

08:00 Uhr

Einige Patienten sitzen schon in Deinem Wartezimmer, als Du die Praxis durch den Haupteingang betrittst. Nach der Begrüßung Deiner Sekretärin begibst Du Dich daher umgehend in Dein Behandlungszimmer. Frau Maler leidet unter Schlaflosigkeit und unregelmäßig auftretenden Schwindelanfällen. Den Auslöser dafür findest Du in mehreren verschobenen Halswirbeln, die Du ertastest und mit schnellen Druckbewegungen an ihre angestammte Position verschiebst.

09:10 Uhr

Herr Marquard kommt leicht nach vorne gebückt zu Dir herein. Er klagt über eine Verspannung im unteren Rücken, die ihn in seiner Beweglichkeit einschränkt und Schmerzen verursacht. Du bittest ihn, sich seitlich hinzulegen sowie Arme und Beine in einem bestimmten Winkel zu beugen. Während Herr Marquard ausatmet, löst Du die Blockade mit kurzen kraftvollen Stößen.

10:25 Uhr

Als nächstes sucht Dich Herr Kohlmann auf, der am Tag zuvor ein starkes Verkrampfen seiner Nackenmuskulatur verspürt hat. Zusätzlich ist sein linkes Auge sehr rot und tränt. Nach einer gründlichen Untersuchung von den Füßen bis zum Kopf legst Du an seinen Halswirbeln Hand an, um die oberen beiden mit einem Ruck zu richten. So liegen die eingeklemmten Nervenbahnen wieder frei und Herr Kohlmann spürt, wie auch der Druck in seiner linken Gesichtshälfte langsam nachlässt.

11:10 Uhr

Starke, wiederkehrende Kopfschmerzen plagen Frau Steffens seit Tagen. Auf der Behandlungsliege gibst Du mit Deinen Händen leichte Impulse auf verschiedene Stellen ihres Kopfes, um die Spannungen in der Hirnhaut auszugleichen.

12:15 Uhr

Für die nächsten zwei Stunden sind keine Termine eingeplant. Jetzt hast Du Zeit für eine Zwischenmahlzeit. Außerdem besprichst Du mit Deiner Assistentin einige organisatorische Aufgaben.

14:15 Uhr

Auch am Nachmittag untersuchst Du Patienten mit sehr unterschiedlichen Symptomen wie Herzbeschwerden, Hüftschmerzen oder Bluthochdruck. Geduldig tastest Du die Halswirbel im Nacken und die Wirbelsäule ab, bis Du Unregelmäßigkeiten feststellst, die als Ursache für die Probleme infrage kommen.

17:30 Uhr

Für heute hast Du alle Notleidenden versorgt. Du verräumst einige Unterlagen, schaltest das Licht in den Räumlichkeiten aus und verlässt Deine Praxis.

Voraussetzungen

  • Mittlere Reife; Fachhochschulreife; Abitur
  • Spaß an der Arbeit mit den eigenen Händen
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Der Wille, anderen zu helfen
  • Offen für Körperkontakt mit fremden Menschen

Was macht ein Chiropraktiker?

Wenn Du einen neuen Patienten in Deiner Praxis empfängst, besprichst Du mit ihm nicht nur seine aktuellen Beschwerden, sondern informierst Dich auch über die bisherige Krankengeschichte. So gewinnst Du ein genaueres Bild von der jeweiligen Erkrankung und kannst zudem besser einschätzen, ob eine chiropraktische Behandlung bei dem bestimmten Problem helfen kann oder stattdessen womöglich schädlich ist. Bei besonders drastischen Verschiebungen der Wirbelkörper, Knochenbrüchen oder altersbedingten Leiden wie Arthrose darfst Du nämlich nicht therapieren. Zudem nutzt Du bei Infektionen oder Bandscheibenvorfällen andere Verfahren, um Schmerzen zu lindern und die Heilung voranzutreiben. Mit neurologischen und orthopädischen Tests verschaffst Du Dir bei Bedarf weitere Klarheit über den Gesundheitszustand des Notleidenden.
Als Chiropraktiker richtest Du Dein Hauptaugenmerk auf die Wirbelsäule, das Becken und den Schädel des Menschen. Durch eine falsche Sitzhaltung, Stress, Verschleiß oder einen Unfall geraten Wirbel aus ihrer angestammten Position und klemmen Nervenbahnen ein. Der Informationsfluss zum Gehirn stockt und es treten verschiedene Funktionsstörungen in unterschiedlichen Körperbereichen auf. Deine Patienten beklagen sich beispielsweise über Migräne, Rückenschmerzen, Schwindel oder Sehstörungen. Mit Deinen Händen tastest Du die Halswirbel und den weiteren Verlauf der Wirbelsäule ab, um Verschiebungen und Überdehnungen festzustellen. Außerdem schaust Du, ob das Becken gerade steht und die Beine des Erkrankten gleich lang sind. Deine Untersuchung ist dabei stets darauf ausgerichtet, die Ursache des Problems zu finden und nicht nur Symptome zu behandeln. Um Fehlstellungen zu beheben und Knochen, Gelenke sowie Muskeln in Position zu bringen, übst Du mit gezielten Griffen Druck aus oder wendest bestimmte Hebel- oder Drehbewegungen an. Dabei stößt Du je nach Problemfall ruckartig zu, was die Gelenke manchmal laut zum Ploppen bringt. Genauso gibst Du aber auch sanfte Impulse zum Beispiel im Gesicht, wenn die Schädelknochen ungünstig gegeneinander arbeiten. In empfindlichen Regionen nutzt Du einen sogenannten Aktivator, der einen kurzen, leichten Druckstoß auf einen Punkt des Körpers abgibt.
In der Regel arbeitest Du als Chiropraktiker in Deiner eigenen Praxis. So kommen neben der fachlichen Tätigkeit auch viele weitere organisatorische und administrative Aufgaben auf Dich zu. Beispielsweise erledigst Du die Buchhaltung, gibst Steuererklärungen ab und kümmerst Dich um die Terminvergabe für Patienten. Darüber hinaus dokumentierst Du Deine Befunde bei einer Untersuchung und erstellst auf Grundlage der erbrachten Leistungen Rechnungen, die Du an die Behandelten sendest. Da manche gesetzliche Krankenkassen die Kosten teilweise oder ganz übernehmen, forderst Du auch bei diesen die entsprechende Gegenleistung für Deine Dienste ein. Je nachdem wie gut Deine Praxis läuft, suchst Du Dir eine Hilfe für den Empfang, um Dich hier und in einigen anderen Bereichen zu entlasten.

Wie sind die Berufsaussichten?

Zunehmend mehr Menschen interessieren sich für alternative, schonende Heilmethoden abseits der Schulmedizin, da hier nicht nur körperliche Symptome, sondern zugleich tieferliegende Ursachen sowie die Person als Ganzes im Mittelpunkt stehen. Auch die Überalterung der Gesellschaft trägt ihren Teil dazu bei, dass der Bedarf nach Chiropraktikern steigt. Da die Berufsbezeichnung in Deutschland allerdings nicht geschützt ist, ist die Konkurrenz entsprechend groß. Denn grundsätzlich kann jeder Arzt und Heilpraktiker mit Heilerlaubnis die Methoden der Chiropraktik anwenden, unabhängig davon wie lang und umfangreich seine Weiterbildung hierzu war.

Welche Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Analytische Fähigkeiten
    8/10
  • Naturwissenschaftliches Verständnis
    7/10
  • Kommunikationsstärke
    7/10
  • Sozialkompetenz
    8/10

Welche Spezialisierungen gibt es?

Im internationalen Leistungs- und Profisportbereich ist die Sportchiropraktik mittlerweile allgegenwärtig. Steigst Du in diesen Bereich als entsprechender Fachmann ein, nehmen Athleten aus verschiedenen Disziplinen Deine Hilfe in Anspruch. Sie verfolgen damit vor allem zwei Ziele. Zum einen möchten sie, dass Du sie noch leistungsfähiger machst und sie so das vollständige Potenzial ihres Körpers abrufen können. Zum anderen gilt es für jeden Berufssportler, Verletzungen vorzubeugen oder zumindest deren Schwere durch chiropraktische Maßnahmen abzumildern. Dementsprechend behandelst Du nicht nur erlittene Schäden, sondern überlegst Dir auch, wie ein gesunder Körper die optimale Beweglichkeit und Leistungsstärke erreicht.
Als Kinderchiropraktiker kommen Eltern mit ihren Kindern zu Dir, die von Symptomen wie Verdauungsproblemen, Unruhezuständen oder einseitiger Kopfhaltung berichten. Meist führt dies dazu, dass die Kinder intensiv über einen längeren Zeitraum schreien. Bei der Behandlung von Heranwachsenden gehst Du besonders behutsam vor, da diese nicht über längere Zeit still liegen bleiben und ihre Probleme nicht angemessen artikulieren können. Häufig rühren die Beeinträchtigungen von der Schwangerschaft und vor allem dem Geburtsvorgangs her. Darüber hinaus untersuchst Du Kindergarten- und Schulkinder, denn bei diesen treten manchmal Haltungsschwächen und andere damit zusammenhängende Probleme auf, da die Körper der Kleinen durch Wachstumsschübe überfordert sind.

Besonderheiten

  • Keine geschützte Berufsbezeichnung in Deutschland
  • Studium für Chiropraktik überwiegend im Ausland möglich
  • Heilerlaubnis eines Mediziners oder Heilpraktikers nötig

Videos zum Beruf

Wusstest Du schon, dass ...

  • …der Begriff Chiropraktik aus dem Griechischen kommt und übersetzt so viel wie “mit der Hand behandeln” bedeutet?
  • …Gelenke manchmal bei Bewegung knacken, weil Gas aus der mit Flüssigkeit gefüllten Gelenkkapsel entweicht?
  • ...die Bandscheiben bei körperlicher Aktivität Flüssigkeit verlieren und sich im Liegen, vor allem nachts im Schlaf, wieder wie ein Schwamm vollsaugen?

Diese Promis suchen Hilfe bei einem Chiropraktiker

Was spricht für den Beruf

  1. Du hilfst Menschen dabei, ihre Schmerzen loszuwerden und sich wieder wohler in ihrem Körper zu fühlen
  2. Steigender Bedarf an alternativen Behandlungsmethoden abseits der Schulmedizin

Was spricht gegen den Beruf

  1. Du darfst nur als Arzt oder Heilpraktiker chiropraktisch arbeiten
  2. Keine geschützte Berufsbezeichnung in Deutschland

Mit diesen 104 Studiengängen kannst Du Chiropraktiker werden

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Mit diesen 104 Studiengängen kannst Du Chiropraktiker werden

Medizin
Uni Münster (Münster)
Staatsexamen
13 Semester
4.4
96%
Medizin Mannheimer Curriculum
Uni Heidelberg (Mannheim)
Staatsexamen
13 Semester
4.2
100%
Medizin
Uni Göttingen (Göttingen)
Staatsexamen
12 Semester
4.1
100%
Medizin Heidelberger Curriculum
Uni Heidelberg (Heidelberg)
Staatsexamen
13 Semester
4.2
99%
Medizin
RWTH Aachen (Aachen)
Staatsexamen
12 Semester
4.2
98%
Modellstudiengang Medizin
MHB Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (Brandenburg an der Havel, Neuruppin)
Staatsexamen
13 Semester
4.2
98%
Infoprofil
Medizin
Uni Duisburg-Essen (Essen)
Staatsexamen
13 Semester
4.0
100%
Medizin
Uni Jena (Jena)
Staatsexamen
13 Semester
4.0
100%
Humanmedizin
Uni Lübeck (Lübeck)
Staatsexamen
13 Semester
4.0
99%
Humanmedizin
Uni Greifswald (Greifswald)
Staatsexamen
13 Semester
4.0
98%